Gelungener Start der Rhein-Neckar Löwen nach der Winterpause

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Die Weltmeisterschaft in Katar ist Geschichte und damit hat der Alltag in der DKB-Handball-Bundesliga wieder Einzug gehalten. Die Rhein-Neckar Löwen starteten in der heimischen SAP-Arena ausgerechnet gegen den Bergischen HC, der ihnen in der Hinrunde eine schmerzliche Niederlage verpasste. Also war am Mittwochabend Revanche angesagt. Vor 4132 Zuschauern sah es lange Zeit nach einer weiteren Überraschung aus, ehe die badischen Löwen den bergischen Löwen in die Schranken weisen konnte.. Mit einem 30:24 gelang den Badenern doch eine deutliche Revanche, nachdem sie bei Halbzeit noch mit 12:13 zurück lagen.

Trainer Nicolaj Jacobsen musste für diese Partie auf den norwegischen Kreisläufer Bjarte Myrhol verzichten, der sich mit Verletzungssorgen herum plagt. An seiner Stelle rückte Nachwuchsmann David Ganshorn als zweiter Kreisläufer hinter Gedeon Guardiola in den Kader und kam in seinem ersten Einsatz gleich zu einem Torerfolg.

Die Löwen Anhänger waren gespannt wie ihre Lieblinge die lange Pause und den Stress der Weltmeisterschaft überstanden hatten. Die Startphase sah aus Sicht der Gelbhemden eigentlich ganz gut aus, denn nach fünf Minuten lag der Tabellenzweite mit 3:1 in Front. Doch dann fanden die Bergischen besser in die Partie und agierten fortan mit dem Gastgeber auf Augenhöhe. Mit einer aggressiven Abwehrarbeit störten die Schützlinge von Trainer Sebastian Hinze die Hausherren recht intensiv beim Spielaufbau und brachten die Tormaschine der Löwen recht unsanft ins Stottern. In der 12. Minute markierte Spielmacher Viktor Szilagyi die erste Führung für seine Farben. Im folgenden Spielabschnitt legte der BHC immer wieder vor und zwang die Hausherren in die Verfolgerrolle. Der Vizemeister der vergangenen Saison vergab vor der Pause elf Chancen und hatte dazu einige unnötige Ballverluste zu verzeichnen.

David Ganshorn bei seinem ersten Einsatz (Foto: cls)
David Ganshorn bei seinem ersten Einsatz (Foto: cls)

Zwölf Minuten vor dem Ende der ersten Hälfte wurde Ganshorn an den Kreis beordert und fügte sich sofort gut ein. Bei seinem ersten Angriff in der stärksten Liga der Welt, setzte er sich gut in Szene und verwertete seine Chance zu seinem ersten Treffer. Toller Einstand für den Spieler aus der Nachwuchsabteilung der SG Kronau/Östringen. Trainer Jacobsen meinte nach dem Spiel: „David hat seine Sache super gemacht, das freut mich sehr. Er wird auch am Samstag mit nach Moskau fliegen.“

 

Der große Rückhalt der Löwen war wie schon so oft der dänische Torhüter Niklas Landin, der bis dahin schon auf acht Paraden kam. In der 24. Minute schickten ihn die beiden Schiedsrichter für zwei Minuten auf die Bank, da er sich beschwert hatte. Die Überzahl nutzte Milos Dragas zur ersten Führung mit zwei Toren für seine Mannschaft. Nach einer konzentrierten Abwehr zog Guardiola davon und netzte zum 11:12 ein. Drei Minuten vor dem Pausenpfiff markierte Christian Hoße abermals eine Führung mit zwei Toren und Trainer Jacobsen zückte den grünen Karton. Die Schlussphase wirkte etwas hektisch. Mads Mensah Larsen scheiterte nach der Auszeit mit einem Wurf an dem starken Torhüter Mario Huhnstock, dann kassierte Hoße eine Zeitstrafe, so dass die Badener die restliche Spielzeit in Überzahl agieren durften. Die nächste Gelegenheit von Patrick Groetzki machte erneut der Gästetorhüter zunichte. Die letzten Aktionen gehörten dann Niklas Landin. Zunächst parierte er einen Siebenmeter und brachte dann schnell den Ball nach vorne. Groetzki zeigte sich neun Sekunden vor dem Ende treffsicher und verkürzte auf 12:13. Das bedeutete den Pausenstand, da Landin in der Schlusssekunde aufmerksam gegen Dragas war.

Alexander Petersson setzt sich durch (Foto: cls)
Alexander Petersson setzt sich durch (Foto: cls)

Nach dem Wechsel wirkten die Gastgeber entschlossener und holten sich mit nach dem Ausgleich Mads Mensahs durch den isländischen Linkshänder Alexander Petersson die Führung zurück. Einige Angriffe später legten Petersson und Spielmacher Andy Schmid nach langer Zeit wieder einmal zwei Treffer gegenüber dem BHC vor. Schmid versenkte die Harzkugel mit dem Rücken zum Tor und überraschte damit Huhnstock. Die Gäste gaben sich aber nicht geschlagen und hielten weiter dagegen. Nach einer Zeitstrafe gegen Kneer nutzte Fabian Gutbrod die Gelegenheit zum Anschlusstreffer. Im Gegenzug scheiterte Schmid am glänzend reagierenden Gästekeeper und Maximilian Herrmann konterte zum 18:18. Die Partie blieb also weiterhin eine enge Kiste. Eine Vorentscheidung fiel dann in der 41. Minute, als Huhnstock ebenfalls wegen einer Beschwerde von den Schiedsrichtern mit einer Strafe belegt wurde. Die Badener nutzten die Überzahl zu zwei Toren durch Stefan Sigurmannsson sowie Schmid und bauten den Vorsprung auf 21:18 aus. Trainer Jacobsen ordnete in der letzten Viertelstunde immer wieder kurze Deckung gegen Spielmacher Szilagyi und Shooter Kristian Nippes an. Mit diesem Schachzug nahm er dem gegnerischen Angriff einen wesentlichen Teil seiner Effektivität. Mitte der zweiten Hälfte erhöhten Larsen und Petersson sogar auf 23:19, was von den Fans lautstark gefeiert wurde. Aber die bergischen Löwen zeigten sich weiterhin kämpferisch und ließen sich auch durch die nächste Zeitstrafe nicht aus dem Konzept bringen. In Unterzahl markierten sie zwei Treffer in Folge und zwangen Jacobsen zur nächsten Auszeit. Den folgenden Angriff schloss Schmid mit einem überhasteten Wurf ab, den der Gästetorhüter sicher parierte. Der BHC hatte also die Gelegenheit zum Anschlusstreffer. Aber Nationalspieler Stefan Kneer passte auf und eroberte das Spielgerät zurück. Petersson wurde im Gegenzug unsanft von Dragas am Torwurf gehindert, der dafür eine Zeitstrafe und einen Siebenmeter hinnehmen musste. Kapitän Gensheimer kam aufs Feld zurück und verwandelte sicher zum 25:22. Die Schlussphase sah dann einen überragenden Landin, der mit acht Paraden maßgeblich daran beteiligt war, dass der BHC in den letzten zwölf Minuten nur noch zweimal erfolgreich war. Die Gelbhemden standen in dieser Phase sehr sicher in der Deckung und markierten durch schnelle Gegenstöße über Sigurmannsson und Groetzki einfache Treffer. Der Nationalrechtsaußen zeichnete sich für die letzten drei Tore der Badener verantwortlich. Nach dem 30:24 Erfolg meinte der Linkshänder: „Die Umstellung nach der Weltmeisterschaft ist mir recht leicht gefallen, denn es tat gut nach fünf Wochen wieder andere Gesichter zu sehen. Leider haben wir diese Leichtigkeit heute in der ersten Halbzeit auf dem Spielfeld nicht zeigen können. Wir haben dort aus dem Rückraum nicht gut getroffen und haben auch sonst viele Chancen liegen lassen. In der zweiten Halbzeit haben wir vom Anfang an gezeigt, dass wir heute keine Punkte liegen lassen wollten. Wir haben rechtzeitig den Schalter umgelegt und den Sieg sicher nach Hause gebracht.“

 

Für die RNL spielten: Niklas Landin, Bastian Rutschmann – Andy Schmid (4), Uwe Gensheimer (6/5), Stefan Kneer, Stefan Sigurmannsson (3), Marius Steinhauser, Mads Mensah Larsen (3), Patrick Groetzki (5), Harald Reinkind, Gedeon Guardiola (3), Alexander Petersson (3), Kim Ekdahl du Rietz (2), David Ganshorn (1)

Für den BHC spielten: Mario Huhnstock, David Ferne  – Moritz Preuss, Christian Hoße (3), Maximilian Hermann (1), Arnor Gunnarsson (3/2), Kristian Nippes (2), Alexander Oelze (1), Jan Artmann (1), Maximilian Weiß (2), Milos Dragas (2), Fabian Gutbrod (3), Viktor Szilagyi (6), Benjamin Meschke