Monster-Fight: U19-Löwen stürzen den SCM

0
287

350 Zuschauer verwandeln die Kronauer Trainingshalle am Samstagabend in einen Hexenkessel und pushen ihr Team zum Sieg. Die Rhein-Neckar Löwen schlagen im Topspiel der JBLH-Meisterrunde 2 den Tabellenführer SC Magdeburg nach einem grandiosen Kampf mit 32:30 (17:14). Ein Ligaspiel, das genauso gut auch ein Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft hätte sein können. 

Für Gästetrainer Julian Bauer war die Dramaturgie der packenden 60 Minuten schnell erzählt: „Wir haben kein einziges Mal geführt. Und meinen Jungs habe ich in der Kabine gerade gesagt, dass die individuelle Qualität heute nicht gut genug war, um hier etwas Zählbares mitzunehmen. In Schulnoten ausgedrückt hat sich heute niemand eine 2 oder besser verdient.“

Während sich Bauer ohne zu hadern als fairer Verlierer zeigte, hatte Junglöwen Cheftrainer Daniel Haase allen Grund zum Jubeln: „In der 23. Minute verlieren wir verletzungsbedingt unseren Kapitän Magnus Grupe, der bis dahin glänzend Regie geführt hat. Und trotzdem bleiben wir ruhig, verlieren nicht den Kopf und spielen unser System weiter. Solche Spiele sind wichtig für die Entwicklung der Mannschaft und bringt jedem mehr, als einen Gegner mit zehn Toren zu bezwingen.“

Löwen-Torwart Dave Hörnig mit überragender Leistung

Dabei war der Schlagabtausch der beiden Spitzenteams nichts für schwache Nerven. Gestützt auf seinen überragend (!) parierenden Schlussmann Dave Hörnig, der die SCM-Angreifer phasenweise zur Verzweiflung brachte und aus der Nahwurfzone mit einer phantastischen Fangquote von über 50% glänzte, gelang es den Junglöwen wiederholt, die Gäste mit drei, vier oder gar fünf Toren zu distanzieren. Doch die Grün-Roten steckten nie auf und arbeiteten sich immer wieder bis auf ein Tor heran (4:1, 6.;  7:6, 13.; 11:7, 17.; 12:11, 25.; 16:11, 28.; 17:16, 34.). In der 35. Minute war es dann soweit, der SCM schaffte beim 18:18 zum ersten Mal seit der zweiten Spielminute wieder den Ausgleich.

Dem lautstarken Löwenanhang schwante Böses, denn das Pendel schien nun zu den Sachsen-Anhaltinern auszuschlagen. Doch wiederholt war Hörnig zur Stelle und verhinderte mit Großtaten, dass die Junglöwen ins Hintertreffen gerieten. Mit einem Zwischenspurt stellten die Hausherren auf 22:19 (38.). Auch beim 24:21 (40.) durch den zehnfachen Torschützen Felix Göttler sah es wieder gut für die Haase-Sieben aus.

Doch der SCM legte nach und glich mit einem Dreierschlag zum 24:24 (44.) aus. Auszeit Junglöwen. Theo Sommer erhöht auf 25:24 (45.), nur elf Sekunden später die Antwort des SCM – erneut der Ausgleich. Felix Göttler, Fabian Schwarzer und Lennart Karrenbauer stellen erneut auf plus drei (28:25, 49.). Doch Magdeburg ist längst nicht k.o. und kämpft sich in der Crunchtime immer wieder auf ein Tor heran (28:27, 52.; 29:28, 53.; 31:30, 59.).

Spannung bis zum Schluss

Erst in der Schlussminute fällt die Entscheidung: Magdeburg geht in die offene Manndeckung, noch 25 Sekunden auf der Uhr, Zweikampf Karrenbauer – Haake, Haake erobert den Ball, die Unparteiischen entscheiden auf Freiwurf für die Löwen, Haake ist außer sich, protestiert ungehalten und sieht dafür eine Zwei-Minuten-Strafe. Matchball Junglöwen. Lucas Pabst mit dem Einläufer, Wurf, Tor, 32:30. Der Rest ist grenzenloser gelb-blauer Jubel.

Die Junglöwen haben sich für die Hinspielniederlage revanchiert und nach Minuspunkten in der Tabelle am SCM vorbeigeschoben. Bereits am Mittwoch ist der TV Nieder-Olm in Kronau zum Nachholspiel zu Gast (Anwurf 19:30 Uhr), ehe mit Hamburg, Kiel und Pforzheim/Eutingen drei schwere Auswärtsaufgaben auf Daniel Haase und seine Jungs warten. Halten sich die Junglöwen auch in diesen Partien schadlos, wäre Tabellenplatz 1 der Lohn dafür. Doch der Weg dorthin ist noch weit und steinig. Mit dem gegen den SCM gezeigten Kampfgeist ist freilich alles möglich. So darf es gerne weitergehen. „Auf geht’s Löwen, kämpfen und siegen!“

Für die Junglöwen spielten: Dave Hörnig, Philipp Wenning (beide im Tor), Philipp Alt, Felix Göttler (10), Magnus Grupe (1/1), Lennart Karrenbauer (1), Lucas Pabst (3), Cedric Mayer, Alexander Momber, David Móré (1/1), Fabian Schwarzer (4), Theo Sommer (5), Theo Straub (3), Valentin Willner (4). Trainer: Haase.

Quelle: Kai Henninger – Pressesprecher der Junglöwen