Junglöwen tauschen nach Niederlage mit Konstanz den Platz

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SG Kronau/Östringen
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Es war als Spitzenspiel der Dritten Liga Süd erwartet worden, denn immerhin trafen in der Kronauer Mehrzweckhalle mit der SG Kronau/Östringen und der HSG Konstanz zwei Tabellennachbarn aus der Spitzengruppe aufeinander. Am Ende gingen aber die Gäste vom Bodensee mit einem klaren 31:37 Erfolg auf den Heimweg und zogen damit an den Junglöwen vorbei auf den vierten Tabellenrang.

Trainer Klaus Gärtner war sichtlich enttäuscht von der Leistung seiner Mannschaft: „Selbst eine heftige Halbzeitansprache hat zu keiner Wende in unserem Spiel geführt.“ Die Anhänger der Gelbhemden hatten gehofft, dass nach der überflüssigen Niederlage in Herrenberg die Mannschaft im vorletzten Heimspiel sich aufbäumen würde, um wenigsten den vierten Rang verteidigen zu können. Linkshänder David Schmidt, der sein letztes Spiel im Trikot der Junglöwen bestritt, gab zu: „Ich hatte mir diese Begegnung auch anders gewünscht. Aber auch ich habe heute nicht mein bestes Spiel gezeigt.“

Trainer Klaus Gärtner hatte an diesem Abend eigentlich seinen besten Kader aufbieten können, da neben Marius Steinhauser auch die A-Jugendlichen Adam Soos, Max Haider und Marvin Gerdon mit von der Partie waren. Vor 150 Zuschauern begannen die Kraichgauer erfolgversprechend und gingen durch David Schmidt in Front, ließen aber in den folgenden Angriffen drei klare Möglichkeiten liegen. Die Gäste kamen dann besser ins Spiel und übernahmen mit 1:2 erstmals die Führung, wobei ihnen das Glück zur Seite stand. Ein Ballverlust von Schmidt leitete den Gegenstoß durch Alexander Lauber ein. Die Hausherren kämpften sich zurück, glichen durch Kai Rudolf aus und legten durch zwei Treffer von Roy James auf 4:2 vor. Aber das Glück war der Gärtner Sieben in dieser Phase auf keinen Fall hold. Ein schneller Gegenstoß durch Leon Bolius landete am Pfosten und brachte die „Seehasen“ in Ballbesitz. Im folgenden Angriff fälschte der Block der Gelbhemden den Wurfversuch von Stefan Bruderhofer ins eigene Netz ab und anstatt mit drei die Nase vorne zu haben, schafften die Gästen den Anschluss. Bis zur 10. Minute gelang es den Gastgebern die Südbadener in der Jägerrolle zu halten, ehe sie mit dem 6:6 durch Benjamin Schweda das letzte Mal einen Gleichstand hatten. In der folgenden Phase bestimmten auf beiden Seiten die Torhüter Lukas Bauer und Maximilian Folchert das Geschehen und ließen keine weiteren Tore zu. Mitte der ersten Hälfte setzte sich die HSG, begünstigt durch etliche technische Fehler der Nordbadener, durch drei Tore ihres Rückraumduos Bruderhofer/Oehler auf 8:11 ab und Klaus Gärtner nahm die erste Auszeit. Mit seiner Ansprache an das Team konnte er den Lauf der Gäste vorläufig stoppen, aber mehr auch nicht. Trotz aller Bemühungen schafften es Michel Abt und Kameraden nicht, den Rückstand zu verkürzen, da sie oft an Torhüter Folchert scheiterten. Sieben Minuten vor dem Pausensignal markierte Abt mit seinem zweiten Tor den Anschluss zum 11:15, aber die Gäste erstickten die Hoffnung der Junglöwen sofort wieder im Keim und schraubten den Zwischenstand auf 11:17. Zwar verkürzten Bolius und Steinhauser durch zwei schnelle Gegenstöße aber die HSG antwortete mit zwei weiteren Treffern. Mit einem kleinen Lauf kamen die Junglöwen durch Abt, Soos und erneut durch Steinhauser auf 16:19 heran wurden aber durch Oehler wieder jäh gestoppt. Mit einem bitteren Rückstand von vier Toren für die Hausherren verabschiedeten die Zuschauer die Teams in die Pause.

Nach dem Wiederanpfiff hatte man das Gefühl, dass die Pausenansprache von Coach Gärtner bei seinen Jungs angekommen sei, denn in den ersten fünf Minuten arbeiteten sich die Gelbhemden auf 20:22 heran. Die Abwehr war plötzlich wacher und auch Marco Bitz, der gegen Ende der ersten Hälfte zwischen die Pfosten kam, bekam einige Male die Hände an den Ball. Mit einem „steal“ zog Steinhauser in der 37. Minute davon und sicherte seinen Farben den Anschlusstreffer zum 21:22. Dieser Treffer schien die Gastgeber in der Folgezeit eher zu verunsichern als anzustacheln, denn plötzlich schlichen sich wieder Fehler ein, wurden Zeitstrafen kassiert und Chancen vergeben. Die Südbadener ließen sich nicht lange bitten und nahmen die Geschenke eiskalt an. Innerhalb von vier Minuten waren die Blaugelben abermals sechs Tore davon gesprintet. Nach dem 21:27 zog der Trainer der Spielgemeinschaft den grünen Karton und war sichtlich erbost über die letzten Minuten. Mit seiner Auszeit konnte Gärtner wenigstens wie in Halbzeit eins den Lauf der HSG stoppen, aber mehr auch nicht. Auch ein erneuter Wechsel auf der Torhüterposition zurück auf Bauer brachte nicht mehr die erhoffte Wende. Die Schützlinge von HSG Trainer Daniel Eblen hatten schon längst so viel Sicherheit in ihren Aktionen, dass sie innerhalb von drei Angriffen mit dem 25:32 den Sack endgültig zumachten. Da half auch die dritte Auszeit für die Gelbhemden nichts mehr. Die Mannschaft der Gastgeber fing sich dann soweit, dass sie in der Schlussphase wenigstens verhindern konnte, dass die Begegnung für sie zur Blamage wurde. Die Junglöwen endeckten ihr Kämpferherz wieder und arbeiteten sich bis anderthalb Minuten vor dem Ende auf 31:35 heran, scheiterten aber bei zwei weiteren guten Gelegenheit erneut am gegnerischen Torhüter, so dass die Gäste nach dem Schlusspfiff einen in dieser Höhe nicht erwarteten Auswärtserfolg verbuchen konnten.

Es scheint so, wie es Trainer Gärtner im Gespräch formulierte, dass die Junglöwen nach dem Highlight gegen den Tabellenprimus Leutershausen und dem frühzeitigen Erreichen des Zieles von 34 Pluspunkten etwas den Rhythmus verloren haben. Bleibt nur zu hoffen, dass die Jungs sich für die letzte Partie gegen den TSB Heilbronn-Horkheim, die nicht in Kronau sondern in der Stadthalle Östringen stattfinden wird, noch einmal finden werden.

 

Für die SG spielten:   Lukas Bauer, Marco Bitz   –   Maximilian Trost (3), Adam Soos (1), Kai Rudolf (3), Roy James (3), Patrick Körner, Max Haider (1), Leon Bolius (4), Marius Steinhauser (7), Marvin Gerdon, Michel Abt (6/1), David Ganshorn, David Schmidt (3)

 

Für die HSG Spielten: Maximilian Folchert   –   Paul Kaletsch, Fabian Schlaich (4/2), Benjamin Schweda (3), Sebastian Groh (3), Marc Hafner, Kai Mittendorf (3), Simon Flockerzie (2), Simon Österle, Stefan Bruderhofer (5), Michael Oehler (9), Felix Krüger (2), Alexander Lauber (6)