DKB HBL: Rhein-Neckar-Löwen bleiben weiterhin in der Erfolgsspur

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GorbokKarlsruhe (esch). Die Rhein-Neckar-Löwen setzten auch im zwölften Heimspiel der laufenden Runde ihre  Siegesserie fort und schickte den TSV Hannover-Burgdorf mit einer  derben 37:19 Klatsche auf den Heimweg. Vor der Begegnung gegen die Niedersachsen hatte Trainer Gudmundur Gudmundsson noch gewarnt, dass er ein enges Spiel erwarte und Hannover eigentlich immer ein unbequemer Gegner sei. Allerdings hat seine Mannschaft  vor allem in der ersten Hälfte eine Vorstellung geboten, die die 5.158 Zuschauer zu Begeisterungsstürmen veranlasste und eine erstaunliche 18:7 Führung zur Pause zur Folge hatte.

Vor Spielbeginn war klar, dass der isländische Coach der Löwen ein weiteres Mal auf seinen Kapitän Uwe Gensheimer verzichten muss, den immer noch seine Achillessehne plagt. Aber auch sein Gegenüber Christopher Nordmeyer musste Verletzungsprobleme seiner Akteure verkraften und notierte den Verlust von gleich vier Spielern.

KarasonIn der Anfangsphase hielt die Überraschungsmannschaft der vergangenen Saison noch ganz gut mit und ging gleich zweimal in Führung. Bei den Löwen war der spanische Weltmeister Gedeon Guardiola die herausragende Persönlichkeit, denn er stand in der Abwehr wie gewohnt sicher im Mittelblock und setzte dieses Mal auch Akzente nach vorne. An der 4:2 Führung der Hausherren war der Spanier mit zwei Treffern selbst beteiligt und lieferte Bjarte Myrhol die Vorlage zu seinem ersten Tor. Spätestens zu diesem Zeitpunkt lief der Angriffsmotor der Badener auf Touren und zwar auch, weil die Deckung wieder einmal begonnen hatte Beton anzurühren. Hinter einer kompakten und aggressiven Abwehr präsentierte sich Niklas Landin-Jacobsen in blendender Verfassung und brachte die gegnerischen Angreifer phasenweise zur Verzweiflung. In der 9. Minute wehrte der Däne einen Siebenmeter von Lars Lehnhoff ab und brachte den Ball schnell wieder in den Angriff. Nach wenigen Ballwechseln tankte sich Kim Ekdahl du Rietz durch und erhöhte auf 6:2.Gästetrainer Nordmeyer zückte zum ersten Mal den grünen Karton und nahm eine Auszeit.  Mit zwei weiteren schnellen Gegenstößen, an denen beide Male Landin-Jacobsen beteiligt war, nahm aber die Guardiola Show ihren Fortgang. Nach elf Minuten lag der Tabellenzweite 7:3 in Front nachdem Vasko Sevaljevic zwischenzeitlich durch einen Siebenmeter verkürzt hatte. Mit dem nächsten Tempogegenstoß war der Vertreter von Gensheimer, Stefan Sigurmannsson, zum 8:3 erfolgreich. Während einer kleinen Verschnaufpause der Löwen-Angreifer kamen die Niedersachsen zu zwei Treffer durch Lehnhoff und Nachwuchsmann Timo Kastening. Durch ihr hohes Tempo ließen die Badener die Gäste selten dazu kommen die Abwehr geordnet auf zu bauen, so dass weitere Treffer durch Sigurmannsson, Alexander Petersson und Ekdahl du Rietz die Folge waren. Mit der ersten Hälfte betrug der Vorsprung der Gastgeber schon fünf Tore und der Hunger der Löwen war noch nicht gestillt. Beim Stand von 12:5 für die Gelbhemden nahmen die Norddeutschen die zweite Auszeit und versuchten erneut ihr System zu ordnen. Abermals fruchtete die Maßnahme wenig, denn die Löwen ließen sich nicht von ihrer Marschroute abbringen. Die Gudmundsson Schützlinge verfolgten konsequent seine Anweisungen, brachten die Harzkugel nach erfolgreicher Abwehraktion blitzschnell in den Angriff und kamen so zu einfachen Toren. Ein Zuschauer meinte dazu: „So einfach kann Handball sein: Ball abwehren, vor werfen und versenken.“ Nach diesem System waren die Gastgeber in dieser Partie zweiundzwanzig Mal erfolgreich, was nach dem Spiel vor allem Trainer Gudmundsson sichtlich erfreut hatte. Patrick Groetzki und zum fünften Male Gedeon Guardiola erhöhten in der 22. Minute auf 14:5. Die Gelbhemden hätten sogar noch höher führen können, wenn sie ihre Chancen konsequenter genutzt hätten. Sie boten gerade in der ersten Halbzeit  aber einen Handball,  der die Zuschauer mehrmals zu stehenden Ovationen veranlasste.  Vor allem Landin-Jacobsen wurde lautstark von den Fans gefeiert, der mit sechszehn Paraden in den ersten dreißig Minuten den Beifall regelrecht heraus forderte. Nachdem der Däne den nächsten Siebenmeter abgewehrt hatte, erhöhten Groetzki und  Sergej Gorbok  zwischenzeitlich auf 16:5. Der Exlöwe Runar Karason markierte den nächsten Treffer für seine Farben und flog danach nach einer ungeschickten Abwehraktion für zwei Minuten vom Feld. Die Niedersachsen nahmen den Torhüter raus und brachten dafür einen Feldspieler. Bei dieser Gelegenheit stellte der dänische Weltklassemann im Gehäuse der Löwen seine Treffsicherheit unter Beweis, denn er blockte einen Wurfversuch des TSV und versenkte den Ball im leeren Tor des Gegners zum 17:6. Nach einem Gegentor durch Hannovers Kreisläufer Hykkerud setzte Myrhol noch den letzten Treffer zur 18:7 Pausenführung für seine Mannschaft.

PeterssonNach dem Wechsel wurde schnell klar, dass die Gäste mit einer veränderten Einstellung auf das Feld zurück kamen. Sie mühten sich zunächst in der Abwehr, die schnellen Gegenstöße besser anzunehmen und damit die Löwenwaffe etwas entschärft. Von vorne herein war den Fans auch bewusst, dass es schwer werden würde, die Leistung aus Hälfte eins zu wiederholen oder sogar noch zu steigern. Bis Mitte der zweiten Halbzeit gelang es den Niedersachsen, den Torvorsprung der Gelbhemden nicht mehr anwachsen zu lassen. In zwei Phasen verringerte der TSV den Rückstand auf neun Tore, kam jedoch nicht mehr weiter ran, weil in erster Linie Petersson  mit vier Toren dagegen hielt. In der zweiten Hälfte nahm Gudmundsson einige Akteure seiner Startsieben aus dem Spiel und ermöglichte so dem gesamten Kader mehr Einsatzzeiten. Im Gegensatz zur Partie gegen den SC Magdeburg funktionierte diese Maßnahme wesentlich besser. Sowohl in der Abwehr als auch im Angriff blieb der Schwung im Löwenspiel erhalten, so dass die Niedersachsen nicht weiter an Boden gut machen konnten.  Ab der 40. Minute stand Goran Stojanovic im Tor der Gastgeber und knüpfte nahtlos an die Leistung seines Kollegen an. In der 47. Minute war die Tordifferenz nach erfolgreichen Würfen von Spielmacher Andy Schmid von der Siebenmeterlinie und Raiko Prodanovic, nachdem kurz zuvor Stojanovic einen Siebenmeter von Lars Hoffmann entschärft hatte  und auch dessen Nachwurf abwehrte, auf dreizehn Zähler angewachsen. Ekdahl du Rietz legte noch einen nach, indem auch er die Kugel im leeren Tor der Gäste versenkte. Nach zwei Gegentore durch Alvaro Ferrer und Karason läutete Schmid mit seinem dritten Tor die Schlussphase ein, in der eigentlich nur noch die Badener den Ton angaben.  Die Norddeutschen erzielten in den letzten zwölf Minuten nur noch zwei Treffer durch ihren Youngster Hoffmann von der Siebenmetermarke. Gedeon und sein Bruder Issaias, der dreimal erfolgreich war, sowie Schmid mit Siebenmeter, Myrhol und ganz zum Schluss auch noch Zarko Sesum schraubten das Endergebnis auf 37:19.

Trainer Gudmundsson war mit seinen Schützlingen sehr zufrieden, vor allem natürlich weil in dieser Partie sein System bis zum Schlusspfiff wirksam blieb.

Für die Löwen spielten:  Niklas Landin-Jacobsen (1), Goran Stojanovic (ab. 40. Min)  –  Andy Schmid (4/1), Zarko Sesum (1), Issaias Guardiola (3), Nikola Manojlovic, Stefan Rafn Sigurmannsson (4), Sergey Gorbok (2), Raiko Prodanovic (1) Bjarte Myrhol (4), Patrick Groetzki (2), Gedeon Guardiola (5), Alexander Petersson (7), Kim Ekdahl du Rietz (3)

Für den TSV Burgdorf spielten:  Martin Ziemer, Nikolai Weber  –  Lars Hoffmann (2/2), Juan Andreu, Mait Patrail (3), Joakim Hykkerud (3), Lars Lehnhoff (5), Gustav Rydergard, Jonathan Semisch, Vasko Sevaljevic (2/1), Runar Karason (2), Alvaro Ferrer(1), Hendrik Pollex, Timo Kastening (1)