Der neue Drittligatrainer Sandro Catak im Interview

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Sabdro Catak (SG Kronau/Östringen (Foto: Uwe Knebel)

„Ich denke positiv und will immer Erfolg haben“

Nochmals verjüngt mit einem Altersschnitt von deutlich unter 20 Jahren gehen die Handballer der SG Kronau/Östringen die neue Saison in der Dritten Liga an. Momentan befinden sich die Junglöwen in der Vorbereitung. Wir unterhielten uns mit dem neuen Trainer Sandro Catak (32) über dessen erste Eindrücke und Zielsetzungen beim Bundesliganachwuchsteam.

Sabdro Catak (SG Kronau/Östringen (Foto: Uwe Knebel)
Sandro Catak (SG Kronau/Östringen (Foto: Uwe Knebel)

Sandro, die ersten Wochen bei den Junglöwen sind absolviert. Wie ist Dein erster Eindruck?

Sandro Catak: Der ist einfach schlichtweg positiv. Ich wurde ganz gut aufgenommen und habe mich von Anfang an wohlgefühlt. Ich gehe mit Spaß ins Training, das ist mir ganz arg wichtig. Die Leute im Umfeld sind unheimlich engagiert und hilfsbereit. Die Mannschaft zieht richtig gut mit, auch wenn die ersten Vorbereitungswochen viel abverlangt hatten.

Was fiel Dir anfangs besonders auf?

Catak: Es ist was anderes als in meinen vorherigen Vereinen. Hier beim Bundesligaunterbau der Rhein-Neckar Löwen ist alles nochmals eine deutliche Stufe professioneller, aber deswegen bin ich auch hier her gewechselt.

Und wie erfolgte das Kennenlernen?

Catak: Ich kannte bisher nur Maximilian Schwarz, der bei mir in Bretten gespielt hat, näher. Alle anderen waren „Neuland“ für mich, wenngleich ich von meinem Vater, der bei der SG als Torwarttrainer arbeitet, bereits viel mitbekommen hatte. Es war insgesamt von Anfang an ein recht offener Umgang. Ich habe der Mannschaft meine Wünsche erläutert, wie ich mir die Zusammenarbeit vorstelle und wie alles abzulaufen hat. Bis jetzt passt alles sehr gut.

„Ich bin ein absoluter Teamplayer“

Kannst Du die Wünsche konkretisieren?

Catak: Ja klar. Das sind zunächst mal organisatorische Sachen wie Disziplin und Pünktlichkeit. Ich bin absoluter Teamplayer und lebe das auch vor. Ich finde, dass wir nur so erfolgreich bestehen werden.

Worauf lag in den ersten Wochen der Schwerpunkt beim Training? Wurde kräftig konditionell gearbeitet?

Catak: Ich habe da ja einen Fachmann mit Uwe Barthel, der die Spieler schon lange kennt. Die Jungs sind in diesem Modus drin. Uwe kümmert sich um den gesamten athletischen Bereich mit Kraft und Ausdauer. Nichtsdestotrotz haben wir schon anfangs auch spielerische Elemente eingebaut, um früh genug reinzukommen. Die Jungs kennen die Abläufe und ich ergänze dies durch meine Ideen. Deswegen haben wir in den ersten Wochen auch bereits im taktischen Bereich gearbeitet, weil wir in der ersten Vorbereitungsphase alle zusammenhatten. In der zweiten Hälfte ist dies nicht mehr so der Fall, weil aufgrund der Olympiavorbereitung der ein oder andere Akteur zur ersten Mannschaft hochgezogen wird. Deswegen musste ich im Trainerteam zusammen mit Tobias Scholtes schauen, dass wir früh genug spielerisch vorankommen.

Wie wichtig sind dabei die Testspiele?

Catak: Ergebnisse sind für mich da nicht immer das wichtigste. Es geht vielmehr darum das umzusetzen, was wir unter der Woche trainiert haben. Aufgrund der Vorbereitung waren das ein oder andere Mal sicherlich auch die Beine schwer, aber das gehört dazu. Dass dann nicht alles reibungslos funktioniert, ist völlig normal.

„Meine Spieler nehmen ganz schnell auf, was ich von ihnen verlange.“

Wie sieht die Trainingswoche aktuell aus?

Catak: Wir trainieren vier Mal in der Halle. Vorher sind die Jungs bereits im Athletik- oder Kraftbereich tätig. Das Pensum ist sehr hoch, deswegen müssen wir die Belastung auch sinnvoll verteilen. Meine Spieler nehmen ganz schnell auf, was ich von ihnen verlange. Und so ergänzen wir spielerisch jeweils immer ein Element, in Abwehr wie in Angriff, wobei die Defensive einen wichtigen Faktor für mich darstellt. Davon ausgehen wollen wir einen schnellen Tempohandball spielen.

Blicken wir auf die kommende Saison. Die Junglöwen treten mit einem blutjungen Team in der Dritten Liga an. Welche Herausforderungen müssen dabei gestemmt werden?

Catak: Wir haben die jüngste Mannschaft mit dem jüngsten Trainer in der Liga. Das Ziel ist, dass wir die guten Leistungen der letzten Jahre fortsetzen und die Jungs insgesamt weiter voranbringen. Ich finde, wir stehen vor einem großen Umbruch, weil mit Michel Abt und David Ganshorn wichtige und erfahrene Säulen weggefallen sind. Das darf man nicht unterschätzen, beide waren mit die besten Mittelblocker in der Liga und auch vorne eine der erfolgreichsten Achsen. Auch Marco Bitz im Tor nicht zu vergessen. Wenn solche Spieler weggerissen werden aus einem ohnehin jungen Team und kaum Erfahrung dazukommt, dann ist dies natürlich eine große Veränderung. Aber das ist jetzt gleichzeitig auch die Chance für die jungen Spieler sich zu zeigen, sich zu entwickeln und einfach in die Rollen zu schlüpfen, die hinterlassen wurden.

Du bist zur zweiten Mannschaft, zum Bundesligaunterbau des Deutschen Meisters gewechselt. Löst dies zusätzlichen Druck aus?

Catak: Ich habe diese Entscheidung ja bewusst getroffen. Ich möchte diese Herausforderung. Ich wollte auch persönlich einen Schritt weiterkommen. Und Druck ist schließlich überall als Trainer da, egal in welcher Liga. Ich denke positiv und will immer Erfolg haben. Von daher stelle ich die größte Herausforderung an mich selbst und versuche das dann an die Mannschaft zu übertragen. Klar ist auch, dass alles Zeit brauchen wird.

ZUR PERSON: Sandro Catak

Am 30.05.1984 in Bosanska Gradiska (Bosnien Herzegowina) geboren und in Karlsruhe wohnhaft

Beruflich im Sportmarketing tätig

2004-2011 Profi-Handballspieler bei TSG Ludwigsburg-Oßweil, SG Bietigheim-Metterzimmern, HR Ortenau, HBW Balingen-Weilstetten. Dort beendete er seine Handballkarriere aufgrund des dritten Kreuzbandrisses.

2013-2016: Trainer beim BW-Oberligisten TV Bretten
Ab 2016: SG Kronau/Östringen