TSG Plankstadt : SG Stutensee-Weingarten 25:30 (12:14)

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TSG Plankstadt : SG Stutensee-Weingarten  25:30 (12:14)

Beim Aufeinandertreffen der beiden letztjährigen Aufsteiger zeigte sich bereits zu Beginn, dass beide Mannschaften wussten, um was es geht. Es entwickelte sich von Anfang an das, was man in Handballerkreisen gemeinhin als Kampfspiel bezeichnet. Wenn auch am Ende 14 Zeitstrafen und 3 Disqualifikationen, davon 2 mit Bericht, vom  Schiedsrichterteam Reif und Scherer aus Malschenberg verhängt wurden, gilt es dennoch festzuhalten, dass trotz allem keineswegs von einer überharten Begegnung gesprochen werden kann. Beide Teams begannen sehr nervös, im Angriff lief wenig zusammen. Nach 10 Minuten stand es 2:2,  wovon 3 Tore per 7m erzielt wurden. Nach dem ersten Feldtor der Gastgeber zum 3:2 kam erstmals Raphael Blum für die SG aufs Feld, der sofort zeigte, dass er für sein Team in Angriff und Abwehr eine große Verstärkung ist und die Variationsmöglichkeiten von Trainer Bechtler im Rückraum deutlich erweitert. Bevor sich Plankstadt auf die neue Situation einstellen konnte, hatte Raphael Blum bereits 4 Tore erzielt, der Gast führte nach 18 Minuten 8:6. Die Heimmannschaft griff daraufhin zur Manndeckung, die aber ohne Wirkung blieb. Max Weickum und Kornej Tjart stießen immer wieder in die Lücken, sodass beim 14:12 zur Pause der Zweitorevorsprung noch bestand. Als nach Wiederanpfiff Plankstadt auf 13:14 herankam, gab es beim Anhang der Gäste erste Bedenken, ob wie bei den letzten Auswärtsspielen erneut in der zweiten Halbzeit ein Einbruch erfolgen würde. Dieses Mal stand die SG aber stabiler. Kevin Senn übernahm das Kommando und erzielte in dieser kritischen Phase Tor auf Tor. Plankstadt, das eine doppelte Manndeckung für Senn und Blum praktizierte, kämpfte verbissen um den Anschluss. Nach 39 Minuten stand es 17:18, das Spiel war immer noch offen. Durch das offenere Deckungssystem der Gastgeber entstanden Lücken am Kreis.  Es war somit ein Glücksfall, dass Trainer Bechtler in diesem Spiel auf Routinier Björn Heiß zurückgreifen konnte, der aufgrund der angespannten Personalsituation erstmals in dieser Runde aushalf. Mit seinen 4 Toren in Folge konnte sich die SG zwischen der 49. und 53. Minute letztendlich spielentscheidend von 22:24 auf 22:28 absetzen. Als Kornej Tjart in der 56. Minute zum 29:23 einnetzte, schien die Messe endgültig gelesen und keiner der Zuschauer hätte vorhergesagt, was sich in den restlichen knapp 5 Spielminuten ereignen sollte. Beim Anschlusstor von Plankstadt zum 24:29 nach 56:08 wurde Torwart Boudgoust wegen eines Kontakts zum Schützen mit Bericht disqualifiziert, eine aus Sicht der SG überzogene Maßnahme. Nach einem schnellen weiteren Tor der Gastgeber, verbunden mit einer weiteren Zeitstrafe für die Gäste, witterte Plankstadt bei einer 6:4 Überzahl und verbleibenden 3 Spielminuten doch noch eine Chance für einen Punktgewinn. Die Heimmannschaft musste dann aber selbst eine Zeitstrafe hinnehmen und konnte nicht verhindern, dass Kevin Senn nach 57:41 mit seinem 9. Tor den Deckel zumachte. Senn musste dieses Tor aber teuer bezahlen. Er wurde im Gesicht getroffen, das Spiel musste wegen der Behandlung mehrere Minuten unterbrochen werden. Vor der Wiederaufnahme des Spiels musste Plankstadt noch eine Disqualifikation mit Bericht und die SG eine Hinausstellung hinnehmen. Nach dem Wiederanpfiff mit 3 Feldspielern bei der SG und 4 bei der TSG einigten sich die von der Situation sichtlich beeindruckten Teams ohne vorherige Absprache auf einen Nichtangriffspakt. Mit dieser fairen Geste kam das Spiel dann doch noch zu einem vernünftigen Schluss. Mit den ersten wichtigen Auswärtspunkten im Gepäck und einer kämpferisch erstklassigen Gesamtleistung des gesamten Teams könnte man unter normalen Umständen das Resumee ziehen: „Plankstadt war erneut eine Reise wert!“. Wegen Kevin Senns Verletzung und mit der Aussicht, beim nächsten wichtigen Heimspiel im Karlsruher Lokalderby gegen Eggenstein auf zwei so wichtige Spieler wie Bastian Boudgoust und Kevin Senn verzichten zu müssen, hat der Sieg leider einen bitteren Nachgeschmack. Die SG wünscht ihrem Kevin, der nach dem Spiel ins Krankenhaus musste, dass die Gesichtsverletzung doch nicht so schlimm ist und er seinem Team bald wieder zur Verfügung steht.

 

Tore  SG:   Senn 9/1, Heiß 7, Tjart 5, Blum 5/1, Weickum 2, Meinzer 2

TSG:  Schöffel 7, Denne 5/5, Maier 3, D. Bastel 3,Kemptner 2, Stadler 2, Skade 1, J. Bastel 1, Großhans 1