Bericht aus den Kreistagen (Mannheim, Bruchsal, Heidelberg) des BHV

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KREISTAG HANDBALLKREIS MANNHEIM
Nach 21 Jahren übergibt Volker Heid den Vorsitz an Andreas Pfrang

Der größte Kreis innerhalb des Badischen Handball-Verbandes ist schon seit vielen, vielen Jahren der Handballkreis Mannheim. Der Kreistag am 07. Juni 2013 steht für die Handballer im Norden unseres Verbandsgebietes für einen Neuanfang. Nach 21 Jahren trat der bisherige Vorsitzende Volker Heid nicht mehr zur Wiederwahl an. Zum letzten Mal zog er Bilanz über die Arbeit in seiner abschließenden Amtsperiode. Wie nicht anders erwartet fiel auch diese sehr positiv aus, so dass es den Vereinsvertretern leicht fiel, dem gesamten Vorstand einstimmig die Entlastung zu erteilen.

Bei den anschließenden Neuwahlen gab es dann auch keine Überraschungen, denn Volker Heid hatte sehr gute Vorarbeit geleistet und den Weg für seinen Nachfolger Andreas Pfrang (TSG Weinheim) geebnet. Der 46-Jährige wurde von den stimmberechtigten Vertretern einstimmig in das neue Amt gewählt und übernahm danach die Fortsetzung des Kreistages. Für den neuen Vorstand konnte Pfrang den Bankkaufmann Hans Christian Stöldt (TSG Lützelsachsen/HG Saase) für das Ressort „Finanzen“ gewinnen. Der stellvertretende Vorsitzende „Recht“ wird auch im neuen Vorstand der bisherige Amtsinhaber Peter Hartmann (Schriesenheim) sein. Ganz ohne Volker Heid geht es im HK Mannheim aber noch nicht. Die Versammlung wählte den bisherigen Vorsitzenden zum Stellvertreter „Spieltechnik“ und sicherte sich somit viel Erfahrung für diese Position. Für den Stellvertreter „Jugend“ wurde Jochen Dörsam (TV Großsachsen) nur kommissarisch eingesetzt. Auf dem vergangenen Jugendkreistag konnte noch niemand für dieses Amt gewonnen werden. Kontinuität bleibt auch bei den Kassenprüfern gewahrt, da Norbert Morast (TV Schriesheim), Bernd Hartung (TV Schwetzingen) und Werner Unrath (TSV Birkenau) wieder gewählt wurden.

Andreas Pfrang betonte in seiner Antrittsrede, dass ihm klar ist, dass er ein herausforderndes Amt antreten wird. Es gilt für ihn die Arbeit fortzusetzen, die sein Vorgänger 21 Jahre erfolgreich aufgebaut hatte. Er versprach den Vereinen, dass er dieses Konzept weiter verfolgen werde. Der scheidende Vorstand kam jedoch nicht darum herum, dass er für die geleistete Arbeit auch entsprechend gewürdigt wurde. Die Laudatio hielt Peter Hartmann vom gastgebenden TV Schriesheim, der noch einmal hervorhob, dass unter der Führung von Volker Heid der HK Mannheim sich in Baden immer an erster Stelle gehalten hat. Dem neuen Vorstand wird ein gut bestelltes Feld übergeben.

Der Präsident des BHV, Holger Nickert, übernahm anschließend zusammen mit dem neuen Kreisvorsitzenden die große Anzahl an Ehrungen. Die Ehrennadel in Silber erhielten: Frank Schäfer (TV Großsachsen), Christian Ringendahl (HC Vogelstang); Ehrennadel in Gold: Ralf Sabitzer (Spvgg Sandhofen), Markus Münch (SV Waldhof), Uwe Schäfer (TV Großsachsen), Friedrich Hopp (TSG Weinheim), Thorsten Badent (SG Heddesheim), Christian Schuster (TV Edingen); Ehrenbrief: Beate Schmitt, Beate Kolander, Arno Germer (alle SG MTG/PSV Mannheim), Rudolf Erny (TV Friedrichsfeld), Roland Hohberger (Spvgg Sandhofen), Garcia Alberto Lazaro (SG Heddesheim), Rudi Siegel TV (Großsachsen), Edgar Schubach (TSV Amicitia Viernheim), Reinhold Schäfer, Bruno Schäfer (TSG Weinheim), Horst Wetzel (TSV Birkenau), Roland Gehrig (SG MTG/PSV Mannheim).

Nickert hatte aber auch noch Ehrungen des Deutschen Handballbundes vorzunehmen. Die Ehrennadeln in Bronze gingen an die Kreisfunktionäre Helmuth Karolus, Irmtraud Karolus (beide SV Waldhof), Karl-Heinz Urschel (TV Schwetzingen), Hermann Bauer (SG Heddesheim). Die silberne Ehrennadeln durfte er an das Ehepaar Ingrid und Volker Heid (TV Edingen) überreichen.

Der Kreistag in Schriesheim war erneut ein Beweis, welch gute Arbeit im Mannheimer Raum geleistet wird und es ist anzunehmen, dass sie auch unter der Leitung von Andreas Pfrang vorgesetzt wird.

KREISTAG HANDBALLKREIS BRUCHSAL
Vorsitzender Uwe Grammel steht dem Handballkreis Bruchsal weitere drei Jahre vor

Der Handballkreis Bruchsal hielt am 17. Juni seinen Kreistag in der Heimat des TV Gondelsheim ab. Der Vorsitzende des TVG erklärte in seinen Grußworten an die vielen Vereinsvertreter, dass in dieser ehrwürdigen Jahnhalle früher sogar Handball gespielt wurde. Wenn man die Größe dieser Halle mit heutigen Verhältnissen vergleicht, kann man auch daraus ableiten, welche Entwicklung diese Sportart genommen hat. Der Vorsitzende des Handballkreises Bruchsal, Uwe Grammel, wies in seinem Tätigkeitsbericht über seine erste Amtszeit dann auch darauf hin, dass diese Entwicklung besonders auch in seinem Kreis sichtbar wurde. Deutlich spiegelt sich dies in den einzelnen Vereinen des Kreises wieder. Obwohl der Kreis innerhalb des Badischen Handball-Verbandes zu den kleinen gehört, hat der Leistungssport hier einen hohen Stellenwert. Nicht nur, dass man mit den Rhein-Neckar-Löwen ein Vorzeigeteam hat, das inzwischen sogar den ersten internationalen Titel gewann, sondern man ist mit der SG Kronau/Östringen in der Dritten Liga und mit der A-Jugend dieses Vereines auch in der Jugendbundesliga vertreten. Die dritte Mannschaft der SG schaffte in dieser Runde den Aufstieg in die Badenliga ebenso wie die Damenmannschaft. Der zweite Verein, der den Leistungssport verkörpert ist die SG Heidelsheim/Helmsheim, der sowohl mit dem Herrenteam wie auch den Damen in der Badenliga vertreten ist und neuerdings auch mit der weiblichen A-Jugend in der neugeschaffenen Bundesliga. In den männlichen und weiblichen Landesligen laufen insgesamt sechs Teams aus dem Kreis auf. In den Jugendligen gehört man mit mehreren Teams der BWOL oder Badenliga an. Herr Grammel hob auch noch einmal die Leistung der SG Heidelsheim/Helmsheim im weiblichen Jugendbereich hervor, denn schließlich schied die A-Jugend nur äußerst knapp gegen den Nachwuchs den Bundesligisten Buxtehude in den Finalspielen um die deutsche Meisterschaft aus. Zusammenfassend kann man hier festhalten, dass dieser kleine Kreis besonderes für den Leistungssport sehr viel leistet. In Bezug auf den Breitensport hob der Vorsitzende mahnend seinen Zeigefinger, denn ihn stimmt nachdenklich, dass in seiner ersten Amtsperiode auch etliche Ortschaften weg gebrochen sind, in denen inzwischen kein Handball mehr gespielt wird und die Mitgliedszahlen seit 2010 um etwas mehr als acht Prozent gesunken sind. Herr Grammel sieht es als vornehmliche Aufgabe der nächsten Zukunft, diese Sportart in den Ortschaften wie Philippsburg oder Oberhausen wieder zu etablieren. Es müssen vor allem Konzepte entwickelt werden, die gerade Jugendliche für den Handball begeistern. Die Kooperationen zwischen Schulen und Vereinen müssen noch verstärkt eingesetzt werden, obwohl hier schon gute Zahlen vorgewiesen werden können.

Einen weiteren Schwerpunkt für die Anstrengungen des HK Bruchsal sieht der Vorsitzende im Schiedsrichterwesen. Hier muss alles dafür getan werden, dass die Misere beendet wird. „Geld, das wir durch Strafen für fehlende Schiedsrichter einnehmen, bringt uns keine neuen Spielleiter“, betonte Grammel erneut. Er weiß, dass Thomas Auer, Vorsitzender des Schiedsrichterausschusses, mit seinem Team alle Anstrengungen unternimmt, um dem „GAU“ entgegen zu wirken, aber auch die Vereine müssen dabei mitziehen.

Herr Grammel sprach auch einen Dank an seinen Rechtswart, Lothar Hellriegel aus, hob dabei vor allem dessen Einsatz für die „Habichte“ hervor. Für die vielen Bemühungen für die Integration des Behindertensport in unserem Verband erhielt Lothar Hellriegel dann auch die Urkunde und goldene Ehrennadel des BHV überreicht.

Herr Grammel sieht darüber hinaus auch Handlungsbedarf in den Bereichen des Spielbetriebes, so müsste eine Reform in den Spielklassen erfolgen, der Festspielparagraph sollte überdacht werden und in den Jugendklassen müsste die Zusammenarbeit mit den Nachbarkreisen Karlsruhe und Pforzheim verbessert werden.

Zum Abschluss seiner Ausführungen folgte noch eine Ehrung der Frauenbeauftragten des Kreises, Sabrina Mächtel von der SG Kronau/Östringen. Für ihren Einsatz erhielt sie die silberne Ehrennadel des BHV. Weiter Ehrungen erhielten Ulrich Spieß (Ehrennadel in Gold) sowie Jasmin Förster (Silber) und Peter Kiefer, dem der Ehrenbrief des Badischen Handball-Verbandes überreicht wurde.

Im nachfolgenden Kassenbericht stellte German Schäffner, Stellvertreter „Finanzen“, vor allem heraus dass die Maßnahmen des neuen Vorstandes sofort gegriffen hätten. Innerhalb der letzten drei Jahre konnten die Minus-Situation nicht nur ausgeglichen werden, sondern es wurde inzwischen ein Plus erarbeitet.

BHV-Geschäftsführer Nils Fischer übernahm die Wahlleitung und erzielte zunächst die einstimmige Entlastung für den gesamten Vorstand. Da keine weiteren Vorschläge für den Vorsitz vorlagen, erfolgte die einstimmige Wiederwahl von Uwe Grammel, der somit für die nächsten drei Jahre wieder den Vorsitz im Handballkreis Bruchsal übernahm. Ebenso wurden in den nachfolgenden Wahlen die bisherigen Mitglieder des Kreisausschusses in ihren Ämtern bestätigt. German Schäffner bleibt Herr über die Finanzen, Lothar Hellriegel setzt seine Arbeit im Rechtswesen fort, die Frauenbeauftragte ist weiterhin Sabrina Mächtel und Vertreter des Jugendausschusses bleibt Peter Kiefer. Nur bei den Kassenprüfern wurde Jürgen Höckel zu den bisherigen Vertretern Joachim Geiss und Fred Fischer hinzu gewählt.

Der Kreis Bruchsal kann somit die bisherige erfolgreiche Arbeit mit gleicher Mannschaft fortsetzen. Wenn es Uwe Grammel und seinem Team gelingt, die aufgezeigten Baustellen ähnlich erfolgreich anzugehen, wie er es vor drei Jahren mit den Finanzen getan hat, dann wird die Entwicklung in dieser Region einen positiven Verlauf nehmen. Der Kreis hat einen Vorsitzenden gewählt, der auch über den Tellerrand hinaus sieht und zur Zusammenarbeit mit dem Badischen Handball-Verband und den Nachbarkreisen bereit ist. Für den Handballsport bleibt zu wünschen, dass alle Konzepte greifen und es vor allem mit den Mitgliederzahlen wieder aufwärts geht. Diesen Wunsch äußerte auch der Präsident des Badischen Handball-Verbandes, Holger Nickert, der an diesem Kreistag anwesend war.

EINE ÄRE GEHT ZU ENDE
Heiner Wallenwein und Werner Layer hören beim Handballkreis Heidelberg auf

Heidelberg (soz) Heute Abend geht eine Ära zu Ende. Wenn der Handballkreis Heidelberg ab 19 Uhr im Bürgersaal des Wilhelmsfelder Rathauses seinen alle drei Jahre stattfindenden Kreistag abhält, werden sich der Vorsitzende Heiner Wallenwein und der Kassenwart Werner Layer nicht mehr zur Wahl stellen. „Beide haben den Handballkreis in den vergangenen Jahrzehnten geprägt“, sagt Jürgen Brachmann, der Nachfolger von Wallenwein als Kreisvorsitzender werden soll.

Das ist bei weitem nicht übertrieben: Wallenwein führte den Handballkreis seit 1994, Layer war für die Finanzen ebenfalls seit dieser Zeit zuständig. Ein Leben für den Handball also, denn diese beiden Ämter waren nicht das einzige, was sie in den vergangenen Jahrzehnten innehatten. Wallenwein war u.a. von 1960 bis 2005 Schiedsrichter, pfiff weit über 1000 Spiele, war dazu noch Trainer und Abteilungsleiter beim TSV Gaiberg. Layer war u.a. Schiedsrichter, Staffelleiter, Jugendwart sowie Abteilungsleiter beim TV Neckargemünd und Jugendleiter beim TSV Handschuhsheim. Brachmann: „Als ich mir die Tätigkeiten der beiden angesehen habe, wollte die Liste einfach nicht aufhören.“

In die Amtszeit von Heiner Wallenwein fiel vor allem die Förderung der Jugend, was ihm auch gelang. Außerdem versuchte er, den zunehmenden Rückgang von Schiedsrichter-Meldungen aufzuhalten. Das tat er auch mit ungewöhnlichen Mitteln, indem er beispielsweise Prämien für Schiedsrichter ausrief.

Er wünschte sich in den letzten beiden Jahrzehnten immer wieder, dass ein Verein aus dem Handballkreis Heidelberg in der Dritten bzw. Zweiten Liga spielen werde: „Das Potenzial ist in dieser handballverrückten Region da, davon bin ich überzeugt.“ Dieser Wunsch wurde (noch) nicht erfüllt, aber Wallenwein sieht es mit viel Wohlwollen, dass in Nußloch (4. Liga) gerade etwas Großes entsteht.

Layer gilt als akribischer Arbeiter, der immer seine Meinung vertrat, auch wenn sie für andere Funktionäre unbequem war. Diese Eigenschaft zeichnet ihn besonders aus. Und: In den allerallerallermeisten Fällen behielt er Recht. „Werner ist ruhig und zurückhaltend“, sagt Brachmann, „in der Sache ist er ein sehr kritischer, aber auch nach vorne blickender Mensch, dem die Lösung von Problemen eminent wichtig war und ist.“

Wallenwein und Layer sind in den letzten beiden Jahrzehnten zu einer verschworenen Gemeinschaft zusammen gewachsen. Für Heiner Wallenwein war es immer wichtig, seinen langjährigen Weggefährten an seiner Seite zu wissen. „Der Werner“, sagte Wallenwein immer wieder, „ist für mich ganz wichtig. Denn das Geld des Handballkreises ist das Geld der Vereine. Und das muss sorgfältig verwaltet werden.“ Deshalb überzeugte Wallenwein in den letzten Jahren Layer immer wieder zum Weitermachen. Unzählige Stunden verbrachten Wallenwein und Layer in den letzten Jahren zusammen. Heiner Wallenwein kann heute Abend aus gesundheitlichen Gründen nicht am Kreistag teilnehmen. Gestern sagte er im Telefongespräch: „Wer mich kennt, der weiß, dass mir das unendlich weh tut.“ Denn sein Leben wurde in den letzten Jahren genauso vom Handball geprägt wie das von Werner Layer.