Handball-Badenliga: Der Primus verliert beim TV Knielingen mit 20:28-Toren

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HSV Hockenheim

Jetzt hat es auch den HSV erwischt

Der neunte Spieltag verlief für Spitzenteams der Handball-Badenliga sehr unglücklich. Während sich der hoch vorgewettete Zweite TSV Amicitia Viernheim dem Außenseiter SG Pforzheim-Eutingen II zu Hause deutlich mit 18:27-Toren geschlagen geben musste, verlor auch Spitzenreiter HSV Hockenheim  beim neuen Tabellenzweiten TV Knielingen ebenso glatt mit 20:28 (9:11)-Treffern, behauptete mit 16:2 Punkten aber  den Platz an der Sonne.

Die zuvor achtmal erfolgreichen Hockenheimer trafen in der Knielinger Reinhold-Crocoll-Halle auf einen bis unter die Fingerspitzen hoch motivierten Gastgeber, dessen Trainer Andrei Burlakin im anschließenden Pressegespräch unumwunden zugab, dass sein Team in diesem Jahr unbedingt den Aufstieg in die Oberliga schaffen will und sich deshalb gerade auf dieses Spiel besonders gut vorbereitet hat.

Ganz im Gegensatz zu den HSV-Akteuren, deren Vorbereitung alles andere als optimal verlief, denn sie mussten auf das so wichtige Abschlusstraining am Freitag verzichten, weil die heimische Jahnhalle anderweitig belegt war. „Das soll aber nicht als Entschuldigung gelten. Heute hatten sich die Knielinger optimal auf uns eingestellt und in der zweiten Halbzeit ihre Trümpfe ausgespielt. Bei uns hat es leider den einen oder anderen Ausfall gegeben…“, wollte Hockenheims Coach Haris Halilovic hernach gar nicht groß nach den Ursachen suchen.

Der HSV begann das Spitzenspiel gut, warf schon nach wenigen Sekunden das 1:0, das der Gastgeber aber postwendend durch den besten Spieler des Tages, Daniel Schunk, ausgleichen konnte. Auch danach lieferten sich beide Rivalen einen harten Fight auf Augenhöhe. Erst nach der 20. Minute zogen die Karlsruher Vorstädter auf 8:5 davon, der HSV hielt lange Zeit dagegen, spielte in dieser Phase aber unglücklich und verhinderte nach drei Pfosten- und Lattentreffern, dass er zur Pause nicht näher als auf 9:11 an die Gastgeber heran kommen konnte.

Zur Pause nahmen sich die Rennstädter viel vor: „Wir wollen unbedingt bis zur 45. Minute die Partie offen gestalten, den Gegner so unter Druck setzen“, gab Halilovic seinen Spielern  mit auf den Weg. Doch nach drei Minuten im zweiten Durchgang waren die guten Vorsätze über den Haufen geworfen. Knielingen nutzte gleich drei Hockenheimer Blackouts zur vorentscheidenden 14:9-Führung. Uns als dann auch noch Felix Kracht den Treffer zum 15:9 erzielt hatte, waren die Gästespieler bis aufs Mark getroffen. Dass es dieses Mal keine Aufholjagd – wie vor kurzem in Friedrichsfeld – geben würde, war jedem aus dem großen HSV-Fanblock wohl klar. Die Hockenheimer waren jetzt auf Schadensbegrenzung bemüht, scheiterten aber zu oft an Teufelskerl Florin Panazan im Knielinger Tor.  Lediglich Janis Wolf und in der zweiten Halbzeit Philippe Schinke konnten in diesem Spiel einigermaßen Normalform abrufen. Das war zu wenig, um den spielerisch an diesem Tag sehr starken Knielingern Paroli bieten zu können. „Das 20:28 geht in Ordnung. Das war einfach nicht unser Tag heute“, wollte Betreuer Hubert Renz die Stätte der Schmach ganz schnell verlassen. Trainer Halilovic deutete dagegen an: „Über unsere Leistung müssen wir uns noch einmal intensiv unterhalten. Da ist einiges schief gelaufen, worauf ich erst noch eine Erklärung suchen muss. Aber ich sage mir auch: Lieber einmal eine heftige Klatsche erhalten und nicht fünfmal mit nur einem Treffer verlieren. Wir sind stark genug, um auch diese Pleite weg zu stecken.“

HSV: Lang, Rojban; Pristl, Müller (2), Wolf (7/2), Stotz, Gubernatis (1), Hess (2), Dumitru, Zorn (1), Schinke (7), Reinhardt.

Quelle: HSV Hockenheim