Bittere Lehrstunde: HSG Konstanz in zweiter Halbzeit chancenlos beim Spitzenreiter

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SG Leutershausen – HSG Konstanz 30:18 (14:10)

HSG Konstanz bricht in zweiter Halbzeit ein.

Leutershausen befreit sich aus Negativlauf und atmet auf.

Von Andreas Joas

E59T4176Zu rechnen war angesichts großer Verletzungssorgen bei der HSG Konstanz nicht unbedingt mit der großen Überraschung durch die HSG beim Spitzenreiter SG Leutershausen, doch am Ende überraschte das Ergebnis doch. Eine starke SGL, die nun ganz dicht vor der Drittliga-Meisterschaft steht, erteilte dem jungen HSG-Team nach einer relativ ausgeglichenen ersten Halbzeit im zweiten Durchgang eine bittere Lehrstunde und demontierte die Gäste mit 30:18 (14:10).

Nicht wirklich gut ging es gleich zu Beginn für die ohne vier Leistungsträger wie den am vergangenen Montag an der Leiste operierten und für den Rest der Saison ausfallenden Mathias Riedel und die nach wie vor verletzten Matthias Faißt, Matthias Stocker und Paul Kaletsch angetretenen Gäste aus Konstanz beim in dieser Saison zu Hause erst einmal geschlagenen Spitzenreiter los. Nicht nur, dass die Gäste in den ersten elf Minuten zweimal vom Siebenmeterpunkt scheiterten, sondern nach der 1:0-Führung durch Kai Mittendorf war nur noch ein Team erfolgreich: die SG Leutershausen. Der ehemalige Erstligist drehte in Person von Pascal Durak nun auf, nachdem die Konstanter Deckung in den ersten fünf Minuten nicht zu überwinden war. Alleinunterhalter in dieser Phase war der stark aufspielende Durak, der alle fünf Treffer für die gastgebenden „Roten Teufel“ markierte – davon im Gegensatz zur HSG zwei erfolgreich verwandelte Siebenmeter.

Die junge Konstanzer Mannschaft, die mit acht Spielern aus dem Südbadenliga-Meisterteam angetreten war, fand aber zunehmend besser in die Partie, verkürzte auf 4:6 (14.) und blieb auf Tuchfühlung zu Leutershausen (8:11, 25.). „Es ist uns gelungen, eine ganz gute Abwehr zu stellen und auch im Angriff ganz ordentlich zu spielen“, zeigte sich HSG-Cheftrainer Daniel Eblen ganz zufrieden mit der ersten Hälfte der ersten Halbzeit. Doch dann häuften sich die technischen Fehler und unvorbereiteten Torabschlüsse seiner Mannschaft, „ein gefundenes Fressen für den starken Alexander Hübe“, so Daniel Eblen. Der SGL-Schlussmann nutzte die sich bietenden Gelegenheiten für blitzschnelle Tempogenstöße, die der HSG Konstanz richtig wehtaten. Trotzdem blieb Konstanz nach dem 5:9 (16.) dran und konnte den Abstand bis zur Pause konstant halten (10:14).

Doch es sollte noch eine rabenschwarze zweite Halbzeit auf den HSG-Coach warten. Nur noch der erste Treffer im zweiten Durchgang gelang der HSG zum 11:14, dann erteilte der zuletzt mit drei Niederlagen in Folge etwas schwächelnde Ligaprimus den Gästen eine bittere Lehrstunde. Geschlagene dreizehn Minuten ohne Treffer der HSG vergingen, bevor Michael Oehler sein Team mit dem zwölften Treffer für seine Farben erlöste. Das Problem: Leutershausen befand sich längst im Torrausch, hatte sieben Treffer in dieser Zeit erzielt und sich schon jetzt vorentscheidend auf 21:12 (45.) abgesetzt. Daniel Eblen bemängelte vor allem die Ideenlosigkeit im eigenen Offensivspiel: „Wir haben ganz wenige Situationen gefunden, um konzentriert und gut zum Abschluss zu kommen.“ Dazu musste er mitansehen, wie auch die Abwehr in immer größere Bedrängnis kam und vor allem der Innenblock den SGL-Offensivkräften zu viele Räume ließ und zunehmend überwunden wurde.

„Bei der Pressekonferenz war die Erleichterung über den durchbrochenen Negativlauf der letzten Wochen auf Leutershausener Seite spürbar. Man hat gemerkt, dass sie diesen Sieg unbedingt wollten. Wir haben uns nicht clever angestellt und haben dann den Kopf hängen und den Glauben an die eigene Stärke vermissen lassen. Dann geht das hier ganz schnell“, war Daniel Eblen die Enttäuschung über eine schwache zweite Halbzeit deutlich anzumerken. Zehn Minuten vor dem Ende hatte sich der Tabellenführer sogar eine Zwölf-Tore-Führung erarbeitet (26:14), die bis zum erlösenden Schlusspfiff für die Konstanzer bestand hatte.

Nach zuletzt fünf Siegen in den letzten sechs Spielen wartet die HSG Konstanz damit weiter seit März 2010 auf einen Erfolg gegen die SG Leutershausen und bleibt seit April 2003 in der Heinrich-Beck-Sporthalle, damals noch in der 2. Bundesliga, weiter sieglos. Am kommenden Samstag wartet bei der viertplatzierten SG Kronau/Östringen II eine ähnliche schwere Auswärtsaufgabe auf die HSG Konstanz. Dann soll die positive Überraschung im zweiten Anlauf gelingen.

HSG Konstanz: Maximilian Wolf, Maximilian Folchert (Tor); Luis Weber, Fabian Schlaich (2), Benjamin Schweda, Sebastian Groh, Marc Hafner (2/1), Kai Mittendorf (4), Simon Flockerzie, Luis Pfliehinger, Michael Oehler (2), Felix Krüger (3), Alexander Lauber, Stefan Bruderhofer (5).

Zuschauer: 420

Weitere Informationen unter:

www.hsgkonstanz.de