SG Kronau/Östringen II rückt auf den dritten Tabellenrang vor

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Östringen/Karlsruhe  (esch). Vor einer spärlichen Zuschauerkulisse siegte am Samstagabend die SG Kronau/Östringen II gegen das Schlusslicht der Dritten Liga Süd, den TSV Friedberg, mit 36:32 und arbeitete sich in der Tabelle auf Platz drei vor. Kein Wunder, dass Klaus Gärtner sich beim Trainergespräch nach dem Spiel zufrieden zeigte: „Wir sind trotz der vier Niederlagen in den bisherigen Derbys im Soll und können ohne großen Druck zum Spitzenspiel nach Leutershausen fahren.“

Roy James mit neun Toren bester Werfer (Foto: cls)
Roy James mit neun Toren bester Werfer (Foto: cls)

Der Trainer der Spielgemeinschaft vertraute zunächst einmal dem Team, das in Rödelsee die Punkte elf und zwölf eingeheimste, zuhause aber etwas Startschwierigkeiten hatte. Immerhin dauerte es zweieinhalb Minuten bis David Ganshorn von der Siebenmeterlinie das 1:0 erzielen durfte. Bis dahin stand Marco Bitz schon zweimal richtig, um einen Rückstand zu verhindern. Die Gäste aus Bayern spielten mit ihrem jungen Team, das ein Durchschnittsalter von knapp 23 Jahren auf die Platte brachte, munter mit und glichen in der Anfangsphase jede Führung der Hausherren wieder aus. Die Gelbhemden vergaben in diesem Abschnitt viele Chancen und produzierten einige unnötige Ballverluste, so dass es bis zur zehnten Minute dauerte, ehe David Schmidt mit seinem Treffer zum 7:5 erstmals zwei Tore vorlegte. Aber dann kam das System der SG-Sieben ins Laufen und verhinderte für die folgenden zehn Minuten weitere Torerfolge der Gäste. Die Abwehr der Junglöwen agierte aggressiv und störte den Rückraum der schwäbischen Bayern recht früh. Die Ballgewinne wurden zwar nicht alle in Gegenstöße umgesetzt, aber dennoch sprang eine 9:5 Führung heraus, die Trainer Harald Rosenberger zur ersten Auszeit zwang. Aber angetrieben von einem Roy James in blendender Spiellaune rollte weiter Angriff auf Angriff auf das Gehäuse der Gäste zu. Der TSV hatte es vor allem Torhüter Mile Matijevic zu verdanken, dass er nicht total unter die Räder kam. Trotz sechs Paraden geriet sein Team mit 12:5 in Rückstand und Rosenberger legte zum zweiten Mal den grünen Karton. In den letzten zehn Minuten der ersten Hälfte waren die Gäste dann in der Lage, den Lauf der Kraichgauer etwas zu bremsen, ohne aber selbst gefährlicher zu werden. Sie profitierten in erster Linie von Fehlern, die den Gelbhemden in Abwehr und Angriff unterliefen. Fünf Minuten vor der Halbzeitpause betrug der Vorsprung nur noch fünf Tore. Eine Zeitstrafe für Roy James bot den Rosenberger Schützlingen die Gelegenheit den Hausherren noch weiter auf den Pelz zu rücken. Mehr als einen Treffer ließ die SG Abwehr aber nicht zu und sorgte durch Ganshorn von der Linie und Kai Rudolf wieder für etwas Luft. Der Linkshänder verwandelte eine riskante Vorlage von Bitz spektakulär. Schmidt sorgte nach einer Auszeit von Trainer Gärtner mit seinem fünften Tor für den Pausenstand von 18:12.

Nach dem Wechsel erwischte die SG den besseren Start und baute die Tordifferenz mit einem 4:0 Lauf auf zehn aus. Recht kurios war der Treffer von Rudolf zum 19:12. Torhüter Benjamin von Petersdorff wehrte einen schnellen Gegenstoß von James akrobatisch ab und wollte den Ball sichern, aber der mitgelaufene Rudolf bekam die Harzkugel eher zu fassen und versenkte sie im leeren Tor. Trost, Ganshorn und James legten nach, so dass mit der 22:12 Führung nach 35 Minuten schon recht früh eine Vorentscheidung gefallen war und es fiel zunächst nicht groß auf, dass David Schmidt wegen einer Verletzung am Daumen in der zweiten Hälfte nicht mehr eingesetzt werden konnte. Trainer Rosenberger änderte sein Abwehrsystem und deckte 3:2:1, womit er den Spielraum der Kraichgauer im Rückraum stark einengte. Allerdings gelang es den Gästen nicht James in den Griff zu bekommen. Der 19jährige Rechtshänder setzte sich immer wieder durch und war mit neun Toren einer der Hauptgaranten für den Heimerfolg der Spielgemeinschaft.

David Ganshorn mit aller Routine (Foto: cls)
David Ganshorn mit aller Routine (Foto: cls)

Die veränderte Formation der Gäste bewirkte eine gewisse Verunsicherung bei der Gärtner Sieben, so dass es zu einigen Ballverlusten kam, die die Gäste vor allem durch Linksaußen Simon Lodemann nutzten. Der schnelle Rechtshänder wurde dann mit neun Toren bester Werfer seiner Mannschaft und netzte davon allein sechsmal in der zweiten Hälfte ein. Bis Mitte der zweiten Hälfte vergrößerte sich der Vorsprung der Gastgeber nicht mehr, das Schlusslicht der Tabelle hielt die Differenz bei sieben Toren bis zwölf Minuten vor dem Ende. Während einer zweiten Zeitstrafe gegen James waren die beiden Außen der Bayern erfolgreich und waren damit zehn Minuten vor dem Ende auf 30:25 heran gekommen. Klaus Gärtner nahm seine nächste Auszeit. Er wollte Zeichen setzen und sein Team auch personell verändern. Ins Tor rückte danach Roko Peribonio und im Feld kam nach Verletzungspause Michel Abt wieder zum Einsatz. Aber den Gelbhemden war vor allem im Angriff der Rhythmus verloren gegangen. Die jungen Spieler, Gärtner setzte mit Adam Soos, Max Haider und Sven Kroll auch noch A-Jugendliche ein, kamen mit der offensiven Deckung nicht zurecht. Es waren vor allem die Akzente, die Ganshorn und James in der Schlussphase setzten, die die Gelbhemden auf der Siegerstraße hielten. In der Abwehr war inzwischen auch die Ordnung nicht mehr vorhanden, um den schnellen Jungen der Friedberger die Chance zum Torwurf zu nehmen. Spielmach Tizian Mayer bewies mit für Toren in der zweiten Halbzeit, weshalb im letzten Jahr in der Jugendbundesliga Torschützenkönig wurde. Siebeneinhalb Minuten vor dem Schlusspfiff schwächten sich die Gäste selbst, als ihr Abwehrstratege Claudio Schneck mit der dritten Zeitstrafe vorzeitig unter die Dusche musste. Die Routine von Abt, Kapitän Patrick Körner, Rechtsaußen Kai Rudolf und allen voran Kreisläufer David Ganshorn reichte schließlich aus, um die Punkte mit dem 36:32 Erfolg in eigener Halle zu behalten. Den letzten Treffer markierte Trost, der dreißig Sekunden vor dem Ende zum 36. Mal den Ball in den Maschen des Gästetores versenkte. Bleibt noch zu erwähnen, dass sich Roy James kurz vor dem Ende eine Verletzung zuzog und damit die Liste der zu ersetzenden Spieler verlängert wird. Schwere Tage für die medizinische Abteilung der Junglöwen.

 

Beim Trainergespräch brachte Harald Rosenberger sein Fazit mit einem Satz auf den Punkt: „Ein Handballspiel kann man ohne Abwehr nicht gewinnen.“

Klaus Gärtner stieß ins gleiche Horn: „Ich sehe es auch nicht gerne, wenn wir so viele Gegentore bekommen. Wir haben in der ersten Halbzeit über weite Strecken gut gespielt und haben in der zweiten Hälfte eine gute Phase gehabt, aber dann haben wir in der Abwehr nachgelassen. Friedberg hat mehr Tempo gemacht und hat seine Chancen besser genutzt. Mit Routine haben wir das Ding aber nach Hause geschaukelt.“

 

 

Für die SG spielten: Marco Bitz, Lucas Bauer, Roko Peribonio   – Roy James (9), David Ganshorn (9/5), David Schmidt (5), Maximilian Trost (4), Kai Rudolf (3), Lukas Sauer (2), Max Haider (1), Patrick Körner (3), Michel Abt, Sven Kroll, Adam Soos, .

 

Für den TSV spielten: Mile Matijevic, Benjamin von Petersdorff   –   Knittl, Stefan, Peter Haggenmüller, Felix Augner (1), Lukas Aigner (2), Claudio Schneck (5), Fabian Maier-Hasselmann (2), Tizian Maier (6), Andreas Dittiger (3), Simon Lodemann (9/3), Fabian Abstreiter (4)