Junglöwen bügelten den letzten Fehltritt sofort wieder aus.

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SG Kronau/Östringen
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Für einen Trainer ist es immer eine tolle Sache, wenn er nach dem Spiel seiner Schützlinge feststellen kann: „Ich bin sehr zufrieden, meine Jungs haben heute fast alles umgesetzt was wir im Training erarbeitet hatten. Heute haben sie sich selbst belohnt.“ Dies waren die Worte, die SG-Trainer André Bechtold nach der Begegnung der Jungendbundesliga gegen den TSV Ismaning wählte und damit die Leistung seiner Sieben würdigte. Kurz nach dem 34:28 Heimsieg über den bayrischen Konkurrenten in der Östringen Stadthalle merkte man, dass dem SG-Trainer eine Last von den Schultern gefallen ist.

André Ockert erwies als großer Kämpfer und erzielte acht Tore (Foto: cls)
André Ockert erwies als großer Kämpfer und erzielte acht Tore (Foto: cls)

Erneut ist den Junglöwen gelungen eine unnötige Auswärtsniederlage in den heimischen Gefilden sofort wieder wettzumachen. Nach der vermeidbaren Niederlage in Neuhausen gegen die JSG Echaz/Erms waren die Nordbadener von Beginn an bestrebt, die verlorenen Punkte wieder einzufahren und kämpften vom Anpfiff unverdrossen um jeden Ball. Trainer Bechtold wählte über weite Strecken der Partie die offensive 3:2:1 Deckung, da ihm aufgrund der Personalsituation eine defensivere Deckungsform zu riskant erscheint. „Solange uns Rico Keller und Philipp Meyer verletzt ausfallen, kann ich ein defensiveres System nicht riskieren. Gewiss ist diese offensive Variante sehr kraftraubend, aber meine Jungens haben sie heute hervorragend interpretiert. Dabei möchte ich in dieser Begegnung besonders Mattes Meyer und Sebastian Trost aus einer guten Mannschaft hervorheben, die die gefährlichen Rückraumspieler des TSV über sechzig Minuten weitgehend in Schach gehalten haben.“ bilanzierte Trainer Bechtold.

Zu einer offensiven Abwehr gehört aber auch ein aufmerksamer Torhüter, der die Lücken stopft, die sich im Laufe eines Spieles sich auftun können. Im roten Sweater zeigte sich Demsay Ebikeme in hervorragender Form und schloss die Löcher, die seine Vorderleute offen ließen, mit schnellen Reflexen. André Bechtold bestätigte denn auch: „Demsay hat uns besonders in der Anfangsphase mit seinen Paraden geholfen, dass wir uns schnell mit drei Toren absetzen konnten.“ Die Gelbhemden verteidigten diesen Vorsprung bis Mitte der ersten Hälfte und legten dort noch einen drauf. In der Schlussphase bauten die Junglöwen die Führung durch einen 4:0 Lauf zwischenzeitlich sogar auf acht Tore aus, um dann mit einem Zwischenstand von 16:10 in die Halbzeit zu gehen.

Während der Pause äußerte sich „Special Guest“ Hermann-Josef Häring, Geschäftsführer des Handballverbandes Rheinland, der aus besonderem Anlass in Östringen weilte, zu der Partie: „Ich verfolge ständig die JBHL und muss feststellen, wenn ich diese Begegnung hier betrachte, dass sich das Niveau immer noch steigert. In dem Spiel wurde bisher alles geboten, was unseren Sport so schön macht: Kampf, Athletik, Leidenschaft und tolle technische Kabinettstückchen. Es macht Spaß den Jungs zuzuschauen.“

Mattes Meyer war in Angriff und Abwehr eine Bank (Foto: cls)
Mattes Meyer war in Angriff und Abwehr eine Bank (Foto: cls)

In der zweiten Hälfte schickte Gästetrainer Jaroslaw Rolka, dessen Sohn Maximilian seit Jahren das Junglöwentrikot trägt und am Leistungszentrum ausgebildet wird, eine neu eingestellte Sieben auf das Feld. Er war mit der ersten Hälfte überhaupt nicht zufrieden. Die Kraichgauer nahmen die Veränderung sofort an und hatten immer die richtige Antwort parat, so dass sie ihren Vorsprung lange Zeit verteidigten. Ein Knackpunkt im Spiel der Gelbhemden gab es in der 40. Minute als Ebikeme bei einer Parade am Kopf getroffen wurde und eine kurz Pause nehmen musste. Diese Situation hatte die Mannschaft etwas verunsichert und Ismaning nutzte die kurzzeitige Irritation, um auf 20:17 zu verkürzen. Simon Gabrys, der ins Tor rückte, glänzte zwar sofort mit einem tollen Reflex, aber Bechtold brachte zwei Angriffe später Ebikeme wieder zurück. Dann übernahm Sandro Pagliara das Kommando und hämmerte zweimal zum richtigen Zeitpunkt die Harzkugel in die Maschen. Spielmacher Adam Soos, der während der gesamten Begegnung in liebevolle Beschattung genommen wurde, erzielte dennoch sechs Treffer, einen davon zum wichtigen 24:19. Mit diesem Vorsprung kam wieder Ruhe ins SG System und in der Schlussphase ließen die Badener nichts mehr anbrennen. Im letzten Spielabschnitt drückten der offensiv wie auch defensiv stark auftrumpfende André Ockert, Mattes Meyer und Pagliara der Partie den Stempel auf. Bis zum Schlusspfiff hielten sie die Bayern auf der Distanz von sechs Toren.

Trainer André Bechtold fügt seiner Bilanz noch hinzu: „Heute haben wir gezeigt, dass wir uns kontinuierlich weiterentwickeln. Ohne Meyer und Keller, sowie eine besondere Deckungsmaßnahme gegen Soos haben andere Jungs die Verantwortung übernommen und haben das hervorragend gemacht. Die Begegnung heute hat bewiesen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Spielmacher Adam Soos hat mit seinen sechs Toren seine Trefferausbeute in den sechs gespielten Partien auf sechzig ausgebaut. Hoffen wir, dass Soos weiter so in Schusslaune bleibt.

 

Für die SG spielten: Demsay Ebikeme, Simon Gabrys – Sebastian Trost (3), Dennis Kalabic, Manuel Zeller (6), Adam Soos (6/2), Andre Ockert (8), Jonas Bauer, Maximilian Kessler, Kevin Kleinlagel (1), Sandro Pagliara (6), Mattes Meyer (4), Johannes Eube

 

Für den TSV spielten: Jakob Klieber, Markus Winkler   –   Nicolas Wöhrl (2), Dominik Röttger, Marcell Jörges, Lukas Behm (1), Manuel Riemenschneider (10), Leo Udovicic (2), Yannik Teschner (1), Leon Scheler-Eckstein (1), Benedikt Kellner (8/2), Tobias Urban, Simon Marc (2), Moritz Ametsbichler (1)