Team Baden Jahrgang 1997 männlich erreicht das Podest beim deutschen Länderpokal Finale 2014

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2014-03-20-BHV-PI-Deutscher_Länderpokal_Endrunde_m97-Vorbericht-FotoJugend Jahrgang 1997 und jünger den Deutschen Meister im Rahmen der Endrunde des Deutschen Länderpokals 2014 im westfälischen Unna aus. Das Team Baden des Badischen Handball-Verbandes (BHV) erreichte nach einer unglücklichen Niederlage im Halbfinale das Podest mit einem ungefährdeten 27:20 Erfolg über die Mannschaft aus Sachsen-Anhalt.

Den Deutschen Meistertitel errang der Landesverband Hessen mit einem ungefährdeten 25:16 Erfolg im Finale über den HV Sachsen. Hessen löste damit den Württembergischen Handballverband ab, der sich in diesem Jahr nicht für die Endrunde qualifiziert hatte.

In dem All-Star-Team des Deutschen Länderpokals, der auch eine wichtige Plattform ist, um sich unter den Augen der Trainer des Deutschen Handballbundes für die Jugendnationalmannschaft zu empfehlen, standen mit Valentin Spohn und Sascha Pfattheicher auch zwei Spieler des BHV, die beide aus der Talentschmiede der SG Pforzheim/Eutingen stammen.

 

Fazit des BHV-Trainers Carsten Klavehn:

„Unsere Jungs haben im kleinen Finale eine gute Antwort auf das Halbfinale gegeben und einen versöhnlichen Abschluss geschafft. Sie waren noch einmal voll konzentriert und haben sehr diszipliniert gespielt. Die Mannschaft hat sich sehr gut präsentiert und hat gerade bei den DHB Verantwortlichen ein positives Bild erzielt. Die Jungs waren körperlich und taktisch in den Vereinen gut vorbereitet worden, so dass wir es leicht hatten, sie auf die einzelnen Aufgaben richtig einzustellen. Wir wissen, dass die Hauptlast bei den Vereinen liegt und sehen, dass wir im badischen Handball auf dem richtigen Weg sind. Wir gehören wieder zu den besten drei Verbänden in Deutschland. In den Gesprächen mit den DHB-Trainern haben wir nun erfahren, worauf in den kommenden Jahrgängen Wert gelegt wird. Unsere Aufgabe wird es sein, dies im Verband und in den Vereinen umzusetzen.“

 

Stimmen der DHB-Trainer – Christian Schwarzer:

Christian Schwarzer über Valentin Sohn:

„Eher ein Shooter, aber auch mit Fähigkeiten im eins gegen eins und in der Kooperation mit dem Kreisläufer. Als Rückraumlinker hat er ein sehr gutes Turnier gespielt und viele einfache Tore aus dem Rückraum von jenseits der Neun-Meter-Linie erzielt.”

Christian Schwarzer über Sascha Pfattheicher:

„Der Junge kann einen Trainer auch mal zur Weißglut bringen. Er hat so eine Leichtigkeit in seinen Aktionen. Ob das nun beim Sprint, eins gegen eins oder Wurf ist – man hat immer das Gefühl, er strengt sich gar nicht an. Manchmal ist er deshalb schwer einzuschätzen, aber in Unna hat er ein sensationelles Wochenende gespielt. Sascha ist ein Rechtsaußen, der sehr viel Potenzial in sich hat. Und vielleicht bringen wir Trainer ihn im Training auch noch einmal zum Schwitzen.“

 

 

Für den Badischen Handball-Verband spielten (Tore in Klammer):

Felix Schucker, Moritz Mangold (beide SG Pforzheim/Eutingen), Janis Steinhauser (SG Kronau/Östringen) – Hurst Fabian (SG Heidelsheim/Helmsheim) (4), Valentin Spohn (21), Julian Broschwitz (14/6), Arne Ruf (1), Sascha Pfattheicher (30), Chris Wark (4), Tom Schlögl (alle SG Pforzheim/Eutingen) (9), Philip Meyer (1), Rico Keller (13), Jonas Bauer (alle SG Kronau/Östringen) (12), Julian Zipf (2), Sandro Pagliara (beide HG Oftersheim/Schwetzingen) (13), Lukas Klee (JSG Leutershausen/Heddesheim) (4)

 

Spielbericht – dritter Turniertag- Spiel um Platz 3:

In seinem letzten Auftritt beim Länderpokal in Unna zeigte sich das Team Baden noch einmal von seiner besseren Seite. Die Mannschaft hatte die Niederlage im Halbfinale gut verarbeitet und trat im kleinen Finale noch einmal konzentriert auf. Sowohl in der Abwehr wie auch im Angriff agierten die Badener vom Anpfiff weg so, dass keine Zweifel aufkommen konnten, dass sie sich die Bronze-Medaille sichern wollten. Schon nach acht Minuten lagen die Jungs des Badischen Handball-Verbandes mit 6:1 in Front und hatten ihren Spielrhythmus gefunden. Bis Mitte der ersten Hälfte war der Vorsprung auf 8:2 angewachsen. Obwohl die badischen Verbandstrainer schon in der ersten Halbzeit Akteure einsetzten, die bis dahin nicht unbedingt in der Startsieben gestanden hatten, ließ das Team dem Gegner wenige Chancen. Bis zur Pause führten die Badener 7:15 und konnten beruhigt in die zweite Hälfte gehen. Nach dem Wechsel setzten die Trainer Klavehn und Lipps weiter Spieler ein, die im gesamten Turnierverlauf nicht immer hohe Einsatzzeiten vorweisen konnten. Es ließ sich daher nicht vermeiden, dass in der Abwehr nicht mehr die Kompaktheit vorlag, wie in der ersten Hälfte. Die Mannschaft aus dem neuen Bundesland nutzte die Gelegenheit und kam nach der Pause etwas besser ins Spiel. Sachsen-Anhalt erzielt nach der Pause fast doppelt so viel Treffer, ohne aber das BHV-Team in Gefahr zu bringen. Vorne stimmte auch nach dem Wechsel die Leistung, so dass Sascha Pfattheicher und seine Kameraden den Gegner immer mit sieben, acht Toren auf Distanz halten konnte. Am Ende sicherte sich das TEAM Baden den dritten Rang mit einem verdienten 27:20 Erfolg.

 

Spielbericht – zweiter Turniertag – Letztes Gruppenspiel und Halbfinale

Der zweite Spieltag der Finalrunde im Länderpokal des Deutschen Handballbundes sollte für das Team Baden den nächsten Schritt zum großen Erfolg bringen. Allerdings musste zunächst noch die letzte Begegnung der Vorrunde gegen den Handballverband Bayern gespielt werden. Ein schwieriges Unternehmen, denn zum einen wollte der Gegner zeigen, dass er mehr zu leisten imstande ist, als er bisher gezeigt hatte, zum anderen war Baden schon sicher im Halbfinale. „Es ist immer schwieriger sich noch einmal voll zu motivieren, wenn man schon sicher weiter ist“, wusste Trainer Klavehn schon vor dem Anpfiff. Seine Jungs kamen etwas schwer in den Rhythmus und jagten in der Anfangsphase ständig einem Rückstand hinterher. Positiv war, dass das Team postwendend zum Ausgleich kam. Tom Schlögel schaffte mit seinem Treffer zum 6:5 die erste Führung für Baden in der zehnten Minute, die bis zum Schlusspfiff nicht mehr abgegeben wurde. Bis zur Halbzeit hatten sich die Akteure des BHV schon einen Vorsprung von drei Toren erarbeitet und gingen mit einer beruhigenden 14:11 Führung in die Kabine. Nach dem Wechsel begann das Trainergespann Klavehn/Lipps einige der Stammspieler zu schonen und brachten vor allem jene auf das Parkett, die sonst weniger Einsatz hatten. Mit einem 4:0 Lauf unmittelbar nach Wiederanpfiff gelang den Badenern eine kleine Vorentscheidung. In der 29. Minute war der Vorsprung sogar auf sieben Tore angewachsen und es galt für die badischen Jungs nur noch das Spiel ruhig zu Ende zu bringen. Obwohl Bayern gegen Ende noch etwas Ergebniskosmetik betreiben konnte, war der badische Sieg nie in Gefahr. „Wir haben das letzte Gruppenspiel am Ende doch verdient gewonnen“, bilanzierte Trainer Klavehn.

Die wohl wichtigste Partie für das Team Baden stand dann mit dem Halbfinale gegen Sachsen an, das sich in Gruppe eins hinter Hessen den zweiten Platz gesichert hatte. In dieser wichtigen Begegnung kamen die Badener nicht so richtig in Schwung und lagen in der Startphase ständig im Hintertreffen. „Sachsen war vom Anpfiff weg spritziger und emotionaler“, sah Trainer Klavehn klare Pluspunkte beim Gegner. Sascha Pfattheicher versuchte seine Kameraden mit zu nehmen und schaffte mit drei Toren bis Mitte der ersten Hälfte immer wieder den Anschluss, aber der Ausgleich wollte nicht gelingen. Die Ostdeutschen verteidigten den Vorsprung bis zum Halbzeitsignal und nahmen eine knappe 12:13 Führung mit in die Kabine. Im ersten Angriff nach dem Wechsel gelang Jonas Bauer der Ausgleich und weckte damit beim badischen Anhang Hoffnung, dass die zweite Hälfte anders verlaufen könnte. Aber die Jungs aus dem neuen Bundesland antworteten mit zwei weiteren Treffern und setzten die Kontrahenten aus Baden abermals unter Druck. Als Rico Keller beim Stand von 13:15 von der Siebenmeterlinie scheiterte, nutzten die Sachsen die Chance und erhöhten den Vorsprung auf drei Tore. Jetzt wurde es für die Badener schwer, denn das Spiel des Gegners wurde immer sicherer und drängte die badischen Jungs immer mehr in die Rolle des Jägers. Als Julian Zipf die nächste Chance von der Linie vergab, sahen sich Klavehn/Lipps gezwungen, den grünen Karton auf den Tisch zu legen. Leider zeigten die Worte der Trainer nur bei Pfattheicher Wirkung und das war zu wenig. Im Spielabschnitt nach der Auszeit schraubten die Sachsen das Ergebnis auf 21:16 und schufen damit eine Vorentscheidung, zumal Baden mit dem nächsten Versuch von der Siebenmeterlinie erfolglos blieb. Trotz aller Bemühungen kam das Team Baden erst in der Schlussphase etwas näher heran und unterlag aber in diesem Halbfinale doch mit 22:25. „Die Niederlage geht in Ordnung, denn wir haben es nicht geschafft, in dieser Partie unsere beste Leistung abrufen zu können. Dieses Halbfinale zeigte ein hohes Niveau und dazu haben wir wesentlich beigetragen. Dass wir erneut zu den vier besten Teams in Deutschland zählen, sehe ich als Bestätigung unserer Arbeit im Verband und in den Vereinen. Wir wollten gewinnen, aber es sollte anscheinend nicht sein. Im kleinen Finale werden wir noch einmal angreifen, wir wollen eine Medaille“, zog Trainer Klavehn Bilanz nach dem Halbfinale.

 

Spielbericht – erster Turniertag

Das Team Baden startete optimal in die Finalrunde des Länderpokales 2014. Die Schützlinge des Trainergespannes Carsten Klavehn und Alexander Lipps kam mit zwei Siegen in dieses Turnier und sicherte sich schon am ersten Tag die Qualifikation für das Halbfinale.

Die Auftaktbegegnung bestritten die Badener gegen Sachsen-Anhalt und legten einen konzentrierten und disziplinierten Start hin, der dem Team nach acht Minuten eine klare 5:1 Führung einbrachte. Trainer Jens Pardun (HV Sachsen-Anhalt) nahm eine Auszeit und stellte seine Mannschaft neu ein. Angetrieben von Valentin Spohn und dem schnellen Rechtsaußen Sascha Pfattheicher, die beide bis dahin schon je zweimal erfolgreich eingenetzt hatten, blieben die Badener weiter in Schwung. Bis zur Halbzeit hielten sie den Gegner mit vier Toren auf Distanz und gingen mit einer 11:7 Führung in die Pause. Nach dem Wechsel „spielten unsere Jungs weiter sehr konzentriert und arbeiteten auch in der Abwehr sehr effektiv“, erklärte Trainer Klavehn nach dem Spiel. Vor allem Pfattheicher, dem insgesamt neun Treffer gelangen, war von den Ostdeutschen nicht zu bremsen. Da das Team des Badischen Handball-Verbandes auch in der Breite gut aufgestellt ist, konnte auch in Hälfte zwei das Niveau hoch gehalten werden. Am Ende sprang ein deutlicher 26:20 Sieg heraus und ermöglichte so den erhofften Start in das Turnier.

Da der Landesverband Berlin in der zweiten Partie dieser Gruppe überraschend deutlich den HV Bayern geschlagen hatte, war den badischen Jungs klar, dass im nächsten Spiel gegen die Hauptstädter schon eine Vorentscheidung fallen könnte, wer am Halbfinale teilnehmen darf. Das Team Baden kam gegen die Berliner etwas schwerer in den Rhythmus und lag bis zur fünften Minute mit 1:4 in Rückstand. Trainer Klavehn lobte aber seine Jungs, „dass sie in dieser Phase einen kühlen Kopf bewahrt haben.“ Wieder war es Pfattheicher, der mit seinem Anschlusstor seine Farben in Schwung brachte. Das Team konnte sich in dieser Begegnung auch auf die beiden Torhüter Felix Schucker und Janis Steinhauser verlassen, die durch gute Leistungen mithalfen, dass bis zur zwanzigsten Minute die Badener wieder dran waren. Spohn sorgte mit drei Treffern in Folge nicht nur für den Ausgleich, sondern legte gleich zweimal vor. Sein letztes Tor bedeutete gleichzeitig den Halbzeitstand von 12:11. Nach dem Wechsel knüpften Pfattheicher und seine Kameraden da an, wo sie von der Pause aufgehört hatten. In Abwehr und Angriff wurde wie in der Auftaktpartie sehr konzentriert agiert, so dass die Führung nie mehr aus der Hand gegeben wurde. Ein Indiz dafür, wie diszipliniert die badischen Jungs in Unna auftraten, war die Tatsache, dass sie sich nur eine Zeitstrafe einhandelten. Beim Stand von 16:13 hatten die Badener das erste Mal die Nase mit drei Treffern vorn. Die Hauptstädter schwächten sich immer wieder selbst, indem sie insgesamt fünf Zeitstrafen in Kauf nehmen mussten. Pfattheicher, Spohn und Co nutzten die Chancen und bauten den Vorsprung immer weiter aus. Zehn Minuten vor dem Ende lag das badische Team mit 21:15 in Front und war durch den Treffer von Rico Keller endgültig auf der Siegerstraße. Der Junglöwe war es auch, der zwei Minuten vor dem Schlusspfiff mit seinem dritten Treffer das Endergebnis von 25:18 sicherte. Obwohl die Berliner die Schlussphase in doppelter Unterzahl überstehen mussten, gelang dem Team Baden kein Tor mehr. Trainer Klavehn bilanzierte nach beiden Begegnungen: „Ich bin sehr zufrieden mit unseren Jungs. Sie haben sich in beiden Partien sehr gut präsentiert. Es hat sich für uns gerade gegen Berlin als Vorteil gezeigt, dass wir einen breiten Kader von sechzehn guten Spielern dabei haben. Wir haben uns schon für das Halbfinale qualifiziert, werden aber dennoch auch die Partie gegen den Landesverband Bayern sehr ernst nehmen.“ Sein Partner Alexander Lipps schickte denn auch eine kleine Warnung an die badischen Jungs hinterher: „Der Länderpokal ist noch nie am Freitag entschieden worden.“

Quelle: Badischer Handball Verband, Verfasser: Erich Schütt