Die Rhein-Neckar-Löwen bleiben dicht am Tabellenführer THW Kiel dran

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Issaias GuardiolaKarlsruhe (esch).  Einige der Anhänger der Rhein-Neckar-Löwen kamen am Mittwochabend mit recht unguten Gefühlen zum Heimspiel ihrer Mannschaft gegen den TuS Nettelstedt-Lübbecke in die SAP-Arena. Sie waren in der Vorrunde Augenzeuge der überraschenden Niederlage gegen die Westfalen und hofften nun, dass in der heimischen Halle die Revanche gelingen sollte. Das Team von Trainer Gudmundur Gudmundsson hatte jedoch eine Antwort auf diesen Ausrutscher parat, die  in dieser Deutlichkeit allerdings niemand vorhergesehen hatte. Schon mit dem Pausenpfiff war die Begegnung entschieden, denn die Löwen lagen nach dreißig Minuten mit 21:9 in Front und hatten den Gegner in Hälfte eins glatt an die Wand gespielt.

Der Löwen-Coach eröffnete sein Statement in der Pressekonferenz entsprechend zufrieden: „Meine Mannschaft war sehr konzentriert von Anfang an und hat eine bärenstarke Abwehr gespielt. Unser Torhüter war auch klasse. Von 21 Toren haben wir allein fünfzehn durch Tempogegenstöße gemacht, eine unglaubliche Quote.“

Abwehr war kompaktDie Gäste hatten Anspiel und wurden vom dänischen Nationaltorhüter Niklas Landin-Jacobsen sofort gestoppt. Kapitän Uwe Gensheimer eröffnete dann den Torreigen von der Siebenmeterlinie, nachdem Kim Ekdahl du Rietz unfair beim Torwurf behindert wurde. In dieser Anfangsphase konnte man den Eindruck gewinnen, dass es wieder zu einer engen Kiste gegen die Ostwestfalen werden würde, denn die Truppe von Dirk Beuchler hielt voll mit und ging beim 2:3 durch Kreisläufer Mattias Gustafsson das erste und auch einzige Mal in Führung. Wieder war es der Kapitän der Badener, der das Blatt wendete. Erneut von der Linie und anschließend durch einen schnellen Gegenstoß brachte Gensheimer die Gelbhemden auf Siegeskurs. Bis zur achten Minute folgten vier weitere Treffer der Löwen, so dass sich der Gästetrainer gezwungen sah schon früh den grünen Karton auf den Tisch zu legen. Allerdings halfen seine Worte wenig, um den Schnellzug Rhein-Neckar-Löwen bremsen zu können. Landin-Jacobsen wehrte ein Schussversuch von Jens Schöngarth ab und schickte Patrick Groetzki auf Reisen zur 9:4 Führung. Der dänische Weltklassemann im Gehäuse der Gastgeber war mit vierzehn Paraden in Hälfte eins Garant dafür, dass die Ostwestfalen nur zu neun Treffern kamen. Allerdings wurde er durch eine bärenstarke Abwehr der Gelbhemden unterstützt, die zwischen der achten und 25. Minute kein weiteres Tor der Gäste zuließ. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Angreifer der Löwen schon siebzehnmal erfolgreich. Der Motor des Angriffsspieles der Hausherren lief auf Hochtouren und das mit hohem Tempo. Aus der aggressiven Deckung der Gelbhemden wurden allein in Hälfte eins fünfzehn Gegenstöße erfolgreich verwertet, wobei noch einige weitere Versuche im Übereifer vergeben wurden. Wesentlichen Anteil hatten vor allem die beiden Außen Gensheimer und Groetzki, die zusammen elf Treffer beisteuerten. Bis zum Pausenpfiff  kamen die Gäste besser ins Spiel und betrieben etwas Ergebniskosmetik. Sie konnten allerdings nicht verhindern, dass die Löwen nach Ende der ersten Halbzeit mit 21:9 enteilt waren und die Partie schon entschieden war.

Kapitä Uwe GensheimerNach dem Wechsel löste Goran Stojanovic den Dänen im Tor ab und im Feld kam Stefan Sigurmannsson für den Kapitän Gensheimer auf die Platte. „In der zweiten Hälfte haben wir ein paar Spieler und auch Kräfte geschont, denn wir haben am Samstag das nächste wichtige Spiel gegen Kielce in der Champions-League,“ erklärte der isländische Löwen-Coach den Verlauf der zweiten Halbzeit. „Wir wollten aber auch den zweiten Durchgang gewinnen und haben das geschafft,“  fügte Kim Ekdahl du Rietz hinzu. Der Löwen-Motor blieb nur im Angriff auf vollen Touren, während die Abwehr sich etwas zurück nahm. Viele Fans hatten damit gerechnet, dass Alexander Peterrsson nach der Pause eingewechselt wird, nachdem ihn Gudmundsson zunächst geschont hatte. Da die Partie eigentlich gelaufen war, konnte man den isländischen Linkshänder auch nach dem Wechsel auf der Bank lassen, was seinem lädierten Knöchel sicherlich gut tat. Die Gäste sahen im zweiten Durchgang etwas besser aus und sorgten dafür, dass der Rückstand nicht noch weiter anwachsen konnte. Bei den Badenern beteiligte sich letztendlich fast jeder eingesetzte Feldspieler an dem Torreigen, einzig Abwehrstratege Nikolai Manojlovic blieb der Torjubel vorenthalten. Der Tabellenzweite aus der Rhein-Neckar-Region revanchierte sich am Ende deutlich mit 37:24 für die Hinspielniederlage und schloss nach Pluspunkten zu Tabellenführer THW Kiel auf.

„Die Mannschaft spielt seit Wochen auf einem hohen Niveau und es macht richtig Spaß ihr zu zuschauen. Obwohl sie oft nur wenige Tage zur Vorbereitung auf das nächste Spiel hat, schafft es die Mannschaft trotzdem einen richtigen Handballspaß abzuliefern und es ist Schade, dass so wenige Zuschauer kommen. Es liegt aber sicherlich nicht an den Rhein-Neckar-Löwen, sondern einfach an den Spielplanungen,“  äußerte sich Manager Thorsten Storm nach der Begegnung.

 

Für die Rhein-Neckar Löwenspielten: Niklas Landin-Jacobsen, Goran Stojanovic (ab 31.)   –  Andy Schmid (2), Uwe Gensheimer (8/5), Zarko Sesum (2), Issaias Guardiola (5), Nikolai Manojlovic , Sergey Gorbok (4), Bjarte Myrhol (3), Patrick  Groetzki (6), Gedeon Guardiola (3), Alexander Petersson, Kim Ekdahl Du Rietz (3), Stefan Sigurmannsson (1)

Für den TuS N-Lübbecke spielten
: Nikola Blazicko (ab16.), Malte Semisch   –   Mattias Gustafsson (1), Frank Loke (6),Drago  Vukovic (1), Dennis Wilke (1), Gabor Langhans, Ramon Tauabo (2),Ales Pajovic, Pawel Niewrzawa (4), Maximilian Schubert (3/2), Jens Schöngarth (6), Tim Remer.

Quelle: Erich Schütt, Fotos: Claudi Schmitt