Löwen landen einen Pflichtsieg

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Mannheim /Karlsruhe (esch)  Die Meisterschaft in der DKB Handball-Bundesliga spitzt sich inzwischen wie in der vergangenen Runde auf einen Zweikampf zwischen dem Meister THW Kiel und dem Vize Rhein-Neckar Löwen zu. Beide Teams gewannen am Mittwochabend ihre Partien des 25. Spieltages und weisen weiterhin sechs Minuspunkte auf. Mitkonkurrent SG Flensburg-Handewitt gab dagegen beim HC Erlangen einen Punkt ab und liegt nun schon sieben Zähler hinter den beiden Titelspiranten.
Nach der bitteren Niederlage im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League gegen den ungarischen Vizemeister Pick Szeged wollten die Schützlinge von Trainer Nicolaj Jacobsen Selbstvertrauen für das Rückspiel am kommenden Sonntag tanken. Aber das gelang gegen den Tabellensiebzehnten nur Phasenweise. Wieder mit Gedeon Guardiola boten die Gelbhemden eine Partie mit Höhen und Tiefen, feierten aber mit dem 28:23 Pflichtsieg wenigstens den Gewinn von zwei Punkten.
Die Badener starteten sehr konzentriert in die Auseinandersetzung mit den Ostwestfalen, die Mitten im Abstiegskampf stehen. Nach einer ersten Parade von Niklas Landin zog der spanische Abwehrstratege zu einem schnellen Konter davon scheiterte aber an Jens Vortmann. Guardiola brachte den Abpraller doch im Gästetor unter: Führung für die Löwen. Nach der nächsten Parade von Landin erhöhte Alexander Petersson auf 2:0. Bis zur sechsten Minuten bauten Patrick Groetzki (2x), Kim Ekdahl du Rietz und wieder Petersson den Vorsprung auf 6:2 aus und Gästetrainer Frank Carstens nahm die erste Auszeit. Diese Unterbrechung raubte den Löwen den Schwung aus der Anfangsphase und es schlichen sich plötzlich Fehler sowohl im Angriff als auch in der Abwehr ein, so dass die Weißhemden in der 13. Minute durch ihren gefährlichen Rückraumschützen Arne Niemeyer ausgleichen konnten. Nicolaj Jacobsen zückte den grünen Karton und gab neue Order aus. Die Gäste ließen sich zunächst nicht abschütteln, sondern hielten bis zum 9:9 immer dagegen. Petersson sorgte mit zwei schnellen Gegenstößen dafür, dass seine Mannschaft abermals mit zwei Toren in Front zog. Obwohl Landin in der Schlussphase der ersten Hälfte mehrfach mit schnellen Reaktionen zur Stelle war, blieben die Ostwestfalen mit durchdachten Aktionen immer gefährlich. Zur Pause führten die Löwen daher nur 14:12 und die Fans hofften auf eine Steigerung in Hälfte zwei.

Nach dem Wechsel startete der Vizemeister ebenso fulminant wie zu Beginn der Partie. Kapitän Uwe Gensheimer, der in der ersten Halbzeit geschont worden war, führte sich mit zwei Toren blendend ein. Die Badener verbauten mit einer konsequenten 6:0 Deckung um den Strategen Guardiola den Gästen den Weg zum Tor. Dahinter stand ein reaktionsschneller Landin, der die gehaltenen Bälle schnell in den Angriff brachte. Innerhalb von fünf Minuten enteilten die Gelbhemden auf 19:13 und schufen eine kleine Vorentscheidung. Der Vorsprung schien das Team aber nicht zu beflügeln, denn es tauchten wie im ersten Durchgang einige Unkonzentriertheiten auf, so dass sich die Ostwestfalen auf 20:16 nähern konnten. Im folgenden Abschnitt blieben weitere Torerfolge aus, zum einen weil Torhüter Vortmann erneut seine Qualitäten unter Beweis stellte und zum anderen weil die Löwen die erarbeiteten Chancen nicht verwerteten. Harald Reinkind und Groetzki markierten die Treffer 21 und 22 und zwangen Carstens zur nächsten Auszeit. Wie schon in Hälfte eins brachte dies keine Veränderung in den Aktionen seiner Jungs. Die Hausherren blieben dank Bjarte Myrhol mit sechs Toren vorne. In der 49. Minute scheiterte Gensheimer mit einem Siebenmeter am eingewechselten Gerrie Eijlers und ermunterte die Gäste zu frechen Angriffen. Angetrieben von Spielmacher Dalibor Doder rückten die Ostwestfalen den Löwen 23:21 auf den Pelz. Myrhol und zweimal Groetzki stoppten den Lauf der Carstens Schützlinge und schufen sieben Minuten vor dem Ende erneut ein Polster von fünf Treffern. Diesen Vorsprung ließen sich Gensheimer und seine Kameraden nicht mehr entreißen und sicherten sich den 28:23 Erfolg.
„Es war nicht immer schön anzuschauen. Wir wollten uns ein bisschen Selbstvertrauen holen, aber viel konnten wir uns nicht holen. Trotzdem bin ich guter Dinge, dass die Mannschaft am Sonntag ein gutes Spiel zeigt“, sagte Löwen-Geschäftsführer Lars Lamadé auf der Pressekonferenz. Trainer Nikolaj Jacobsen fügte hinzu: „Wir müssen uns steigern, wenn wir in Ungarn eine Chance haben wollen. Was mich zuversichtlich stimmt, ist, dass wir in den Phasen, in denen wir gut spielen mussten, die Tore reingemacht haben, das zeigt auch unsere Klasse.“

Für die Löwen spielten: Niklas Landin, Bastian Rutschmann – Andy Schmid (1), Uwe Gensheimer (5/1), Stefan Kneer, Stefan Sigurmannsson (1), Bjarte Myrhol (3), Mads Mensah Larsen (2), Harald Reinkind (2), Gedeon Guardiola (3), Marius Steinhauser, Patrick Groetzki (5), Kim Ekdahl du Rietz (2), Alexander Petersson (4), David Ganshorn

Für Minden spielten: Jens Vortmann, Gerrie Eijlers (für einen Siebenmeter) – Florian Freitag, Moritz Schäpsmeier (7), Miladin Kozlina (1), Christoffer Rambo (1), Magnus Jernemyr, Arne Niemeyer (2), Aljoscha Schmidt (5/1), Aleksandar Svitlica (3), Marco Antonio Oneto Zugina (2), Dalibor Doder, Nenad Bilbija (2), Yves Kunkel, Nils Torbrügge