U19-Löwen krallen sich die Zebras

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Was ein Spiel am Sonntagmittag im Trainingszentrum der Löwen: Mit einem sensationell deutlichen 37:25 (16:11)-Sieg haben die Rhein-Neckar Löwen in der Meisterrunde der Jugend-Bundesliga das Spitzenspiel entschieden. Von Beginn an haben sich die Löwen die Zebras gekrallt und ließen die Gäste nie zur Entfaltung kommen. Mit einer Leistung der Extraklasse verwandelt die U19 die Kronauer Trainingshalle in ein Tollhaus. Mit stehenden Ovationen bejubeln 300 verzückte Löwenfans den Kantersieg ihrer Mannschaft über den THW Kiel. Es war ein phantastischer Auftritt der Haase-Sieben – ein Sieg unbändigen Willens, kompromissloser Einsatzbereitschaft und leidenschaftlichen Teamgeists.

„Die Jungs haben heute ein geiles Spiel gemacht!“ Junglöwen-Trainer Daniel Haase brachte in einem Satz auf den Punkt, was das zahlreiche Handballpublikum zuvor 60 Minuten lang bestaunen durfte. Der Nachwuchs des Rekordmeisters THW Kiel wurde von den Junglöwen nach allen Regeln der Kunst zerlegt. Kein Wunder, dass Gästetrainer Andre Lohrbach nach der Partie klare Worte in Richtung seiner mit Nationalspielern gespickten Mannschaft fand. „Das war eine erschreckend schwache Leistung heute. Wir haben schon zu Beginn alles über Bord geworfen, was wir uns vorgenommen haben. Das war teilweise naiv. Und das Naive, das wir uns dann ausgedacht haben, war in der Qualität auch noch schlecht umgesetzt“, nahm der zerknirschte Coach der Jungzebras kein Blatt vor den Mund. 

U19 der Junglöwen verzaubert ihre Fans

Nach dem Zittersieg in der Vorwoche gegen den HSV Hamburg war Daniel Haase ähnlich angesäuert und mit seinen Jungs hart ins Gericht gegangen. Denn vor allem in puncto Einsatzbereitschaft und Ernsthaftigkeit hatte Haase bei seiner Mannschaft Defizite ausgemacht und diese deutlich angesprochen. Sein Appell hat gefruchtet, denn was die Gelbhemden am Sonntagmittag an Mentalität in die Waagschale warfen, war nicht zu toppen –ein „All-in“ in allen Mannschaftsteilen.

THW-Coach Lohrbach sah bereits früh das Unheil über seine Mannschaft hereinbrechen. Nach zwei Löwentreffern zum 4:2 nahm er bereits in der sechsten Spielminute seine erste Auszeit. Kaum sechs Minuten danach warf er mit seinem zweiten Team-Time-out beim Stand von 8:3 (12.) die Reißleine bereits ein weiteres Mal aus. Doch es war zu spät. Die Junglöwen waren längst in einem Flow, pushten sich in der Abwehr, hinter der Dave Hörnig eine Glanzparade nach der nächsten zeigte, liefen Gegenstöße und agierten im Positionsangriff geduldig und überlegt. Auch nach dem 12:9-Anschlusstreffer für den THW (23.) blieben die Junglöwen souverän und gingen mit +5 in die Halbzeitpause (16:11).

Tore mit Sahnehäubchen

Nach Wiederanpfiff wiederholten sich die Ereignisse. Einzig dass Lohrbach diesmal bereits nach nicht einmal vier Minuten seine dritte und letzte Auszeit beantragte. Es stand inzwischen 19:11 (34.) und dem Gästecoach wurde schmerzlich klar, dass seine Kabinenansprache wirkungslos geblieben war. Beim 23:13 (41.) durch den begeisternd aufspielenden Móré hieß es zum ersten Mal +10 für die Junglöwen. Und selbst Berufspessimisten unter den Löwenfans konnten  spätestens jetzt ihren Puls herunterfahren, denn es war mit Händen zu greifen, dass die Junglöwen an diesem Tag nicht zu schlagen sind. Den letzten Beleg für ihre erdrückende Dominanz lieferten die Junglöwen ihren Fans in der 46. Minute – und das mit Sahnehäubchen: Lennart Karrenbauer spielt den Kempa-Pass auf David Móré, der pflügt sich den Ball aus der dritten Etage und verwandelt mit einem Wurf hinter dem Rücken ins kurze Ecke! Ein Traumtor, zum Zungeschnalzen und Niederknien.   

Knapp sechs Minuten vor dem Ende heißt es sogar +15 (35:20, 55.) und kurz darauf werden die Jungzebras nach etwas Ergebniskosmetik endlich mit dem Schlusspfiff erlöst. Gelb-blauer Freudentaumel auf der einen, schwarz-weiße Tristesse auf der anderen Seite – und 300 Löwenfans, die beeindruckt ihren Jungs frenetisch Beifall klatschen. „Ich kann mit Andre mitfühlen“, zeigte sich Haase im anschließenden Trainergespräch empathisch, „es gibt Tage, da hat man das Gefühl, seine Mannschaft nicht zu erreichen.“ Gegen den THW indes war für Haase das genaue Gegenteil der Fall. Der Matchplan ging auf und das von A bis Z. 

Nächster Auftritt gegen Pforzheim/Eutingen

Nach einem trainingsfreien Tag werden die Junglöwen den Rest der Woche nutzen, um sich auf das schwere Heimspiel gegen die SG Pforzheim/Eutingen vorzubereiten. Das Baden-Derby ist traditionell eine enge Kiste, weshalb sich die Junglöwen abermals über zahlreiche und lautstarke Unterstützung freuen (Sonntag, 18 Uhr, Im Sportzentrum 3a, Kronau). Auf dass die Junglöwen ihr nächstes „geiles Spiel“ machen!

Quelle: Kai Henninger – Pressesprecher der Junglöwen