Tabellenführung in unglaublicher Schlussphase von den „Albtal-Tigers“ verteidigt

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Verbandsliga Herren:

HSG Ettlingen Albtal-Tigers  :  TSV Rintheim     27:27     (11:15)

Die „Albtal-Tigers“ schrammten im Derby gegen den TSV Rintheim knapp an der ersten Niederlage vorbei. Das letztendlich verdiente Unentschieden verdankte das Team von Trainer Andrei Burlakin der eigenen Kampfkraft und den Fehlern, die den Gästen aus Karlsruher zum Ende der Begegnung unterliefen.

Trainer Burlakin hatte sich mit seinen Jungs intensiv auf dieses Derby vorbereitet. Man wollte endlich Revanche nehmen für die beiden Niederlagen, welche die „Tigers“ in der vergangenen Runde kassierten. Außerdem gab es noch zwei Gründe, besonders motiviert die Partie anzugehen. Die HSG hatte an diesem Abend seine vielen kleinen und großen Sponsoren eingeladen, denen man natürlich zwei Punkte präsentieren wollte. Zum Zweiten erwartete Mannschaft und Verwaltung ein volles Haus, da an diesem Abend der Tabellenführer und sein direkter Verfolger aufeinander trafen.

In der Startphase wurde schon klar, dass vor der großen Kulisse (ca. 400 Zuschauer) sich zwei gleichwertige Teams gegenüberstanden. Mal hatte Ettlingen die Nase vorn, aber die Gäste glichen schnell wieder aus oder legten ihrerseits dann vor. Auf beiden Seiten dominierten die Abwehrreihen mit zwei guten Torhütern, so dass die Offensiven sich die Torerfolge immer hart erkämpfen mussten. 

Nach der ersten Viertelstunde änderte sich jedoch das Bild. Den Hausherren unterliefen vor allem in der Vorwärtsbewegung leichte Fehler, die von Rintheim postwendend bestraft wurden. Trainer Burlakin zog sofort den grünen Karton und nahm schon früh eine Auszeit. Allerdings beruhigte sich seine Sieben nicht sonderlich und produzierte immer wieder Ballverluste. Das eingespielte Team aus dem Osten der Fächerstadt hatte es daher sehr leicht, bis zum Pausensignal ständig mit drei, vier Toren in Front zu liegen. Mit 11:15 nahmen die Gäste eine beruhigende Führung mit in die Halbzeit. 

Die Anhänger der „Tigers“ hatte natürlich die Hoffnung, dass ihre Jungs nach Wiederanpfiff sich endlich gegen die drohende Niederlage stemmen würden. Tatsächlich gingen die Schützlinge von Trainer Burlakin mit einer veränderten Mentalität zu Werke und verkürzten auf 13:15. Ein individueller Fehler in der Deckung machte die Aufholarbeit wieder zu Nichte. Ein Siebenmeter und gleichzeitig eine Zeitstrafe brachte die Gäste wieder mit vier Treffer in Front. Aber der Kampfeswille der „Tigers“ wurde immer durch die Anfeuerung von den Rängen entfacht, so dass man mit zwei Toren durch Christopher Roth und Lukas Ehrmann eine Viertelstunde vor Schluss auf 18:20 verkürzen konnte. Die nächste Auszeit gegen die Hausherren nutzte der Tabellenzweite den Vorsprung wieder auszubauen. Nach dem Anschlusstreffer zum 20:21 durch Spielmacher Nick Kusch in der 49. Minute stand die Halle fast Kopf. Auszeit bei den Gästen und sie zündete erneut. Zu Beginn der Schlussphase hatten die Rintheimer den Vorsprung abermals auf drei Tore ausgebaut. Als in der 55. Minute ein 22:26 an der Anzeigetafel aufleuchtete, wurde es in der Franz-Kühn-Halle etwas leiser, denn die Hoffnung auf Revanche schwand immer mehr. 

Aber im Sport, speziell im Handball, geschehen oft die wunderlichsten Dinge – so auch im Derby am Samstagabend. Die Souveränität der Gäste war von einer Situation zur anderen plötzlich verschwunden. Ob Torhüter Luis Lagasse, der kurz zuvor den verletzten Kollegen Felix Spohn ablösen musste, die Ursache war oder die „Tigers“ den richtigen Mann auf Linksaußen gebracht hatten, oder die Gäste plötzlich mehr Fehler produzierten, konnte nach Spielschluss niemand mehr so richtig sagen. Fakt ist, dass der eingewechselte Tobias Broschwitz mit drei erfolgreichen Gegenstößen zusammen mit Jens Reule innerhalb von drei Minuten den Gleichstand bei 26:26 herstellte. Aber noch waren knapp zwei Minuten auf der Uhr und der Krimi war vor der tobenden Halle eingeläutet. Mit dem nächsten Angriff brachte Benjamin Westhäuser mit seinem neunten Treffer seine Farben wieder in Front. Die Uhr zeigte noch 27 Sekunden als Niko Gerwig, der beste Werfer der „Tigers“, mit seinem ebenfalls neunten Torerfolg die Halle beben ließ. Bis zum Schlusspfiff verteidigten die Hausherren aufopferungsvoll dieses 27:27 und behielten somit die Tabellenführung in der Verbandsliga.

Der TSV Rintheim trat in Bruchhausen so konzentriert mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung an, wie man das Team in den letzten Jahren in dieser Liga immer wieder erlebt hat. Mit einer tollen Abwehrarbeit und einem sicheren Felix Schucker zwischen den Pfosten fällt es jedem Gegner schwer, die Jungs um Benjamin Westhäuser in Bedrängnis zu bringen.

Die „Albtal-Tigers“ taten sich an diesem Abend sichtlich schwerer als in all den anderen Begegnungen in dieser Runde. Rintheim hat bis auf die drei Minuten vor dem Ende keine leichten Tore zugelassen. Den Burlakin Schützlingen fehlte in diesem Derby die Leichtigkeit in der Bewegung nach vorne, so dass es immer wieder zu unnötigen Ballverlusten kam, die die Gäste mit schnellen Gegentoren bestraften. Wichtig für die Burlakin Truppe war letztendlich der Punktgewinn und der wurde im Anschluss mit 100l Freibier mit den Fans ausgiebig gefeiert.

Szenen aus dem Derby (Foto: cls)

Für die HSG spielten: Luis Lagasse, Felix Spohn – Julian Frauendorff (4), Jonas Weiß, Niko Gerwig (9), Christopher Roth (3/1), Nick Kusch (3), Lukas Ehrmann (1), Raphael Morisco, Tim Siedelmann, Tobias Broschwitz (3), Jens Reule (2), Sebastian Kunz, Philipp Karasinski (2)

Für den TSV spielten: Felix Schucker, Moritz Ballreich – Hendrik Teichert (1), Igor Ziegler Ruiz (3), Dominik Grosshans (2), Justus Bieberstein, Maik Bratschke (4), Noah Riffel, Dennis Huber (2), Robin Hildebrand (6/2), Samuel Pfeiffer, Benjamin Westhäuseer (9), Vincent Cotic