Knielinger vor besonderem Saisonstart

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TV Knielingen
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TVK-Trainer Jochen Werling hat einige Baustellen

Karlsruhe. Bereits am kommenden Sonntag startet der TV Knielingen mit einem Heimspiel gegen den Aufsteiger HSV Hockenheim (17:30 Uhr) in die neue Badenliga-Spielzeit. Dabei steht man auch im Karlsruher Westen, angesichts der Corona-Krise, vor großen organisatorischen Herausforderungen.

Der vom Badischen Handball-Verband ausgerufene Saisonstart bereits im September wurde nicht überall im Verbandsgebiet mit Begeisterung aufgenommen. Viele kritische Stimmen aus den Vereinen wollten eher später beginnen. Beim Verband wurden vorsorglich einige Szenarien mit unterschiedlichen Startterminen durchgespielt, letztendlich aber wieder verworfen. Heiß diskutiert wurde zudem die Möglichkeit zunächst ohne Zuschauer zu spielen. Die Knielinger entschieden, mit Zuschauern die Saison zu beginnen, auch wenn das bedeutet, dass die Verantwortlichen der Knielinger Handballabteilung vieles mehr zu regeln haben.

Für die Spiele aller Mannschaften des TV Knielingen wurde in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung ein Hygienekonzept erstellt, das allen geltenden Vorschriften Rechnung trägt. Um die vorgegebenen Abstandsregeln gewährleisten zu können, werden in der Knielinger Reinhold-Crocoll-Halle am ersten  Spieltag nur ca. 60 Sitzplätze zur Verfügung stehen. Stehplatzbereiche wird es nicht geben. Zudem müssen sich die Fans vorab und ausschließlich über einen Ticketshop online registrieren und sich dort die Eintrittskarten im Vorverkauf sichern. Eine Tageskasse in der Halle wird es nicht geben. Am Dienstagabend (15.09.2020) soll der Ticketshop erstmals online gehen und ist dann mit dem Link www.tvknielingen-handball.de/ticketshop erreichbar.

Auch für Trainer Jochen Werling und seine Mannschaft wird es eine sehr besondere Saison werden. Als die letzte Spielzeit abgebrochen wurde, waren die Knielinger vierter der Badenliga-Rangliste. Davor war man gar Herbstmeister gewesen, was bei dem einen oder anderen Beobachter der Badischen Handball-Szene nun für eine gewisse Erwartungshaltung für die Zukunft sorgt. Da möchte Jochen Werling, der in seine dritte Spielzeit als Trainer beim TVK geht, von Anfang an gegensteuern. „Unsere Personalsituation ist schwierig, was Verletzungen angeht. Philipp Schollmeyer, der sich im August 2019 einen Kreuzbandriss zugezogen hatte, ist noch nicht dabei. Da wird es frühestens November werden. Tim Kusterer hat sich einer Schulter-OP unterzogen und fehlt auch noch einige Zeit. Yann Majunke steht vor einem Eingriff an beiden Knien und Kornej Tjart hat schon länger Schulterprobleme. So fehlen uns gleich vier Rückraumspieler.“ So war TVK-Trainer Jochen Werling in der Saisonvorbereitung stark eingeschränkt, zumal der eine oder andere Spieler in der Urlaubszeit fehlte. Immerhin konnte man planmäßig Anfang Juli mit Aufhebung der Kontaktsperre in die Vorbereitung starten.

Die prekäre Personalsituation, insbesondere im Rückraum, zwang den Knielinger Kaderverantwortlichen und Co-Trainer Marco Hägele zum Handeln. Er reaktivierte Benny Borrmann bereits Anfang August, der bereits seine Handballschuhe an den Nagel gehängt hatte. Ebenso überzeugten die Knielinger den Halbrechten Robin Hörsting (SV Leonberg/Eltingen) von einem Engagement im Karlsruher Westen. Für die Außenbahn und die Mittelposition ist nun auch Felix Erdmann (HSG Pohlheim) an Bord. Aus beruflichen Gründen steht Benjamin Sartorius nicht immer zur Verfügung und Marco Hägele musste auch für die Torhüterposition aktiv werden. Hier gelang es Lucas Zanki von den Junglöwen nach Knielingen zu lotsen. 

Den vier Zugängen stehen mit Sven Walter (TSV Viernheim), Pascal Montag (berufsbedingte Handballpause) und Robin Hildenbrand (TSV Rintheim) drei Abgänge gegenüber, die man leider durch die Corona-Situation nicht angemessen verabschieden konnte. „Ein großes Dankeschön geht an die drei Spieler. Wir wünsche Ihnen alles Gute für ihre sportliche und berufliche Zukunft.“, sagt TVK-Pressesprecher Thomas Holstein anerkennend.

„Die gute Vorrunde der letzten Saison soll für uns keine Hypothek sein. Da hatten wir einen Lauf und die entsprechende Anzahl an Akteuren zur Verfügung. Nun ist die Personaldecke viel dünner.“, beschreibt Jochen Werling seine Gedanken knapp eine Woche vor dem Saisonstart und fügt hinzu: „Durch die vielen Verletzungen habe ich viel weniger Feldspieler zur Verfügung und sie werden alle jeweils mehr Spielzeit bekommen. Für den Einzelnen wird natürlich auch die Belastung in einer langen Saison höher sein. Der Trainingsumfang und die Anzahl der teilnehmenden Spieler am Trainingsbetrieb konnten in der Vorbereitung nicht optimal sein und die Situation war für mich schon unbefriedigend. Zudem hat Sven Walter auf der Mitte eine große Lücke hinterlassen, die es zu kompensieren gilt. Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass zu Rundenbeginn noch nicht alles rund läuft, auch wenn einige Trainingsspiele teilweise über unseren Erwartungen verliefen.“ 

Jochen Werling nimmt aber auch Positives aus den letzten Wochen: „Zuversichtlich stimmt mich die Einstellung der Mannschaft. Sie hat bei den Testspielen bereits gezeigt, dass sie eine geringere Spieleranzahl kompensieren kann.“ Zum Thema Saisonziel äußert er sich vorsichtig: „Mit einer Prognose tut man sich aufgrund der Personalsituation schwer. Da muss man hinter der Erwartungshaltung zunächst mal einige Fragezeichen setzen. Das wird für uns um einiges schwerer als im letzen Jahr. Wir müssen schauen, dass wir uns schnell von unten absetzen. Dann sind wir schon alle zufrieden. Wenn es dann besser läuft, hab ich natürlich auch nichts dagegen.“