Deutsche Meisterschaft Männliche B-Jugend

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Heimspieltag 04./05. Mai 2013

Mit einem Sieg und einer Niederlage startete die männliche B1-Jugend der SG Pforzheim/Eutingen in dem Kampf um die Deutsche Meisterschaft.

Vor einer stattlichen Kulisse fanden beide Spiele am Samstag und Sonntag in der Konrad-Adenauer-Halle statt. Ca. 300 bis 400 Zuschauer verfolgten die beiden Heimspiele unserer Mannschaft und sie sahen spannenden und hochklassigen Jugendhandball mit allen Facetten des Handballsports.

Fehlte im ersten Spiel am Samstag bei der Niederlage gegen die TSG Friesenheim noch die mannschaftliche Geschlossenheit, so zeigte die Mannschaft am Sonntag gegen die SG Solingen ihr zweites Gesicht und schickte den Gegner vom Niederrhein mit einer Niederlage nach Hause.

Somit ist die Chance auf ein Weiterkommen ins Final-Four noch da und die Mannschaft brennt auf die Revanche gegen Friesenheim, wo das Rückspiel am nächsten Sonntag, 12. Mai, stattfinden wird. Das Rückspiel in Solingen findet eine Woche später statt.

SG Pforzheim/Eutingen – TSG Friesenheim  23:27  (10:12)

Ohrenbetäubender Lärm empfing unsere Mannschaft und begleitete sie über die ganze Spielzeit hinweg. Vielleicht hemmte dies die Jungs von Alexander Bossert und Michael Broschwitz mehr, als dass es sie anspornte, denn von Anfang an war eine gewisse Nervosität zu spüren, die sich über das ganze Spiel hinzog und zu vielen technischen und individuellen Fehlern führte. Ganz im Gegensatz zu den Gästen aus Rheinland-Pfalz, die von Anfang präsenter und entschlossener wirkten.

Hinzu kam Pech oder auch Unvermögen beim Abschluss, denn bis zur fünften Minute waren Max Lupus am Pfosten, Pascal Kirchenbauer mit einem Siebenmeter an der Latte und Julian Broschwitz an Torwart Jan Keller gescheitert, während die Friesenheimer ihre Chancen durch Philipp Bauer und Lukas Schüßler zum 0:2 nutzten. Jan Strehlau und Julian Broschwitz verkürzten zwar zum 1:2 (5.) und nach einem erneuten Treffer von Bauer zum 2:3 (7.), doch zwei Tempogegenstöße von Dominik Clauß führten nach unnötigen Ballverlusten zum 2:5. Diesem Rückstand lief die Pforzheimer Mannschaft, bei der spielerisch nicht viel zusammenlief und die in der Rückwärtsbewegung und im Abwehrverhalten sehr schlecht aussah, während des gesamten Spiels hinterher. Ordentliche Spielzüge kamen fast gar nicht zustande und das Spiel über die Außen fiel im Gegensatz zu den Gästen fast ganz aus. Irgendwie klappte die Kommunikation zwischen den einzelnen Spielpositionen nicht. Trotzdem blieb der Gastgeber im Spiel und zur Pause wurden die Seiten beim Spielstand von  10:12 gewechselt.

Da Christoph Schwarz kurz vor der Halbzeit eine Zeitstrafe kassiert hatte, begannen die Gastgeber die zweite Halbzeit In Unterzahl und hatten ihre Nervosität und Unsicherheit noch nicht abgelegt, sodass weiterhin Friesenheim präsenter wirkte. Nachdem zunächst Felix Schucker einen Siebenmeter von Dominik Clauß abgewehrt hatte, erzielte dann doch ein Friesenheimer das erste Tor in Hälfte Zwei. Dominic Hopp war zum 10:13 (27.) erfolgreich. Als in derselben Minute Gästespieler Philipp Bauer eine Zeitstrafe absitzen musste, konnte Julian Broschwitz mit einem Strafwurf wieder auf 11:13 verkürzen und die Chance noch näher heranzukommen war gegeben. Doch wieder wurde der Ball unkonzentriert vertändelt und Alexander Falk erzielte für Friesenheim das 11:14 (28.). In der Folge wiederholten sich die bereits angesprochenen Fehler der ersten Halbzeit, wodurch immer wieder die Chancen zum Anschluss vergeben wurden. Dies schien sich nach Ablauf der 34. Minute zu rächen, als Alexander Falk zum 16:19 getroffen hatte. Nachdem die Schiedsrichterinnen einen Kempatreffer vom Pforzheimer Rechtsaußen Sascha Pfattheicher die Anerkennung verweigert hatten, bekam Friesenheim Oberwasser und erhöhte den Druck auf unsere Abwehr, die ihre Abstimmung offensichtlich verloren hatte. Nach und nach erhöhten die Gäste ihren Vorsprung über 16:20, 17:23 und 18:23 auf 19:27 (46.) und es schien so, als ob es eine deutliche Niederlage für den Gastgeber zu werden schien. Doch in den letzten vier Minuten rissen sich die Gastgeber noch einmal zusammen. DHB-Spieler Pascal Kirchenbauer, der sich das Spiel über kaum in Szene setzen konnte, nahm nun das Heft in die Hand und nachdem Topscorer und Spielmacher Julian Broschwitz, sowie Sascha Pfattheicher zum 21:27 (48.) getroffen hatten, erzielte er selbst noch zwei Treffer in der 50. Minute zum für Friesenheim verdienten 23:27 Endstand.

Lediglich Julian Broschwitz im Angriff, Jan Strehlau in kämpferischer Hinsicht und mit Abstrichen Arne Ruf, konnten an diesem Tag teilweise Normalform abrufen und mit ihren Toren zu dem einigermaßen vertretbaren Ergebnis beitragen.

Alles in allem eine vermeidbare Niederlage gegen einen schlagbaren Gegner, der sich mit vier Toren Vorsprung nicht in Sicherheit wiegen kann. Im Rückspiel ist noch alles offen, zumal wir auswärts oftmals stärker aufgetreten sind als zuhause.

SG Pforzheim/Eutingen

Tor: David Krypczyk, Felix Schucker, Konstantin Regelmann – Feld: Pascal Kirchenbauer 3, Max Lupus 1, Julian Broschwitz 9, Valentin Spohn 1, Arne Ruf 4, Jan Strehlau 4, Chris Wark, Tom Schlögl, Sascha Pfattheicher 1, Christoph Schwarz, Clemens Zucker, Lukas Diefenbacher, Paul Lupus, Simon Schimpfle

Trainer: Alexander Bossert und Michael Broschwitz

TSG Friesenheim

Tor: Jan Keller, Hendrik Bachmann – Feld: Matthias Zoller, Jan Willner, Robin Eberle 1, Dominik Claus 4, Lukas Schüßler 3, Alexander Falk 5, Manuel Novo 1, Philipp Bauer 7/3, Dominic Hopp 4, Julius Herbert 1, Oliver Zeller 1

Trainer: Frank Herbert, Bernd Keller

Schiedsrichter: Maike und Tanja Schilha – Württemberg

SG Pforzheim/Eutingen – SG Solingen/Bergischer HC

Im Spiel am Sonntag gegen den Meister vom Niederrhein ging es nach der Niederlage am Samstag gegen Friesenheim schon um „alles oder nichts“. Die Solinger Mannschaft, die das Spiel gegen Friesenheim als Zuschauer von der Tribüne aus verfolgt hatte, wurde zunächst mit einer im Gegensatz zum Samstag veränderten Aufstellung und Abwehrformation der Heimmannschaft überrascht. Für Christoph Schwarz und Max Lupus rückten Tom Schlögl und Sascha Pfattheicher in die Anfangsformation, die zusammen mit Arne Ruf, Pascal Kirchenbauer, Jan Strehlau und Julian Broschwitz eine 6:0 Abwehr bildeten, die in Zusammenarbeit mit dem sehr gut aufgelegten David Krypczyk im Tor, eine ausgezeichnete Arbeit verrichtete.

Mit dieser Abwehr, in die sich auch im Verlauf des Spiels die eingewechselten Spieler gut integrierten,  kamen die Solinger Gäste in der Folge nicht zurecht und bissen sich öfters die Zähne daran aus. Die Solinger versuchten immer wieder ihren stämmigen Kreisspieler Sam Lindemann oder ihren starken Halblinken Ole Völker ins Spiel zu bringen, worauf sich die Gastgeber aber gut eingestellt hatten. Negativ wirkte sich für die Gäste auch ihre Abschlussschwäche aus, während die Gastgeber dieses Mal ihre Chancen zu nutzen wussten und im Angriff viel beweglicher und ideenreicher agierten als am Samstag. Bestimmt wurde die erste Hälfte zudem von einem Siebenmeterduell zwischen Pascal Kirchenbauer und den Gästespielern. Mit zwei Strafwürfen hatte er bereits für das 1:0 (3.) und das 3:1 (7.) gesorgt, als Mats Heyde einen solchen für die Gäste an den Pfosten setzte. Auch zum 4:1 war er wieder vom Siebenmeterstrich aus erfolgreich, ehe Sascha Pfattheicher nach zwei Paraden von David Krypczyk, für das 5:1 (10.) sorgte. Als dann Sam Lindemann mit dem zweiten Solinger Siebenmeter auch wieder am Pfosten scheiterte und seine Mannschaft in der Folge auch anderweitig keinen Torerfolg erzielen konnte, zückte Trainer Markus Beu die Grüne Karte und bat seine Jungs zur Auszeit (13.). Doch auch danach änderte sich am Spielverlauf nicht viel. Zwar gelang Mats Heyde kurz nach der Auszeit das 5:2, doch wiederum war Pascal Kirchenbauer mit einem Strafwurf erfolgreich und erzielte das 6:2 (14.), dem Sam Lindemann, nun mal mit einem verwandelten Siebenmeter, das 6:3 (15.) folgen ließ. Nach einem Zwischenstand von 8:6 (19.) erhöhten die Pforzheimer über 11:6 durch Sascha Pfattheicher auf 12:7 (25.), wobei die Gäste erneut  zwei Siebenmeterchancen ausgelassen hatten. Beim Stand von 10:6 parierte Felix Schucker den Wurf von Sam Lindemann (22.) und beim Stand von 11:7 pfiffen die Schiedsrichter einen Strafwurftreffer von Mats Heyde wegen Fußfehler zurück (24.). In der Schlussminute dann noch die Chance für Pforzheim zu erhöhen, doch ein unnötiger Ballverlust brachte den auffälligsten Solinger, Jona Thalmann, in Ballbesitz und der netzte Sekunden vor Schluss zum 12:8 ein. Doch ein schnelles Anspiel und ein für den Solinger Torwart überraschender Wurf von Pascal Kirchenbauer aus 15 Metern ins rechte obere Tordreieck, führte unmittelbar vor dem Schlusspfiff zum Halbzeitstand von 13:8.

In der zweiten Halbzeit kontrollierte Pforzheim/Eutingen das Spiel und ließ nicht mehr viel anbrennen. Die Solinger Angreifer, sicherlich gehandicapt durch den verletzungsbedingten Ausfall von Ole Völker, fanden überhaupt nicht mehr ins Spiel und rannten sich immer wieder in der starken Pforzheimer Abwehr fest oder scheiterten an David Krypczyk im Tor. Mit der Zeit häuften sich zudem die technischen Fehler bei den Gästen und Pforzheim zog Tor um Tor davon. Immer öfter, aber trotzdem noch zu wenig, wurde die Schnelligkeit von Sascha Pfattheicher ausgenutzt, der noch im Spiel gegen Friesenheim von seinen Mitspielern sträflich vernachlässigt worden war. Gegen Solingen lief er sich fast die Hacken wund und war mit acht Treffern, darunter ein Kempator, erfolgreichster Torschütze. So erhöhten die Gastgeber innerhalb der 27. und 36. Minute von 13:9 auf 19:9 und hatten beim 26:14 in der 47. und 27:15 in der 48. Minute einen Vorsprung von 12 Toren herausgespielt. Am Ende waren die nie aufgebenden Gäste trotz ihres großen kämpferischen Einsatz mit dem 28:18 Endstand noch gut bedient.

Mit diesem klaren Erfolg bleibt Pforzheim/Eutingen weiter im Rennen und wird mit Spannung auf die Partie von Friesenheim gegen Solingen am kommenden Samstag schauen, bevor es dann am Sonntag „um die Wurst geht“.

SG Pforzheim/Eutingen

Tor: David Krypczyk, Felix Schucker, Konstantin Regelmann – Feld: Pascal Kirchenbauer 7/4, Max Lupus 3, Julian Broschwitz 2, Valentin Spohn 2, Arne Ruf, Jan Strehlau 3, Chris Wark 1, Tom Schlögl 1, Sascha Pfattheicher 8, Christoph Schwarz, Clemens Zucker 1, Lukas Diefenbacher, Paul Lupus, Simon Schimpfle

Trainer: Alexander Bossert und Michael Broschwitz

SG Solingen/BHC

Tor: Marvin Mollenkott, Aaron Hallfeldt – Feld: Nils Wichmann, Jona Thalmann 6, Mats Heyde 2, Brian Gipperich, Sam Lindemann 5, Ole Völker, Mats Fremdling 2, David Jaschinski 1, Christopher Thamm, Dominik Jung 2

Trainer: Markus Beu, Tim Keller

Schiedsrichter: Felix Gorenflo, Frank Mangold – Südbaden

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