Junglöwen erringen zum Saisonstart ein Unentschieden

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„Aller Anfang ist schwer“ – das musste das junge Team der Rhein-Neckar Löwen II am ersten Spieltag der neuen Saison in der Dritten Liga Süd schmerzlich erfahren. Gegen den Aufsteiger TSV Neuhausen/Filder reichte es nach spannenden sechzig Minuten zu einem 31:31 Unentschieden. Im anschließenden Trainergespräch waren denn auch die Trainer André Bechtold und Rolf Bader mit dem Ausgang des Spieles zufrieden.

Der Neuling aus der Filderstadt zeigte sich von der ersten Minute an sehr motiviert und drückte gleich auf das Tempo. Allerdings hatten auch die Junglöwen sich vorgenommen den ersten Spieltag in der neuen Saison gerade zuhause siegreich gestalten zu wollen. Sie waren von Trainer Bechtold und seinem Partner Michel Abt sehr gut auf den Gegner eingestellt worden und zeigten sich vor allem in der Abwehr sehr aufmerksam. Da Torhüter Lukas Bauer ebenfalls vom Beginn an sehr konzentriert seine Vorderleute unterstützte, wurde es für die Württemberger immer schwieriger zu Torerfolgen zu kommen. Die Gelbhemden setzten nach Ballgewinnen in der eigenen Deckung Nadelstiche über die schnellen Gegenstöße ihrer schnellen Außen Leon Bolius und Tim Ganz. Nach knapp einem Viertel der Spielzeit vergab der beste Werfer der Gäste, Hannes Grundler, einen Siebenmeter und der Torhüter der Hausherren schickte wieder einmal seinen Rechtsaußen ganz auf die Reise, der den Vorsprung zum ersten Mal auf zwei Tore ausbaute. Angeführt von Spielmacher Rico Keller nutzte der Nachwuchs des Deutschen Meisters die kurze Verwirrung bei den Gästen und zog auf 12:7 davon. Trainer Bechtold beklagte später dann, dass seine Jungs die sich bietenden Möglichkeiten nicht für sich verwenden konnten, um sich weiter abzusetzen. Neuhausen bestrafte dagegen die kleinen Fehler der Gastgeber und kamen so in die Partie zurück. Bis zum Pausenstand von 15:13 blieb der Neuling mit den Junglöwen Tuchfühlung.

Nach dem Wiederanpfiff kamen die Kraichgauer hellwach aus der Kabine und hielten in der Anfangsphase der zweiten Hälfte das Tempo enorm hoch. Innerhalb von vier Minuten zogen die Gelbhemden auf 19:14 davon. Aber wie schon in der ersten Hälfte waren es technische Fehler und kleine Unachtsamkeiten in der Deckung, die die Bader Schützlinge zurückbrachten. Beim Stand von 19:18 zückte Trainer Bechtold den grünen Karton und stellte sein Team neu ein, allerdings ohne Erfolg. Die Filderstädter hatten jetzt Morgenluft gewittert und drückten nun ihrerseits auf das Tempo. Während Rückraumstratege Maximilian Trost zum zweiten Mal auf die Strafbank musste, gelang dem TSV durch Luis Sommer die erste Führung in der zweiten Halbzeit zum 21:22. Im folgenden Abschnitt entwickelte sich eine Auseinandersetzung auf Augenhöhe, in der sich die Junglöwen durch ihren heervorragenden Siegeswillen die Führung zurückholten. Die Badener wurden etwa zehn Minuten vor dem Ende jäh in ihren Bemühungen gebremst, die ersten beiden Punkte auf der Habenseite verbuchen zu können. Kurz hintereinander schickten die schwachen Schiedsrichter Lars Röller und zum dritten Mal Max Trost auf die Strafbank. Der starke Rechtshänder fehlte den Gelbhemden in der Schlussphase doch merklich. Die Bader Truppe nutzte die doppelte Überzahl sofort aus und zog auf 27:30 davon und schien damit eine Vorentscheidung erreicht zu haben. Die Junglöwen gaben sich aber nicht geschlagen. Trainer Bechtold nahm die letzte Auszeit und weckte mit seiner Ansprache noch einmal den Kampfgeist seiner Jungs. Mit einer Energieleistung führte Rico Keller seine Kameraden zurück in die Begegnung. Sebastian Trost hämmerte kurz danach die Harzkugel in den Winkel und gab den Startschuss zur Aufholjagd. Zweieinhalb Minuten vor dem Abpfiff glich Keller zum 30:30 aus. Die Badener überstanden den nächsten Angriff der Gäste und hatten eine Minute vor dem Ende selbst noch einmal die Möglichkeit die Partie zu ihren Gunsten zu drehen. Linkshänder Luca Braun, der zu den Jüngsten im Team gehört, fasste sich ein Herz und versenkte den Ball hinter Gästetorhüter Sebastian Arnold zur 31:30 Führung. Grundler, der mit elf Treffern an diesem Abend der beste Werfer war, markierte Sekunden vor dem Abpfiff doch noch für den Ausgleich.

Über die schnelle Mitte brachte Bauer den Ball in den Angriff, der aber durch ein taktisches Foul vom Neuhausener Sommer gestoppt wurde, der dafür zwei Sekunden vor dem Ende eine Zeitstrafe erhielt. Zur Verwunderung Aller verweigerten die Schiedsrichter weitere Konsequenzen und verhängten nur einen direkten Freiwurf, mit dem Sebastian Trost allerdings am Torhüter der Gäste scheiterte.

Die beiden Trainer der Junglöwen waren sich einig, dass ihr Team zweimal die Möglichkeit hatte, den Vorsprung weiter auszubauen und damit einen doppelten Punktgewinn hätte erreichen können. Die positive Einstellung der Mannschaft lässt den Schluss zu, dass sie aus ihren Fehlern lernen wird und schon am nächsten Spieltag in Haßloch diese Fehler vermeiden wird.