Der Fluch der guten Tat

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Der Fluch der guten Tat

Der TSV Birkenau steckt in einer Krise. Bei genauer Betrachtung ist es zwar nur eine Mini-Krise, doch sie fühlt sich für die Falken definitiv wie eine ausgewachsene Krise an: Das zweite Spitzenspiel im März gegen die SG Heidelsheim/Helmsheim ging ebenfalls mit 23:26 verloren, damit ist der Anschuss an die Tabellenspitze ebenso dahin wie der zweite Platz. Zu Saisonbeginn schielten die Odenwälder auf eine Top drei Platzierung, die haben sie aktuell immer noch inne – trotzdem spüren die Südhessen: Da wäre mehr drin gewesen. „Wir konnten leider nicht 60 Minuten lang die Leistung auf die Platte bringen, die nötig ist, um so ein Spitzenspiel zu gewinnen“, erklärte TSV-Trainer Axel Buschsieper.

Ein Satz, der die bisherige Saison der Falken gut beschreibt und auch sinnbildlich für das Spiel gegen Heidelsheim/Helmsheim ist. Acht Minuten vor dem Schlusspfiff führten die Birkenauer noch,hatten das Momentum auf ihrer Seite und waren drauf und dran, Platz zwei zu sichern. Dann kam der Nackenschlag, die zweite Schwächsephase der Partie. Bei der Ersten bewies das Team von Buschsieper noch, dass auch ein Rückstand die eingeschworene Truppe trotz aller Widrigkeiten nicht schocken kann – den zweiten konnten sie dann aber auch durch die nachlassende Kondition, die sich aus der Verletztenmisere heraus ergab, nicht mehr umbiegen. „Ich möchte mich bei den Jungs aus der 1b bedanken, die ohne zögern ihre Bereitschaft zum Aushelfen gezeigt haben“, sagte Buschsieper über die drei Aufrücker Timo Fritsche, Christian Heinrich und Dominik Roth.

Die Gäste zeigten direkt zu Beginn, dass sie sich für die 27:31-Hinspielniederlage revanchieren und möglichst auch den direkten Vergleich noch für sich entscheiden wollten. Das erste Tor der Spiels erzielte zwar Birkenaus Lukas Gutsche, danach waren allerdings zunächst drei Mal die SG-Schützen an der Reihe. Eine Viertelstunde in der Partie nutzte Buschsieper bereits seine erste Auszeit – denn das 3:7 war bereits eine erste Duftmarke, die der Coach so nicht stehen lassen konnte. Zunächst kam das 8:3 durch Andre Ockert hinterher, dann lief es allerdings besser für die Birkenauer.

Fünf Minuten vor dem Seitenwechsel trennten beide Teams nur noch zwei Tore, die SG-Auszeit brachte ironischerweise nur die Falken weiter in die Parte: Kreisläufer Stefan Dietrich machte drei Buden in Folge – die Führung hatte sich gedreht. Mit einem 12:11-Vorsprung für den TSV ging es dann auch in die Pause und diese tat den Falken extrem gut. Aus dieser kamen sie nämlich förmlich herausgeschossen, führten in der 36. Minute mit vier Toren. Bis zur 43. Spielminute behielt Birkenau nun die Oberhand, Heidelsheim/Helmsheim musste erneut die Auszeit ziehen.

Diese Mal allerdings mit mehr Erfolg: Die Schlussphase ging ganz klar wieder an die Gäste. Ein 5:0-Lauf glich die Partie aus. Es folgte ein kurzer, aber intensiver Schlagabtausch bis zu den letzten fünf Minuten. 23:23 stand es nun, Platz zwei lag auf dem Präsentierteller und die folgenden fünf Minuten würden entscheiden, wer davor Platz nehmen darf. Die folgenden drei Treffer der SG Heidelsheim/Helmsheim zeigten Nervenstärke, dass Birkenau kein Treffer mehr gelang dagegen nur, dass der Tank nach einem harten Fight und einigen wichtigen Ausfällen irgendwann leer sein muss. „Wir haben es heute nicht geschafft, vielleicht durch Wechsel meinerseits, vielleicht auch bedingt durch Verletzte“, weiß Buschsieper nicht genau, woran es unter dem Strich gefehlt hat.

Klar ist dagegen: Vorübergehend geht Platz zwei somit an Heidelsheim/Helmsheim, der direkte Vergleich, der im Laufe der kurzen Restrunde noch entscheidend werden kann, bleibt indes weiterhin bei den Birkenauern, die somit nicht ganz enttäuscht in die spielfreie Woche gehen. „Es war ein echtes Spitzenspiel, beide Mannschaften haben mal mit fünf Toren geführt und dass dann wieder egalisiert“, beschreibt Buschsieper: „Ich bin stolz auf meine Jungs und muss ihnen ein großes Lob aussprechen. Sie haben nach den letzten Spielen Kampf, Einstellung und tollen Teamgeist gezeigt.“

TSV Birkenau: R. Dietrich, Heckmann, Fritsche; Kleis 6/1, Höhne 4/1, S. Dietrich 4, Conrad 4, Gutsche 2, Brock 2, Kinscherf 1, Heinrich, Roth, Jöst, Zehrbach.

SG Heidelsheim/Helmsheim: Krypczyk, Ba. Boudgoust; Förster 6/1, Keibl 5, Strüwing 5/3, Be. Boudgoust 3, Ockert 3, Steinhilper 2, Lehnkering 1, Junker 1, Dietz, Metzger.

Strafminuten: Birkenau: 6 (Conrad, Kinscherf, Höhne) – Heidelsheim/Helmsheim: 10 (Lehnkering (4), Be. Boudgoust, Steinhilper, Strüwing).

Siebenmeter / -tore: Birkenau: 3/2 (Höhne 2/1, Kleis 1/1) – Heidelsheim/Helmsheim: 4/4 (Strüwing 3/3, Förster 1/1).

Schiedsrichter: Pickarts (Ilvesheim) – Wolf (Ladenburg).