Landesliga Nord: HSG St. Leon/Reilingen – TSV Rot 28:26 (12:12)

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HSG St. Leon/Reilingen
www.hsg-jsg-stleon-reilingen.de

Derbys laufen erstens anders …

… und zweitens als man denkt. Wie sehr sich diese Sentenz am Sonntag bewahrheiten sollte, hatten wohl beide Mannschaften nicht erwartet. Die Tabellensituation schien zu deutliche Vorzeichen zu setzen, fuhr doch der Tabellenerste zum Absteiger und aktuell eher im Mittelfeld rangierenden Gastgeber. Doch die Taktik der HSG-Trainer konnte rasche Erfolge verbuchen: Mit einer überraschenden Abwehrformation in offener Manndeckung überrumpelte man den TSV und markierte mit 2:0 das heimische Revier. Ein Raunen ging durch die voll besetzen Ränge, denn so hatte man die HSG-Mannen noch nicht starten sehen. Vom ersten Schreck erholt bewies der TSV, dass er nicht zufällig die Tabellenspitze einnahm, und nahm der HSG die Führung beim 2:3 ab. Die Nervosität auf beiden Seiten war offensichtlich, denn immer wieder führten Nachlässigkeiten zum Vorteil des jeweils anderen und bedingten einen zähen Schlagabtausch. Bereits in dieser Phase zeigte sich wieder, wie wichtig der Mann zwischen den Pfosten sein kann, denn eine spektakuläre Parade unseres Motivationspakets Patrick führte zur Lobgesängen von der Tribüne und zu einem erstaunlichen Energieschub bei den Feldspielern der HSG. Endlich kam Bewegung auch in den Angriff und riss sowohl mit Einzel- als auch mit Mannschaftsaktionen große Löcher in die Roter Abwehr. Die Belohnung folgte sofort mit einem 9:5 Vorsprung. Doch statt konsequent diese erfolgreiche Spielweise zu verfolgen, ließen unsere Männer sich immer wieder zu überhasteten und wenig überlegten Aktionen hinreißen, sodass man neben etlichen Ballverlusten kurz vor der Halbzeitpause zu oft in Unterzahl spielte und so der TSV Zug um Zug zum Ausgleich beim Pausenpfiff aufholte.

Nach dem Wiederanpfiff legte der TSV sich mächtig ins Zeug. Die körperliche Überlegenheit der jungen Roter Truppe wurde nun dynamisch in die Waagschale geworfen und so hatte die HSG zu oft im wahrsten Sinne des Wortes das Nachsehen. Aber wie schon gesagt, Derbys haben ihre eigenen Gesetze. Als die Mannschaft es am meisten brauchte, stand der HSG-Fanblock geschlossen hinter unseren Männern: Von den unermüdlichen Trommlern aus der Jugend angeführt gab das Publikum alles. Obwohl die HSG von Beginn der zweiten Halbzeit bis zum 25:25 stets mit bis zu drei Toren in Rückstand lag, ließ keiner den Kopf hängen. Eine bislang nie dagewesene Stimmung ließ die Fritz-Mannherz-Halle von den Schlachtrufen der Fans so erbeben, dass sich sogar die Bandenwerbung verabschiedete. Dies unterstützte den Mannschaftsgeist so sehr, dass man sich endlich ein Herz fasste, wieder in die Tiefe drängte und die offene Roter Abwehr aushebelte. Während im bisherigen Spielverlauf häufig klare Chancen vergeben worden waren, versenkte man ausgerechnet in dieser emotional aufgewühlten Phase fast alles im gegnerischen Tor und ging erstmals wieder zum 26:25 in Führung. Nun war das Publikum aus St Leon und Reilingen gar nicht mehr zu halten. Die Trainer beider Mannschaften hatten in den letzten taktischen Timeouts große Mühe, sich gegen die unglaubliche Stimmung überhaupt Gehör zu verschaffen. Wer selbst schon die Handballschuhe geschnürt hat, der weiß, wie kraftraubend es ist, einen auch nur geringen Rückstand aufzuholen; doch unsere Männer holten die letzten Reserven aus sich heraus und belohnten sich selbst. Nach dem Ausgleich zum 26:26 waren sie nicht mehr zu stoppen und behielten die Nerven. Schon wieder musste man sich ab der 58. Spielminute in Unterzahl gegen den nun nervös wirkenden Gegner stellen, in der letzten Minute sogar in doppelter Unterzahl! Doch selbst dies brachte die Mannschaft nicht mehr aus der Fassung, denn man wollte unbedingt dieses Spiel gewinnen. Energiegeladen wurden auch in Unterzahl Tore erzielt und man zeigte, wozu man mit entsprechender Einstellung in der Lage ist. Mit dem Schlusspfiff tobte die Halle und sowohl auf den Rängen wie auf dem Feld feierte man diesen Sieg im Derby-Knüller.

Die Mannschaft bedankt sich sehr bei den enthusiastisch anfeuernden Zuschauern, insbesondere bei den genialen Trommlern. Ohne euch wäre dieser Sieg vielleicht nicht zu schaffen gewesen! Bei solch einer Stimmung gelingt es hoffentlich häufiger, das Herz in die Hand zu nehmen und einen attraktiven und dynamischen Handball zu spielen. Denn dieses tolle Gefühl am Ende des Spiels macht Lust auf mehr …

Es spielten: Patrick Jahnke, Marc Schmidt (Tor), Fabian Manke 1, Lukazs Langowski 1, Stephan Sottile 3, Christian Bikowski 2, Lucas Schmitt, Björn Becker 2, Roman Kraus 3, Daniel Brenzinger, Christopher Körner 5, Christian Decker 4, Andreas Rausch 6, Johannes Seiler 1

Vorschau

Am kommenden Samstag gastieren unsere Männer bei der TSG Ketsch. Gerade hier sollte man durchstarten, um sein Punktekonto aufzubessern. Hoffentlich nimmt die Mannschaft die Atmosphäre und vielleicht auch ein paar mehr Zuschauer als bisher mit ins letzte Spiel des Kalenderjahres. Denn auch für die Zuschauer sollte gelten: Never change a winning team – und die Fans sollten zum festen Bestandteil unseres Team gehören. Also: Wir brauchen eure Unterstützung und zählen auf euch! Begleitet uns am kommenden Samstagabend nach Ketsch!

Samstag, 14.12.2013, 20 Uhr, Neurotthalle in Ketsch

TSG Ketsch  –  HSG St. Leon/Reilingen

Quelle: HSG St. Leon / Reilingen