Brühls Aufholjagd von Erfolg gekrönt

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TV Brühl 1912

Brühls Aufholjagd von Erfolg gekrönt

Badenliga Damen: TSG Wiesloch – TV Brühl 34:35 (22:16)

In einer torreichen Begegnung holte sich der TV Brühl bei seinem Gastspiel in Wiesloch mit 35:34 beide Punkte ab. Der Erfolg der Gäste, bei denen lediglich Malin Handrick fehlte, war allerdings lange Zeit ungewiß, denn die TSG führte noch in der zweiten Halbzeit teilweise mit sieben Toren, bevor sich die Brühlerinnen auf ihre Stärken besannen und das Steuer noch herumrissen.

In den vergangenen Spielzeiten zählte Wiesloch für den TVB zu den Gegnern, die er ganz gut zu bespielen wußte. Bei den Gastgeberinnen hängt vieles, wenn nicht sogar alles, von der Form der Spielgestalterin und Dauertorschützin Johanna Sauter ab. Brühl begann daher mit der gewohnten 5:1 Deckung, die allerdings in der ersten Hälfte ihre Wirkung verfehlte, 22 Gegentreffer waren da sehr aussagekräftig. Auf der anderen Seite deckte Wiesloch mittels 4:2-Fomation, Kerstin Siebenlist und Anja Kemptner wurden praktisch aus dem Spiel genommen. Brühl verzichtete auf den Kreis und erhoffte sich dadurch mehr Räume für die restlichen Offensivkräfte. Der wurde in den ersten 30 Minuten nur unzureichend genutzt. Zu oft rannten sich die Gäste fest oder deren Angriffe wurden nicht nutzbringend zu Ende gespielt.

Die Zuschauer sahen ein interessantes und abwechslungsreiches Spiel mit ständigem Torjubel auf beiden Seiten. Bezeichnend, nach nicht einmal zwölf Minuten waren bereits 20 Treffer gefallen, zu diesem Zeitpunkt hieß es 10:10. Im kompletten Rest der ersten Halbzeit gelang dem TVB nicht mehr viel. Wiesloch erkannte seine Chancen und zog bis auf 17:12 davon. Eine erste Gästeauszeit brachte zunächst keine Besserrung, denn zur Pausensirene führte Wiesloch mit 22:16.

Hatte Brühl gegen den keinesfalls übermächtigen Gegner noch eine Chance? Bei entsprechender Steigerung ein klares Ja. Es mußte nur etwas passieren. Außer der Umstellung auf die 6:0 Deckungsvariante, die der Gästeabwehr mehr Stabilität verleihen sollte, waren größere Umbrüche zunächst nicht auszumachen. Im Gegenteil, denn die TSG erhöhte auf 24:17. Danach brachten die Umstellungen erste Ergebnisse. Die Brühler Abwehr war jetzt in der Lage, den Dauerbeschuß auf das eigene Gehäuse einzudämmen. Auch die Offensivkräfte stachen plötzlich. Abwehrspezialistin Lisa Naber, erzielte fünf ihrer sechs Treffer aus rechtsaußen Position, Maren Röllinghoff traf nicht nur vier Mal, sondern zog mit ihren 1:1 Situationen mehrere Strafwürfe und schließlich schoß Julia Werle zehn Tore. Brühl setzt dazu auf die kämpferischen Aspekte. Dies alles trug dazu bei, daß sich die Gäste immer mehr an die TSG heranpirschten. Nach dem 27:22 traf der TVB fünf Mal in Folge zum Ausgleich. Wiesloch nahm jetzt seine Auszeit, aber da war der Umschwung bereits im vollen Gang. Beim 31:30 in der 52. Minute gab es die Gästeführung zu bejubeln, wenig später sorgte Kerstin Siebenlist per Strafwurf für den ersten zwei Tore Abstand (33:31). In der spannenden Schlußphase gelang es Wiesloch nicht mehr, dem Spiel eine andere Wende zu geben. Brühl hatte spätestens nach dem 35:32 die Partie gewonnen. Der Anschlußtreffer zum 34:35 kam für die Gastgeberinnen zu spät. Die letzten Sekunden nahm Brühl von der Uhr.

Ohne spielerisch voll zu überzeugen, holten die Schützlinge von Fred Klaszus zwei Auswärtspunkte und die sind bekanntlich immer wichtig und die richtige Motivation für das kommende Spitzenspiel zu Hause gegen Aufstiegskandidat Viernheim.

TV Brühl: Lauerwald, Zimmermann; Werle (10), Röllinghoff (4), Gross (1), Siebenlist (11/9), Henn, Naber (6), Kemptner (2), Tomann, Le. Bühn (1).                                                                                                                     ako