Das Glück war am Ende der Heimmannschaft hold

0
251

Verbandsliga Herren

HSG Ettlingen Albtal-Tigers  –  HSG Weschnitztal   25:24      (11:11)

Die HSG Ettlingen startete das wichtige Heimspiel gegen den Tabellensechsten aus dem Odenwald ohne seinen Trainer Andrei Burlakin an der Außenlinie. Er wurde durch Tobias Broschwitz vertreten, der diesen Job in dieser Runde zum ersten Mal übernahm. 

Die Albtal-Tigers hatten in der Vorrunde die Spielstärke des Neulings in der Verbandsliga schon kennen gelernt. Dort gelang der Burlakin Truppe ein schwer erkämpfter 29:31 Erfolg. Die Jungs um Spielmacher Nick Kusch begannen sehr konzentriert und lagen schnell mit 2:0 in. Front. Aber die Odenwälder gaben sofort die ersten Warnschüsse ab und glichen nach sechs Minuten zum 3:3 aus.  Angetrieben von Spielmacher Timo Zehrbach, der seine Ausbildung im Leistungszentrum der Rhein-Neckar Löwen genoss und Lars Heckmann blieben die Namensvetter aus dem Weschnitztal den Tigers hartnäckig auf den Fersen. Die Gastgeber waren nicht in der Lage die notwendige Dominanz über den Gegner zu entwickeln und mussten daher um jede Chance hart kämpfen. So blieb es nicht aus, dass den Hausherren immer wieder unnötige Fehler unterliefen und dass vor allem in der Offensive viele Chancen ungenutzt blieben. Mitte der ersten Hälfte nahm Tobias Broschwitz eine Auszeit und ordnete das System wieder. Mit Erfolg, wie die nächsten Minuten zeigten. Seine Jungs zogen auf 9:5 davon und die Fans hatten endlich Grund zu jubeln. Allerdings hielt die Euphorie nicht lange an, denn die Gäste erhöhten den Druck auf die Defensive der „Tigers“. Die Gastgeber kamen erneut aus dem Tritt und mussten in der vorletzten Minuten abermals den Ausgleich hinnehmen. Nick Kusch legte zwar 30 Sekunden vor dem Kabinengang nochmals vor, aber die Odenwälder schafften in letzter Sekunde den Ausgleich zum 11:11. Der Halbzeitstand entsprach den gezeigten Leistungen beider Teams. 

Die Fans der „Albtal-Tigers“ waren sich im Pausengespräch sicher, dass ihre Jungs in der zweitenHälfte noch eine Schippe drauflegen werden und die Sache noch sicher nach Hause schaukeln können. Die Realität verlief nach Wiederanpfiff aber anders. Die Odenwälder kamen hellwach aus der Kabine und zeigten sofort, dass sie aus der Franz-Kühn-Halle etwas Zählbares mitnehmen wollten. Mit einer aggressiven Abwehr, hinter der mit Nils Heckmann ein erfahrener Keeper agierte, machten die Gäste den „Tigers“ das Leben äußerst schwer. Zehrbach und seine Kollegen legten vor und zwangen die Broschwitz Jungs in die Verfolgerrolle. Die Partie verlief im zweiten Durchgang sehr ausgeglichen, wobei man deutlich spürte, dass der Heimmannschaft die neue Rolle nicht besonders gefiel. Kapitän Karasinski ging zwar immer wieder mit gutem Beispiel voran, blieb aber in seinen Aktionen auch nicht fehlerlos. Die Odenwälder, die an diesem Tag ebenfalls auf ihren Coach Rybakov verzichten mussten, der sich durch Niklas Zehrbach vertreten ließ, waren immer zur Stelle, wenn ihnen die „Tigers“ eine Chance zum Konter boten. Die Begegnung bot im letzten Viertel zwar keinen handballerischen Leckerbissen, dafür aber Spannung auf höchstem Niveau. Beide Mannschaften kämpften verbissen um jeden Ball und gaben keinen Ball verloren. Wie verbissen der Kampf geführt wurde, kann man an der Statistik der Zeitstrafen ablesen. Die Tigers mussten zweimal in Unterzahl agieren, die Gäste sogar dreimal. Beim Stand von 23:23, den Spielmacher Kusch nach einer Auszeit der Gäste erzielte begann die die Schlussphase, die ein Krimi-Regisseur nicht besser hätte inszenieren können mit einer Unterzahl der Hausherren. Linkshänder Heckmann nutzte die Gelegenheit und brachte sein Team dreieinhalb Minuten vor dem Ende erneut in Führung. Nur vierzig Sekunden später schwächten sich die Odenwälder und die „Tigers“ spielten Kreisläufer Jens Reule an der Sechs-Meter-Linie frei und er kalt genug Heckmann im Gehäuse der Gäste zu überwinden. Eine Minute und sechszehn Sekunden war also wieder Gleichstand erreicht und für bei Teams Zeit genug den Lucky-Punch zu setzen. Zunächst hatte Weschnitztal die Möglichkeit, die aber von Torhüter Noah Beckmann mit einer glänzend Reaktion vereitelt wurde. Unter der Anfeuerung der zahlreichen Anhängern trugen der Tabellenführer seinen letzten Angriff vor. Sekunden vor dem Ende konnten die Gäste den Angriff nur noch mit einem Foul stoppen, so dass folgerichtig eine Zeitstrafe und ein Siebenmeter verhängt wurden. Für die entscheidende Aktion von der Siebenmeterlinie trat Vincent von Witzleben gegen Heckmann an. Der Linkshänder der „Tigers“ behielt die Nerven und überwand den Schlussmann der Gäste. Damit hatte sich der Spitzenreiter die beiden Punkte mit einem glücklichen 25:24 Heimsieg gesichert.

Für die „Tigers“ spielten:  Luis Lagasse, Noah Beckmann – Julian Frauendorff (5), Jonas Weiß (1), Vincent von Witzleben (5/4), Dirk Ibach, Christopher Roth (2/1), Nick Kusch (3), Lukas Ehrmann (1), Tim Siedelmann (2), Tobias Broschwitz, Jens Reule (1), Sebastian Kunz, Philipp Karasinski (5)

Für die HSG spielten:  Nils Heckmann, Frederik Saul –  Aleksandar Mitrovic, Benedikt Brehm, Majirsky Jakub (6/1), Alexander Postel, Tillmann Clemens (4), Tino Bohrmann (1), Timo Zehrbach (6), Steffen Schick (3), Patrick Kraft, Markus Wiegand, Lars Heckmann (4),