Team Baden ’97 männlich zieht als Gruppenerster in die Endrunde des Deutschen Länderpokals ein

0
876

Am Sonntag den 26. Januar 2014 fiel in der Konrad-Adenauer-Sporthalle Pforzheim die letzte Endscheidung in der vom Badischen Handball-Verband und der SG Pforzheim/Eutingen organisierte Vorrunde des Deutschen Länderpokales 2014. Für die fünf Mannschaften der Landesverbände aus Baden, Niedersachsen, Thüringen, Südbaden und Schleswig-Holstein ging es an beiden Tagen um die Qualifikation für die Finalrunde. Die badischen Jungs der beiden Trainer Carsten Klavehn und Alexander Lipps wollten es den Mädchen gleichtun, die am letzten Wochenende in die Endrunde eingezogen sind. Bereits am Samstag legte man mit zwei Siegen gegen Niedersachsen (37:19) und Thüringen (41:20) den Grundstein für das geplante Vorhaben. Zur Eröffnung des Schlusstages gelang dann der nächste überzeugende Sieg im badischen Duell gegen Südbaden. Mit dem 29:18 Erfolg wurde ein Team auf Distanz gehalten, das bis dahin ebenfalls ohne Niederlage im Wettbewerb war. Da die Mannschaft aus Schleswig-Holstein nur mit einer Niederlage gegen Südbaden belastet war, musste die letzte Partie der Gastgeber gegen die Nordlichter die Entscheidung bringen. Mit dem Wissen im Hinterkopf, dass sich das Team Baden selbst mit einer knappen Niederlage für die Finalrunde qualifiziert hatte, gingen die badischen Jungs in diese Begegnung und fanden nie richtig zu ihrem System. Sie kämpften jedoch und hielten bei der Niederlage mit 19:17 den Abstand in Grenzen, sodass sie dennoch den ersten Rang belegten. Rang zwei und damit den noch freien Finalplatz belegte Schleswig-Holstein, das sich punktgleich durch ein um einen Treffer besseres Torverhältnis gegenüber Südbaden durchsetzte.

Ein besonderer Dank gilt aber vor allem der SG Pforzheim/Eutingen und ihren vielen Helfern, die für die fünf Mannschaften zwei schöne Turniertage bescherten. Für die Spieler, ihren Betreuern und den zahlreichen Anhängern, die nach Pforzheim kamen, wurde blendend gesorgt. Ein Dankeschön von den beiden DHB Vertretern Markus Baur und Christian „Blacky“ Schwarzer richtete sich auch an den Badischen Handball-Verband, der vor allem im Vorfeld viel Werbung für diese Veranstaltung betrieben hat.

 

BHV-Kader und Torschützen:

Julian Broschwitz (18), Chris Wark (13), Arne Ruf (8), Boris Mangold (Tor), Felix Schucker (Tor), Max Brümmer, Valentin Spohn (9), Sascha Pfattheicher (25), Tom Schlögl (5), Fabian Hurst (1) (alle SG Pforzheim/Eutingen), Rico Keller (17), Janis Steinhauser (Tor), Jonas Bauer (6), Philipp Meyer (4), Tim Scheuermann, Jan Wollitzer , Michael Nagel (alle SG Kronau/Östringen), Julian Zipf (4), Sandro Pagliara (3) (beide HG Oftersheim/Schwetzingen) Lukas Klee (3), Tom Stiepani (beide JSG Leutershausen/Heddesheim)

 

Ergebnisse:

Samstag:

Badischer HV                        :           HV Niedersachsen                 37:19 – (HZ 20:12)

Südbadischer HV                   :           HV Schleswig-Holstein          23:17 – (HZ 10:10)

Thüringer HV                          :           Badischer HV                        20:41 – (HZ 11:21)

HV Niedersachsen                 :           Südbadischer HV                   17:22 – (HZ 6:12)

HV Schleswig-Holstein          :           Thüringer HV                         27:23 – (HZ 14:10)

 

Sonntag:

Badischer HV                         :           Südbadischer HV                   29:18 – (HZ 13:8)

HV Niedersachsen                :           HV Schleswig-Holstein          20:27 – (HZ 14:12)

Südbadischer HV                  :           Thüringer HV                          30:20 – (HZ 19:9)

HV Schleswig-Holstein          :           Badischer HV                         19:17 – (HZ 10:9)

Thüringer HV                          :           HV Niedersachsen                23:33 – (HZ 12:17)

 

Stimmen zum Turnier:

Markus Baur, DHB-Juniorennationaltrainer:

Mein persönliches Fazit lautet ganz einfach, dass ich die Badener für das beste Team halte, das eine hohe mannschaftliche Geschlossenheit aufweist. Es hat auf hohem Niveau eine große Ausgeglichenheit und bietet zwei Teams in einem. Die anderen Teams konnten allein von den Wechselmöglichkeiten nicht mit den Badenern verglichen werden. Ich habe noch nicht sehr viele Länderpokalvorrunden mitgemacht, aber ich glaube, dass man es kaum besser organisieren kann, wie es hier in Pforzheim geschehen ist. Was sie hier geboten haben, kann man bestimmt nicht als alltäglich bezeichnen.“

 

Christian Schwarzer, DHB-Jugendkoordinator und Jugendnationaltrainer:

„Wir fanden hier eine sehr ausgeglichene Gruppe vor, wenn man Thüringen etwas außen vor lässt. Niedersachsen hat keine so schlechte Leistungen gezeigt. Ansonsten liegen drei Teams mit 6:2 Punkten vorne, wobei Südbaden nur aufgrund des einen Tores in der Tordifferenz nicht weiter kam. Wir haben viele Talente gesehen, die wir in Zukunft an den deutschen Handball weitergeben können. Ob diese Talente auch ganz oben ankommen werden, hängt von ihrer weiteren Entwicklung ab. Sicher haben wir hier auch noch zu viele einfache Fehler gesehen, aber das sind auch die Grundlagen an denen gearbeitet werden muss. Ohne eine gute Passqualität, die uns die skandinavischen Spieler immer wieder vorzeigen, kann man international nicht bestehen. Genau daran müssen wir mit unseren Jugendlichen arbeiten“

 

Carsten Klavehn, stellvertretender Landestrainer männlich des BHV:

„Klar sind wir mit dem letzten Spiel nicht zufrieden. Aber in den ersten drei Spielen haben unsere Jungs all das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Loben muss man dabei vor allem auch die drei Spieler die nur vereinzelt oder wie Tom Stiepani gar nicht eingesetzt wurden, die aber trotzdem zum guten Mannschaftsgeist beigetragen haben. Wir müssen aus den Fehlern des letzten Spieles lernen und werden bis zur Endrunde daran arbeiten. Aufgrund der großen Breite in diesem Kader, dürfen wir ein gutes Abschneiden in der Endrunde erwarten.“

 

Detailberichte der BHV-Spiele:

1. Spiel – Badischer HV – HV Niedersachsen:

In der ersten Begegnung des Samstags traf das Team Baden mit dem HV Niedersachsen gleich auf einen der ernsthaftesten Konkurrenten in Bezug auf das angestrebte Ziel der Qualifikation für die Endrunde zum Deutschen Länderpokal 2014. In der Anfangsphase spürte man bei beiden Mannschaften noch eine gewisse Nervosität, so dass die Partie etwas schleppend begann. In der fünften Minute stand es noch 2:2, ein Beweis für den nervösen Start. Das Trainergespann des Badischen Handball-Verbandes Carsten Klavehn und Alexander Lipps hatte auf eine Blockbildung gesetzt und bracht in der Startsieben überwiegend Akteure der SG Pforzheim/Eutingen. Nach der Anfangsphase zahlte sich dieser Schachzug aus. Das Team Baden wirkte eingespielter und setzte das mit zunehmender Spieldauer immer mehr in Torerfolge um. Die Badener gingen mit drei Toren durch Kreisläufer Chris Wark, der von Regisseur Julian Broschwitz blendend in Szene gesetzt wurde, erstmals mit drei Toren in Führung. Im nächsten Abschnitt bauten die Gastgeber ihren Vorsprung noch weiter aus und lagen bis Mitte der ersten Hälfte mit sechs Treffern vorne. Diese Führung gaben die Süddeutschen forthin nicht mehr aus der Hand und lagen zur Halbzeit schon fast uneinholbar mit 20:12 in Front

Nach dem Wechsel legten Valentin Spohn und Sascha Pfattheicher noch zwei Tore drauf, so dass die Differenz auf elf Treffer angewachsen war. Das Trainergespann konnte es sich schon längst leisten munter durch zu wechseln und allen Spielern genügend Einsatzzeiten zu geben, in Anbetracht der vier Spiele an zwei Tagen eine sinnvolle Maßnahme. Baden blieb auch im zweiten Spielabschnitt die dominierende Mannschaft und legte phasenweise vierzehn Tore vor. Vor allem durch die schnelle Mitte oder zweite Welle kamen die Gastgeber zu einfachen Erfolgen, so dass am Ende ein deutlicher 37:19 Auftaktsieg zu Buche stand.

 

2. Spiel – Badischer HV – Thüringer HV

In der zweiten Begegnung für das Team Baden stand ein Gegner parat, der seinen ersten Auftritt bei dieser Vorrunde im Länderpokal hatte, die Auswahl des Handballverbandes Thüringen. Das Team stützt sich bis auf einen Akteur ausschließlich auf den Nachwuchs des Erstligisten Eisenach. Die Thüringer sind vor allem durch das Eisenacher Handballinternat im gesamten Bundesgebiet bekannt und man war gespannt, was da auf die Gastgeber zukommen wird. Von Anpfiff weg zeigten die Badener jedoch, dass sie sich nicht überraschen lassen wollten, sondern begannen sofort sehr konzentriert mit einer offenen, aggressiven Abwehrarbeit. Die Schützlinge des Trainergespannes Klavehn/Lipps eroberten mit dieser Deckung immer wieder den Ball und kam über die schnellen Außen Sascha Pfattheicher und Tom Schlögl zu einfachen Toren, so dass nach knapp zwei Minuten eine 4:0 Führung auf der Anzeigetafel zu lesen war. Nach einer frühen Auszeit durch Gästetrainer Allonge gelangen seiner Truppe zwar einige Treffer, ohne aber die Badener in ihrem Drang nach vorne aufhalten zu können. Mitte der ersten Hälfte führte der Nachwuchs aus Pforzheim, Kronau/Östringen und Oftersheim/Schwetzingen schon deutlich mit 13:5 und die Frage nach dem Sieger schien früh beantwortet zu sein. Janis Steinhauser im Gehäuse der Badener bot eine gute Leistung und sorgte mit seinen Paraden dafür, dass die Ostdeutschen in Hälfte eins nur elf Gegentore zustande brachte. Seine Vorderleute brachten dagegen die Harzkugel einundzwanzigmal im gegnerischen Tor unter und waren auf gutem Wege zum zweiten Erfolg. Auch nach dem Wechsel wurde das badische Team von den Thüringern nicht weiter auf die Probe gestellt und die Trainer Klavehn/Lipps Setzten alle Spieler ein, von denen sich auch jeder in die Torschützenliste eintragen konnte. Obwohl häufig eine andere Sieben auf der Platte stand, verlor das Team Baden zu keiner Zeit den roten Faden und baute den Vorsprung immer weiter aus. Nach der Hälfte der zweiten Halbzeit lagen die Jungs aus dem Badnerland schon mit 31:16 vorne. Bis zum Schlusspfiff steigerten sie sich auf einen 41:20 Kantersieg. Damit hatte die Nachwuchsmannschaft des Badischen Handball-Verbandes unter den Augen von Verbandstrainer Dr. Pavol Streicher das angestrebte Ziel von zwei Siegen am ersten Turniertag klar erreicht.

 

3. Spiel – Badischer HV – Südbadischer HV

Zum badischen Duell mussten die Jungs zu ungewohnter Zeit auf die Platte, denn der Anpfiff erfolgte bereits um 9.00 Uhr. Die Spieler aus Nordbaden schienen diesen Umstand besser zu verkraften, denn sie kamen sehr gut ins Spiel. Vor allem Torhüter Boris Mangold, den die Trainer Klavehn und Lipps zum ersten Mal aufboten, strahlte mit seinen Reaktionen absolute Ruhe aus. So konnte sein Team eine makellose Anfangsphase aufs Parkett zaubern. Nach sechs Minuten lagen die Nordbadener 4:0 in Front, ehe dem Kontrahenten aus dem Süden das erste Gegentor gelang. Die Dominanz der Klavehn-Truppe hielt über die Mitte der ersten Hälfte an, was sich in einer respektablen Führung mit 8:1 niederschlug. Erst in der 15. Minute konnte Südbaden das nächste Mal einnetzen. Als das Team Baden etwas nachlässiger mit ihren Chancen umging, kamen die Schützlinge von Trainer Chris Armbruster zu einigen Torerfolgen. Bei einem Spielstand von 13:8 wurden die Seiten gewechselt. Nach der Pause bauten die Nordbadener ihr Vorsprung teilweise auf sieben Toren aus, ehe im Angriff wieder einige Chancen liegen blieben und Südbaden mit einem 3:0 Lauf verkürzen konnte. In den letzten zehn Minuten drückte Spielmacher Julian Broschwitz noch einmal aufs Tempo und zog seine Kameraden mit. In der Schlussphase schafften die Jungs des Gastgebers erneut einen 8:1 Lauf, an dem Broschwitz mit vier Treffern maßgeblichen Anteil hatte. Am Ende stand ein deutlich 29:18 Erfolg des Norden über den Süden zu Buche.

 

4. Spiel – Badischer HV – HV Schleswig-Holstein

In der letzten Begegnung des Team Badens gegen die Nordlichter aus Schleswig-Holstein steckte noch sehr viel Brisanz, obwohl die Klavehn Schützlinge mit dem 29:18 Erfolg gegen Südbaden ein Polster von elf Toren im Guthaben im Rücken hatten. Bei einer Niederlage des badischen Teams, wären plötzlich drei Verbände punktgleich und die Tordifferenz im direkten Vergleich würde entscheiden, wer weiter kommt. Das  erwartete in der Halle aber eigentlich niemand, da doch die Auftritte der BHV-Jungs bisher mehr als überzeugend waren.  Die Gastgeber wollten noch einmal alles geben, um genau wie das Mädchenteam ungeschlagen in die Endrunde einzuziehen. Aber die Jungs aus dem nördlichsten Verband des DHB wussten um ihre Chance und traten entsprechend motiviert in ihrer letzten Begegnung auf. Vom Anpfiff weg agierten die Nachwuchskräfte aus den Talentschmieden der Topteams der DKB Handball Bundesliga, dem THW Kiel und der SG Flensburg-Handewitt, in der Abwehr sehr aggressiv und attackierten den gefährlichen badischen Rückraum sehr früh. Trainer Klavehn gab nachher zu, dass seine Jungs mit dieser offensiven Deckung zunächst Probleme hatten. Mehr als fünf Minuten brauchten Valentin Spohn und Arne Ruf im Verbund mit ihren Nebenleute, ehe sie zum ersten Mal den Ball hinter Tim Wendt unter brachten. Das THW-Talent bot in dieser Partie seine beste Leistung und zerstörte so manchen Versuch. Auf der anderen Seite verdankten die Süddeutschen es ihrem Torhüter Boris Mangold, dass sie nur 0:2 in Rückstand gerieten. Aber nach dem ersten Treffer durch Kreisläufer Chris Wark zum 1:2 war sein Team im Spiel und es entwickelte sich eine spannende Begegnung auf hohem Niveau. Bis zum Pausenpfiff schaffte es keine Mannschaft sich entscheidend ab zu setzen. Obwohl die Schleswig-Holsteiner immer wieder vorlegten, hatten ihre Kontrahenten die passenden Antworten, so dass ein knappe 9:10 auf der Tafel stand. Nach dem Wechsel ging die Partie zunächst unverändert weiter und bei beiden Teams dominierten die Abwehrreihen und die Torhüter. Nach dem Zwischenstand von 11:12 folgte eine Phase, in der individuelle Fehler und eine Zeitstrafe es den Nordlichtern ermöglichte einen 3:0 Lauf hinzulegen und auf 11:15 davon zu ziehen. Aber das Team Baden wollte das eigene Ziel, sich für die Endrunde zu qualifizieren nicht gefährden und kämpfte sich wieder auf zwei Tore heran. In der Schlussphase bemühte sich die Klavehn/Lipps-Sieben noch den Ausgleich zu erzielen, scheiterten aber immer wieder an Torhüter Wendt oder der eigenen Unkonzentriertheit. So landete Schleswig-Holstein doch noch den erhofften Sieg mit 17:19 und erklomm mit der um ein Tor besseren Differenz den zweiten Platz hinter Sieger Baden, das mit der Tordifferenz von plus neun klar vorne lag. Leidtragender in diesem Tor-Roulette war das Team Südbaden, denn die Schützlinge von Chris Armbruster zogen mit minus fünf den Kürzeren gegenüber den Nordlichtern mit minus vier. Schade, beide badische Mannschaften in der Endrunde wäre auch schön gewesen, so aber gilt Schleswig-Holstein die Gratulation.

[wzslider]

Quelle: Badischer Handballverband / Erich Schütt