Punkteteilung zum Auftakt nach der Winterpause

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SG Kronau/Östringen II  :   HBW Balingen/Weilstetten II    27:27    (12:13)

Kronau (esch). Wenn die Reserven der beiden Bundesligisten Rhein-Neckar-Löwen und HBW Balingen-Weilstetten aufeinandertreffen, dann gibt es immer wieder hart umkämpfte Partien. So sahen die Zuschauer in der Mehrzweckhalle Kronau eine Begegnung, die bis zur Schlusssekunde auf des Messers Schneide stand und letztendlich mit einem gerechten Unentschieden endete. Das 27:27 war das Ergebnis einer nicht hochklassigen aber stets spannenden Auseinandersetzung zweier Mannschaften mit einem geringen Durchschnittsalter. Sowohl die Junglöwen wie die „Junggallier von der Alb“ boten viele Spieler auf, die nach der A-Jugend jetzt in der Anschlussförderung stecken, sich also immer noch in der „Lernphase“ befinden.

Roy James mit akrobatischem Wurf (Foto: cls)
Roy James mit akrobatischem Wurf (Foto: cls)

Die Gastgeber fanden nach der Winterpause nicht so richtig ihren Rhythmus und hatten im Angriff deutlich Probleme mit der aggressiven Abwehrarbeit der Gäste. Die Blauhemden zeigten mit ihrer Körpersprache, dass sie gewillt waren aus Kronau etwas Zählbares im Abstiegskampf mitzunehmen. Die Schützlinge von Trainer Klaus Gärtnervergaben in der Anfangsphase einige gute Gelegenheiten, unter anderem scheiterte Michel Abt mit einem Siebenmeter. So lagen die Schwaben nach fünf Minuten mit 0:3 in Front. Den nächsten schnellen Gegenstoß des HBW wehrte Torhüter Roko Peribonio ab und gab damit das Signal zu Aufholjagd. Die Badener kamen zwar in der folgenden Phase durch die beiden Rückraumschützen Abt und Marius Steinhauser zu erfolgreichen Würfen, hatten aber in der Abwehr immer noch nicht die Stabilität gefunden, die dem Spiel einen anderen Verlauf gegeben hätten. Bei den Gästen sorgte der Rückraum mit Jannik Hausmann, Jan Remmlinger auf den Halbpositionen und Regisseur Julian Thomann ständig für Gefahr und heizten den Gelbhemden zu oft ein. Trainer Gärtner hatte Mitte der ersten Hälfte genug gesehen und nahm eine Auszeit. Danach kamen seine Jungs besser ins Spiel und rückten so allmählich näher. Unterstützt wurde das Team vor allem durch Peribonio, der unter den Augen von Löwen Coach Nikolaj Jacobsen, der die Begegnung von der Tribüne verfolgte, bevor er zu Weltmeisterschaft nach Katar abreist, mit vier Paraden in Folge weitere Gästetreffer verhinderte. Die Badener schafften in der 20. Minute den Anschluss zum 6:8 und fortan agierten die Teams auf Augenhöhe. Zwei, drei überhastete Aktionen der SG brachten den Gästen wieder einen Vorteil von vier Toren, so dass die Hausherren erneut zur Aufholjagd blasen mussten. In der Schlussphase sorgte Linksaußen Leon Bolius mit zwei Toren in Folge dafür, dass seine Farben auf 10:12 aufschlossen und HBW zur Auszeit zwangen. Die letzten anderthalb Minuten gingen mit 2:1 an die Badener, aber die Gäste verteidigten den Vorsprung von einem Treffer und gingen mit 12:13 in die Kabine.

Marius Steinhauser war eine große Stütze für sein Team  (Foto: cls)
Marius Steinhauser war eine große Stütze für sein Team (Foto: cls)

Nach dem Wechsel waren die Junggallier sofort wieder da und bauten den Vorsprung aus. Aber im Gegensatz zu Hälfte eins waren die Kraichgauer ebenfalls gleich im Spiel und glichen durch David Ganshorn und Abt zu 14:14 aus. Eine Strafzeit gegen Ganshorn brachte die Hausherren in Unterzahl und die Blauhemden nutzten die Situation zur erneuten Führung. Weiteren Schaden verhinderte Peribonio. Beide Mannschaften kämpften nun verbissen darum, die Oberhand in dieser Begegnung zu bekommen und kassierten dadurch auch schneller eine Zeitstrafe. Die nächste auf Seiten der Älbler geriet zum Vorteil der Hausherren, die durch einen Siebenmeter von Roy James und ein Tor durch Steinhauser erstmals mit zwei Treffern vorne lagen. Aber nach der dritten Strafe gegen Ganshorn, für die er in der 39. Minute schon vorzeitig auf die Tribüne geschickt wurde, glichen die Schwaben wieder aus. Bis Mitte der zweiten Hälfte legte die Gärtner Sieben jeweils vor aber die Blauhemden zogen sofort wieder gleich. Steinhauser brachte mit zwei blendenden Aktionen seine Mannschaft mit 22:20 in Vorteil und schien damit die Wende eingeleitet zu haben. Die nächsten zehn Minuten bestimmten er und seine Kameraden das Geschehen. Nach Toren von Lukas Sauer (2) und Kai Rudolf lagen die Gelbhemden sieben Minuten vor dem Ende 25:22 in Front. Doch dann folgte eine Entscheidung, die Klaus Gärtner im Trainergespräch so kommentierte: „Diese Auszeit war ein Trainerfehler. Mit solch einer Aktion kann man gewinnen oder verlieren. Ich habe Balingen die Chance gegeben, die Abwehr umzustellen und das hat das Spiel beeinflusst.“ Die Gelbhemden waren danach aus dem Rhythmus und die Gäste glichen zum 25:25 aus. Die Schlussphase war auf beiden Seiten nur noch Kampf und die Partie wurde noch etwas hektisch, was eine rote Karte gegen Nikola Solic vom HBW und eine Zeitstrafe gegen Steinhauser belegen. Am Ende stand dann ein gerechter Endstand von 27:27 auf der Anzeigetafel. Klaus Gärtner gewann auch diesem Ergebnis etwas Positives ab: „Vom Ergebnis her ist es das erste Mal, dass wir ein Auftaktspiel nach der Winterpause nicht verlieren. Wir haben nicht gut gespielt und müssen es in den nächsten Spielen besser machen.“

 

Für die SG: spielten: Roko Peribonio, Marco Bitz –  Roy James (4/3), Kai Rudolf (1), Lukas Sauer (2), Patrick Körner, Max Haider, Leon Bolius (3), Marius Steinhauser (6), Adam Soos (1), Michel Abt (9), David Ganshorn (1)

 

Für den HBW spielten: Karim Ketelaer, Mario Ruminsky – Julian Thomann (6), Timo Hildebrand (3), Gregor Thomann, Yann Polydore (1), Maximilian Zech, Fabian Wiederstein, Jan Remmlinger (7), Patrick Weber (2), Jannik Hausmann (8/3), Patrick Rapp, Nikola Solic