Dominik Klein über Motivation, mentale Stärke und das Team

0
2145

DominikHandball-Baden: Dominik Klein, Sie sind Weltmeister, Champions League Sieger, mehrmaliger deutscher Pokalsieger und deutscher Meister. Woher nehmen Sie jede Runde ihre Motivation, immer wieder von Neuem, Titel zu erkämpfen?

Dominik Klein: Ich liebe, was ich tue. Aber Sie haben Recht, es ist nicht einfach, sich immer wieder neu zu motivieren. Doch die Motivation liegt auch darin, sich mit der Mannschaft zu belohnen für eine harte Saison und sich realistische Ziele zu stecken. Wir haben immer das Bild vor uns, am Ende der Saison auf dem Rathausbalkon zu stehen, denn das ist einfach das Schönste, was es gibt!

Das Team ist also ein wichtiger Treiber?

Dominik Klein: Ja, nicht nur im Verein, sondern auch in der Nationalmannschaft. Aber auch selbst muss man immer wieder neue Impulse setzen. Das ist in der Wirtschaft nicht anders als im Sport. Man muss immer an sich und dem Team arbeiten, um das Optimum herauszuholen und als Teil des Teams immer seinen Job bestmöglich zu erledigen. Nur so kann man gemeinsam erfolgreich sein!

Spielt der “Kopf” einem manchmal Streiche?

Dominik Klein:Wir als Team schauen nicht zurück und nur maximal auf die nächste Aufgabe, nämlich das nächste Spiel. Das ist das Wichtigste. Nicht darauf zu achten, was man schon erreicht hat, sondern sich Ziele zu stecken, die realistisch sind. Diese dann zu erreichen, sind positive Erlebnisse und sind wichtig für die Motivation.

Wie können Sie ihrer Mannschaft helfen?

Dominik Klein: Man denkt immer sofort an Tore, aber auch eine gute Abwehrleistung oder den Mitspieler in Aktion zu setzen, ist eine Qualität, wie man der Mannschaft helfen kann. Nicht zu vergessen ist die Körpersprache, die eigene Mannschaft anzufeuern oder das Publikum mit Emotionen zu begeistern, all das kann man, wenn man sich selbst in einem guten Zustand befindet!

Den hatten Sie im letzten Jahr nicht mit der Nationalmannschaft. Vor der WM wurde diese als Gurkentruppe von den Medien abgestempelt. Wie geht man mit so etwas um?

Dominik Klein: Zuerst muss ich sagen, dass wir uns als Team immer auf unsere Aufgabe konzentrieren und die war klar umrissen. Es wäre Energieverschwendung gewesen, sich über die Medien aufzuregen. Nur so konnten wir die volle Aufmerksamkeit auf unsere „Arbeitsvorgabe“ richten. Es lässt einen nicht kalt, aber wenn man als Gruppe klare Ziele verfasst, dann schweißt das zusammen.

Diese Ziele waren von ihrem Coach vorgegeben?

Dominik Klein: Wir wollten uns von Spiel zu Spiel steigern, auf unsere Stärken konzentrieren und mit einem Höchstmaß an Kommunikation unter den einzelnen Teammitgliedern auftreten.

Dabei fiel Ihnen anscheinend eine besondere Aufgabe zu?

Dominik Klein: Das war so nicht zu erwarten, aber ja. Diese war vom Coach nicht vorgegeben sondern hatte sich ergeben. Ich versuche immer positiv aufzutreten und das Team, neben der spielerischen, auch von der emotionalen Seite her zu unterstützen. So was kann man oft bei unseren Auszeiten sehen, da versuche ich am Ende nochmal zu motivieren. Aber es ist auch wichtig, dass man das nicht nur in den guten Phasen des Spiels macht, sondern gerade in den kritischen.

Es ist auffällig gewesen, dass Sie bei diesem Turnier mit besonderer Präsenz aufgetreten sind. Kommt diese einfach so oder muss man sich diese erarbeiten?

Dominik Klein: Einerseits hat man Führungsqualitäten und andererseits muss ich auch kontinuierlich an diesen arbeiten. Das mache ich seit 2009 mit Jürgen Boss von projekt dialog. Mein Manager und Freund, Marc Rapparlié von Global MMK arbeitet seit Jahren auf dem Gebiet mit Herrn Boss zusammen und beide entwickeln Strategien, wie man Top-Sportlern auf der Basis weiterhelfen kann.

Wir drei arbeiten schon seit nun vier Jahren zusammen. Er hatte mir diesen Kontakt schon Ende 2009 empfohlen, als ich in einer schwierigen Phase steckte und mich nicht für die EM in Österreich empfehlen konnte, mit Jürgen zu kooperieren. Im ersten Gespräch mit Jürgen und der Aufarbeitung meines Leistungs- und Gefühlszustandes hab ich gespürt, wie ich wieder in den „guten Zustand“ kommen kann! Wir arbeiten seit diesem, für mich auch sehr „emotionalen“ Moment, sehr erfolgreich zusammen.

Die Entwicklung hat man dann gesehen? Sie ergreifen auch das Wort in den Auszeiten und sind der gute Laune-Faktor in der Mannschaft.

Dominik Klein: Ja, das hat sich aber auch aus der Situation ergeben, dass ich nun mal einer der erfahrensten Spieler in der Mannschaft bin. Aber auch mein Selbstvertrauen mit der neuen Position war gewaltig gestiegen. Daneben ist für mich Optimismus bis zur letzten Minute ein wichtiger Faktor in einem erfolgreichen Gefüge eines Teams. Denn nicht immer kann man nur mit guter Leistung ein Spiel gewinnen, da gehört manchmal etwas mehr dazu.

Global MMK bietet in Kooperation mit projekt-dialog eine in Europa neue Form der Sportlerbetreuung an. Alle Athleten, ob als Einzelkämpfer oder im Mannschaftssport wissen, dass es Phasen gibt, in denen es einfach nicht läuft. Die persönlichen Konsequenzen dieser Tatsache können sehr drastisch sein: im Mannschaftssport der Verlust des Stammplatzes, als Einzelkämpfer sportliche Misserfolge.

projekt-dialog unterstützt Sportler dabei, einen Weg zu finden, Leistung auf den Punkt abzurufen und das eigene Potential auch nachhaltig weiter ausschöpfen zu können.

Mehr dazu unter www.projekt-dialog.com und unter www.global-mmk.de