Die Rückkehr von Uwe Gensheimer ist ein positives Signal für die Bundesliga

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Handball-Baden hat bei der Pressekonferenz auch die Gelegenheit genutzt mit Jennifer Kettemann und Uli Roth, der nicht nur Berater von Uwe Gensheimer ist, sondern auch bei der SG Leutershausen sich täglich mit den Belangen des Handballs auseinandersetzt, über die Veränderungen in dieser Sportart zu reden. In Deutschland konnte man während der Heim-WM den Eindruck gewinnen, dass die deutsche Nationalmannschaft einen Boom ausgelöst hat.

Uli Roth verfolgt aufmerksam die PK zu Gensheimer Rückkehr

Uli Roth bestätigt diesen Eindruck: „Wenn in Deutschland ein Boom, eine Bewegung ausgelöst wird, dann in erster Linie durch die Nationalmannschaft. Sie kann durch ihre Leistung und ihr Auftreten bewirken, dass wieder mehr Jugendliche in die Vereine kommen, dass mehr Erwachsene als Mitglieder eintreten. Über die Nationalmannschaft kann man Sponsoren für diese Sportart gewinnen, sodass es auch den kleinen Vereinen möglich wird, die Sponsoren besser ansprechen zu können. Am Ende ist aber wichtig, dass ein Star zum Anfassen da ist, der bodenständig in der Region lebt. Er muss seine Natürlichkeit bewahren. Die Leute kommen um seine spektakuläre Spielweise zu sehen, was vor allem auch die Kinder sehen wollen. Gerade deshalb ist Uwe Gensheimer der beliebteste Spieler in der Nationalmannschaft. Seine Rückkehr ist für die Liga und den Handball ein positives Signal.“

 

Der frühere Nationalspieler, der mit der deutschen Nationalmannschaft 1984 bei den Olympischen Spielen die Silbermedaille gewann, ergänzte seine Ausführungen: „Gewiss haben wir auch in den Vereinen immer wieder Ereignisse oder Teams, die einen Boom auslösen, die sich aber meistens auf eine Region beschränken und nicht die Ausmaße wie im Fußball annehmen.“

Jennifer Kettemann mit dem Rückkehrer Gensheimer und Oliver Roggisch

Die Geschäftsführerin der Löwen, Jennifer Kettemann sieht durch die Begeisterung, die durch das Auftreten der deutschen Handballer eingeleitet wurde, nun die Verbände und die Vereine in der Pflicht: „Nach der WM ist es einfach die Aufgabe dieser Einrichtungen, diese Euphorie mitzunehmen und nachhaltig den Handball nach vorne zu bringen. Aber wir haben jetzt schon gemerkt, dass die Zugriffszahlen auf den sozialen Netzwerken angestiegen sind, dass der Verkauf der Tickets gesteigert wurde und dass noch mehr Menschen auf den Handball aufmerksam werden als vorher.“ Da die Löwen im Aufbau des Kinder- und Jugendhandballs anders aufgebaut sind als die meisten Vereine, spüren sie die Auswirkungen dieser Euphorie nicht direkt. „Ab einer gewissen Altersstufe steht bei uns der Leistungssport im Vordergrund und da liegen die Interessen anders. Aber wir haben in der Region ein gutes Netzwerk mit verschiedenen Vereinen, die dann gefragt sind, die interessierten Kinder aufzunehmen. Wir haben ja mit unserer Löwen-Safari in den Schulen schon Erfahrungen gesammelt, wo die Vereine dann zusätzliche Trainingsgruppen einrichten mussten, um zusätzliche Anfänger aufzufangen,“ beschrieb Frau Kettemann die Situation bei ihrem Verein.

 

Die Antwort auf die Frage wie sich die Rückkehr von Uwe Gensheimer auf die Region auswirken wird, fiel von beiden einstimmig aus.

Die Geschäftsführerin der Löwen ist überzeugt, dass die Rückholaktion den zweifachen Deutschen Meister zusätzlich nach vorne bringen wird: „Ich denke, dass Uwe den Löwen noch einmal zusätzlich hilft. Er ist das Aushängeschild für unsere Sportart. Er wird zusätzlich Leute in die Hallen locken, nicht nur in die SAP-Arena. Uwe ist ein Vorbild für Groß und Klein. Selbst die Kinder wird er für unseren Sport begeistern.

 

Insgesamt können wir auf unsere Handballer sehr stolz sein, die sehr Fan nah sind. Ich bin froh mit ihnen zusammenarbeiten zu dürfen.“

 

Als Berater des Kapitäns der deutschen Nationalmannschaft konnte Uli Roth die Entwicklung seines Schützlings viel mehr verfolgen als jeder andere: „Eins ist klar, Uwe Gensheimer hat sich in Paris als Star entwickelt, was sich in der Heim-WM auch stark gezeigt hat. Manchmal muss man von zuhause raus, um als Star auch wahrgenommen zu werden. Er hat sich in einer Startruppe durchgesetzt, hat immer seine Leistung abgerufen und hat sich stetig weiterentwickelt. Dass er nun wieder hier ist, wird unserer Bundesliga guttun. Die Fans werden auch wegen ihm in die Hallen kommen. Uwe ist einfach als echter Mannheimer Bub eine Identifikationsfigur und in der kommenden Saison wird er bei uns einen Hype auslösen. Dies ist für die ganze Bundesliga ein positives Signal, dass im Moment die Stars nicht nur wegrennen, sondern auch wieder zurückkommen.“

 

Wenn man Uwe Gensheimer während der Pressekonferenz beobachtet hat, musste man Uli Roth beipflichten: Uwe hat trotz allem Starrummel seine Natürlichkeit behalten. Bleibt zu hoffen, dass er von schweren Verletzungen verschont bleibt, um seinen Anhängern noch viele Jahre die Schönheit dieser Sportart präsentieren zu können.