Blau-Gelb Mühlacker auch im vierten Landesliga-Spiel sieglos – Abwehr diesmal stabil, dafür der Angriff mit vielen Fehlwürfen

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HC Blau-Gelb Mühlacker
www.handball-muehlacker.de

„Wir müssen uns das Glück verdienen“

Nach zuletzt zwei schwächeren Spielen hat Handball-Landesligist Blau-Gelb Mühlacker am Sonntagabend wieder eine starke kämpferische Leistung gezeigt. Gereicht hat es gegen die SG Pforzheim/Eutingen II dennoch nicht. Endstand 23:24, und Trainer Edin Pivac versteht die Welt nicht mehr.

Und Steffen-Michael Eigner

Mühlacker. War es seither die Abwehr, die mit 101 Gegentoren in den ersten drei Spieltagen gehörig wackelte, so war es an diesem Sonntag die Offensive, die nicht stach. „Wir haben im Angriff versagt“, nimmt Pivac kein Blatt vor den Mund, und es scheint, als hätte er noch jeden einzelnen Fehlwurf lebhaft vor Augen: „Wir haben zehn bis 15 Hundertprozentige nicht reingemacht. Eigentlich war es schwieriger, dieses Spiel zu verlieren als es zu gewinnen – wir haben es trotzdem geschafft.“ Vor allem Torgaranten wie David Laurinyecz und der immer noch kränkelnde Christian Jaehdeke spielten gegen die SG Pforzheim/Eutingen III unter ihren Möglichkeiten. Beide blieben ohne Treffer. Andere schienen vom Pech verfolgt.

Drei Pfostentreffer allein durch den starken Marcel Folk

„Marcel Folk hat sich immer wieder toll von Außen durchgesetzt“, lobte Edin Pivac den 21-Jährigen, der dabei jedoch dreimal nur den Pfosten traf. Ein Schuss knallte gar an den Innenpfosten und sprang von dort zurück ins Feld. Es ist wie verhext. Da passt es irgendwie ins Bild, dass Mühlacker beim 23:24-Rückstand die letzten 15 Sekunden bei eigenem Ballbesitz nicht zum Unentschieden nutzen konnte.

Der Trainer aber will sich gar nicht lange mit den vergangenen Spielen aufhalten. „Wir müssen nach vorne schauen, und wir können uns auch nicht immer wieder mit Pech entschuldigen. Wir müssen uns das Glück verdienen“, verlangt Edin Pivac und setzt seine Hoffnungen auch ein Stück weit auf den nach langer Schulterverletzung zurückgekehrten Jörg Bidlingmaier, der am Sonntag zum zweiten Mal in Folge für die Blau-Gelben auflief. Er könnte die junge Mannschaft mitreißen – sofern die Schulter hält. „Das ist einer mit Biss, der sich ohne Rücksicht auf Verluste in die gegnerische Abwehr wirft und um jeden Preis das Tor erzielen will“, weiß Pivac, was er an dem 33-Jährigen hat, der während seiner zweijährigen Verletzungspause sporadisch als Torhüter aushalf. Gegen Eutingen III gehörte Bidlingmaier mit sechs Treffern neben Daniel Ufrecht und dem 19-jährigen Dino Banovic zu den Topscorern für Mühlacker.

Den Einsatz seiner Mannschaft lobt Edin Pivac jedoch: „Im ersten Spiel gegen Hambrücken/Weiher war es gut, die nächsten zwei Spiele schwach, diesmal hat die Einstellung wieder gestimmt.“ Gegen die Pforzheimer, die sich für den Auftritt in der Enztalsporthalle mit Akteuren aus der A-Jugend-Bundesliga verstärkt, mit Georg Kern sogar einen aus dem Oberliga-Kader dabei hatten, kämpften sich die Blau-Gelben immerhin zweimal nach größerem Rückstand wieder heran.

In Halbzeit eins lag Mühlacker bereits mit 6:10 im Hintertreffen, zur Pause hieß es nur noch 12:13. Nach dem Seitenwechsel marschierte die SG auf 16:21 davon, ehe ein fulminanter Endspurt der Blau-Gelben folgte. Beim 23:24 war Mühlacker wieder dran, aber beim finalen Abschluss zehn Sekunden vor der Schlusssirene fehlte ein nervenstarker Vollstrecker.

HC Blau-Gelb Mühlacker: Mandic, Miller – Schumacher, Folk (3), Kilper, Reich (2), Ufrecht (6), Kitzberger, Mauch, Bidlingmaier (6), Banovic (6), Jaehdeke, Laurinyecz, Huber

SG Pforzheim/Eutingen III: Wark, Helmle – Kretz, Dietrich, Schick (1), Kern (6), Baumann, Ph. Kirchenbauer, Belger (1), Joibois (4), Grimm (8/7), Lupus (2), P. Kirchenbauer (2)

 Quelle: HC BG Mühlacker / Mühlacker Tagblatt online