2. Kreisliga Mannheim: TV Großsachsen 3-TV Friedrichsfeld 2 25:28 (14:12)

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Nachdem der Aufstieg schon feststand, machte die Reserve des TVF am Wochenende ihr Meisterstück. Stark ersatzgeschwächt, es fehlten insgesamt fünf Stammspieler sowie die jungen Wilden der Ersten Mannschaft, lieferte man einen großen Kampf ab. Der unbedingte Wille, die Meisterschaft zu erringen, wurde mit Kampfgeist durchgesetzt. Bei den neun zur Verfügung stehenden Feldspielern waren sogar noch drei krankheits- und verletzungsbedingt angeschlagen. Jens Nierula, der die Handballschuhe eigentlich an den Nagel gehängt hatte, erklärte sich erfreulicherweise sofort bereit, aus dieser Misere heraus zu helfen. Dies gelang ihm auch in beeindruckender Weise. Zudem fand Patrick Baumann wieder zu alter Form, egal ob als Vorbereiter oder Vollstrecker.

Wobei die gesamte Mannschaft ein Musterbeispiel ablieferte, wozu man in der Lage ist, wenn man geschlossen auftritt und niemals aufsteckt. Jeder ging über die Schmerzgrenze hinaus, dies spiegelte sich auch nach dem Spiel wider, zwar wurde gejubelt, aber der letzte Überschwang war aus Kraftgründen nicht möglich.

Die Begegnung war von vornherein unter dem Zeichen Abwehrschlacht eingeordnet. So lautete auch die Vorgabe, dass man nur mit einer kompakten Deckung bestehen konnte, gegen Großsachsener, die definitiv stärker einzuschätzen sind als ihr momentaner Tabellenplatz vermuten lässt. Freilich gegen den Tabellenführer verstärkt angetreten, konnte der Gastgeber zunächst in Führung gehen. Beim 5:5 war man wieder auf Augenhöhe, um Großsachsen dann gefährlich weit auf 11:7 und 12:8 ziehen zu lassen. Es fehlten schlichtweg die Alternativen und die Kraft, den eigentlich gewohnten Tempohandball zu spielen. Die Auszeiten wurden auch jeweils nur genommen, um eine Verschnaufpause einlegen zu können.

Beim 14:12 zur Halbzeit hatte man sich wieder heran gekämpft. Nach dem Wiederanpfiff gab die Truppe alles, die Abwehr und der Torhüter standen sicher und aus dieser Abwehrschlacht heraus konnte man das Spiel drehen. Zumal man nun die gefährlichen Rückraumschützen der Gastgeber besser in den Griff bekam.

Beim 16:15 gelang die erste Führung und man bekam die zweite Luft. Über 20:17 lag man beim 22:18 auf Kurs. Dieser Zwischenspurt hatte jedoch deutlich an der Kondition geknappert und man musste das 22:22 hinnehmen. Die dann genommene Auszeit ließ es zu, für eine Minute durchzuatmen. Danach war es beinahe ausschließlich der Wille jedes Einzelnen, dass man über 23:23 auf 23:26 wegzog. Beim 28:24 eine Minute vor Ende reichte die Kraft noch, um die Fäuste zu ballen und nach dem Abpfiff lag man sich in den Armen. Die Jungs haben den TV Friedrichsfeld über die gesamte Saison hin nach außen hervorragend vertreten und verdient die Meisterschaft errungen. Was sie an diesem Sonntag aber ablieferten, toppte den Gesamteindruck nochmals deutlich. Der nie erwartete Durchmarsch in die 1. Kreisliga ist gelungen und man kann die letzten beiden Spiele hoffentlich wieder mit einer entspannteren Personaldecke angehen. Denn die Runde, dies ist ganz klar, ist erst dann gelaufen, wenn der Schlusspfiff im letzten Spiel ertönt.

Für den TVF kämpften und trafen: Behr, Braun und Thomas im Tor, Schieck 2, Ferreira 1, Eckstein 3, Embach 4, Meyer 2, Baltz 1, Traub 4, Baumann 6, Nierula 5

Quelle: TV Friedrichsfeld