BaWü-Derby wird in der HBL zum Spitzenspiel

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Karlsruhe (esch). Nach der Länderspielpause rückt der Ligaalltag wieder in den Fokus der Spieler und Fans. Die Mannheimer SAP-Arena steht dabei im Blickpunkt, denn dort empfangen die Rhein-Neckar-Löwen als augenblicklicher Tabellenführer den noch ungeschlagenen Tabellenzweiten Frischauf Göppingen. In dieser Begegnung steckt noch mehr Brisanz, treffen doch die Badener Löwen auf das Traditionsteam aus Schwaben, ein Derby der besonderen Art.
Göppingen blickt auf zwei wenig erfolgreiche Runden zurück und scheint diese nun überwunden zu haben. Mit Magnus Andersson übernahm ein Trainer das Zepter bei den Grünen, der sich in der Handballwelt als Spieler und Trainer einen Namen gemacht. Als Aktiver gewann er zwei Weltmeister- und drei Europameisterschaften, sowie dreimal die Silbermedaille bei Olympischen Spielen. Nach seiner aktiven Laufbahn wurde Andersson als Trainer in Schweden und Dänemark tätig. Mit dem FC Kopenhagen gewann er je einmal Meisterschaft und Pokal. Für ein Jahr war er Nationaltrainer Österreichs. Die letzten drei Jahre war er in seiner Heimat tätig. Der Schwede hat den Schwaben die Siegermentalität wieder vermittelt und die Spieler setzen dies im Augenblick sehr erfolgreich auf dem Parkett um. Mit dem Trainer kamen drei Neuzugänge ins Hohenstaufenland, die einen zusätzlichen Schwung in das Team brachten. Vor allem der französische Linkshänder Kévynn Nyakos erwies sich im rechten Rückraum bislang als Volltreffer. Dass Zarko Sesum, der von den Rhein-Neckar-Löwen ins Schwabenland wechselte, alle Positionen im Rückraum beherrschen kann, ist den Handballfans bekannt. Der Serbe ist außerdem ein exzellenter Deckungsspieler und hat das in den ersten Spielen der Göppinger unter Beweis gestellt. Der dritte Neuzugang kommt aus dem Heimatland des Trainers. Der 24jährige Linkshänder verstärkt die rechte Außenbahn und kam in den ersten Begegnungen auf sechs Treffer. Obwohl der starke Schütze Rnic Richtung Melsungen abwanderte, war es gerade der Rückraum, der in den ersten Partien der neuen Runde etwa die Hälfte aller Tore für Frischauf! beisteuerte.
Allerdings haben die Schwaben vor der Begegnung gegen den deutschen Vizemeister Probleme im Rückraum. Laut ihrer Homepage wurde bei Kevynn Nyokas ein Kapselriss diagnostiziert, Felix Lobedank plagen Achillessehnenbeschwerden und Tim Kneule kam Schulterproblemen von den Länderspielen zurück. Linksaußen Dragos Oprea konnte wegen eines Muskelfaserrisses ebenfalls nicht trainieren. Trainer Andersson ist also vor dem Spitzenspiel gegen die Löwen nicht zu beneiden. Seine Mannschaft hat bisher einen gefestigten Eindruck hinterlassen und hat vor allem gegen den SC Magdeburg und die Füchse Berlin überzeugt. Inzwischen steht Michael Kraus der Mannschaft wieder zur Verfügung. Er also zur richtigen Zeit bereit, wenn Kneule ausfallen sollte.
Die Löwen verloren ihre letzte Partie beim Bergischen HC und werden sicherlich auf Wiedergutmachung aus sein. Spielmacher Andy Schmid und die beiden deutschen Nationalspieler Uwe Gensheimer und Patrick Groetzki kehrten unverletzt vom Länderspieleinsatz zurück. Trainer Jacobsen hat sich mit dem restlichen Kader intensiv auf das Derby vorbereitet. An den letzten beiden Tagen konnte die Mannschaft dann wiedeer komplett trainieren.
Bleibt nur zu hoffen, dass die Begegnung zwischen den beiden baden-württembergischen Spitzenteams auch den entsprechenden Zuschauzuspruch erhalten wird. Das Derby wird um 19.00 Uhr in der SAP-Arena angepfiffen.